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Seit 50 Jahren rücken die Sterne etwas näher

Seit 50 Jahren holen sie die Sterne ein wenig näher an Gera heran, natürlich nur optisch - die Mitarbeiter und die treuen Besucher der Sternwarte des Freizeitclubs in der Geschwister-Scholl-Straße. Zwarjährte sich bereits am 30. April die 50. Wiederkehr des offziellen Eröffnungstages, aber so richtig gefeiert wurde erst am Mittwoch, weil man sich besseres Wetter und damit einen ungetrübten Blick in den Himmelversprochen hatte. Ausrichter und Finanzierer der kleinen Feier war der Förderverein des Hauses. Genau 48 Stufen müssen erklommen werden, um die Kuppel der Sternwarte zu erreichen. Sie ist drehbar und aus polnischer Kiefer hergestellt. Mit einem Durchmesser von fünf Metern und einer Spaltöffnung von zwei Metern gehört sie zu den großen Sternwarten unserer Region. Allerdings -nach 50 Jahren durchaus kein Wunder - hat der Zahn der Zeit vor allem an der technischen Ausstattung mächtig genagt, die hochwertigen optischen Geräte sind stark gefährdet, weil am Dach nur eine Notsanierungvorgenommen werden konnte. Zu mehr reicht das Geld im Stadtsäckel nicht. Die Ausstattung der Sternwarte muss sich nicht verstecken. Schon zu Gründungszeiten erfüllte sie moderne Standards. So diente als erster Zeitgeber eine hochwertige Kontaktpendeluhr der renommierten Firma Rohde & Söhne aus Glashütte. Sie befindet sich jetzt im Aufgang zur Sternwarte als Ausstellungsstück. Weiterhin bemerkenswert sind drei Rötelzeichnungen des Kunstmalers Rudolph Schäfer, die das Ptolemäische Weltbild, Kopernikus und Galilei darstellen. Der für die Beobachtung ausschlaggebende Zeiss-Refraktor wurde zwischen 1985 und 1987 generalüberholt und verfügt nunmehr über einenelektrischen Synchronantrieb. Das Fernrohr dreht sich innerhalb von 23 Stunden, 56 Minuten und 3,445 Sekunden - das entspricht genau einem Sterntag - um 360 Grad. Michael Theilig, seit 1999 Leiter des Clubs, ist froh, dass die Zahl vorallem jugendlicher Besucher der Sternwarte wieder kontinuierlich zunimmt. Als Pioniersternwarte hatte sie zu DDR-Zeiten für die 1959 als Pflichtfach eingeführte Astronomie eine herausragende Bedeutung, wird aber auch noch heute für den Unterricht genutzt. In den 50 Jahren des Bestehens der Sternwarte gab es zahlreiche Höhepunkte. So konnte im April 1976 eine partielle Sonnenfinsternis beobachtet und fotografiert werden, über 200 Besucher kamen allein zu den Beobachtungsabenden, als der Komet Hale Bopp am Himmel sichtbar war, und auch am 10. Januar 2001 beobachteten etwa 200 Besucher das in unseren Breiten vorerst letzte Schauspiel einer Mondfinsternis. Michael Theilig erinnert an die große Einsatzbereitschaft zahlreicher Lehrer und Hobbyastronomen und an den Förderverein, ohne deren ehrenamtliches Engagement sich die Sternwarte nicht hätte so gut entwickeln können.

( Reinhard Schubert, 22.11.2002 )

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