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Theaterhaus feierte 100-jähriges Bestehen

Ein Haus ist zunächst einmal ein Baukörper, er kann einfach oder verziert, bescheiden oder üppig ausgestattet sein, aber erst seine Bewohner geben ihm Leben, Charakter, das Gepräge. Trauer und Frohsinn, Lachen und Weinen, Musik, Tanz und das gesprochene Wort gehören zu einem Haus, das in diesen Tagen sein 100-jähriges Bestehen feiert: das Theaterhaus Gera. Am 18. Oktober 1902 wurde es am Küchengarten eröffnet. Und 100 Jahre später wurde exakt an diesem Tag die Festveranstaltung mit der Premiere von Goethes Faust, 1. Teil, begangen. Und da schritten sie einher auf dem roten Teppich, die Mimen, Sängerinnen und Sänger, Tänzerinnen und Tänzer, Intendanten und Kapellmeister. Viele von ihnen erfreuten in vergangenen Jahrzehnten Tausende von Besuchern oder begannen hier ihre Laufbahn. Die Schauspieler Rolf Hoppe und Dieter Wien waren der Einladung gefolgt, ebenso wie der ehemalige Generalmusikdirektor Günter Schubert, die Opernsängerin Editha Bienia, Wolfgang Pintzka, der Intendant aus den 60-er Jahren und viele viele andere. Natürlich durften auch die Ehrengäste aus Stadt und Land neben dem Premierenpublikum nicht fehlen. Generalintendant Dr. René Serge Mund begrüßte Thüringens Kultusminsterin Dagmar Schipanski, Oberbürgermeister Ralf Rauch und hatte auch für Prinzessin Woizlawa Feodora Reuß, deren Großvater das Theaterhaus mit Hilfe der Bürgerschaft erbauen ließ unddie die Nichte des Erbprinzen Heinrich XLV. war, herzliche Begrüßungsworte. Man solle Theater nie als Luxus sehen, sondern als einen Ort der Kommunikation. Theater zeige Gemüt und Gefühl und halte den Menschen einen Spiegel vor das Gesicht, sagte er. "Theater ist die schönste Art seine Steuergelder wiederzusehen", warb der Intendant für den Besuch in seinem Haus. Er wolle sich weiter für den Erhalt des Mehrspartentheaters einsetzen, versprach er. Kultusministerin Dagmar Schipanski würdigte den Beitrag des Geraer Hauses als Talentschmiede und Sprungbrett, nannte Namen von ehemalig Engagierten und später berühmt gewordenen, wie die Sängerin Hannelore Kuhse, und bedankte sich für die bürgerschaftlichen Leistungen, die heute von den vier Freundesgesellschaften dargebracht werden und im Besonderen bei der Chefdramaturgin Dagmar Kunze, die das Projekt 100 Jahre Theaterhaus Gera unter ihre Arme genommen hat. Die Kultusministerin lobte noch einmal die Initiative zur Fusion mit dem Theater Altenburg und bekräftigte, dass das Land die Summe von 20 Millionen Euro für den Umbau und die Sanierung des Geraer Hauses bereitstellen werde, denn Theater brauche Raum und Atmosphäre und moderne Technik. Einen kurzen Abriss über die Geschichte des Baus der Kulturstätte gab Oberbürgermeister Ralf Rauch, der an die herausragende Bedeutung des Geraer Theaters erinnerte. Die angekündigten Investitionsmaßnahmen, die 2006 abgeschlossen sein sollen, würden dem Haus auch wieder seinem Charakter entsprechenden Rahmen geben. Als all dies gesagt war, konnte sich der Vorhang für Goethes "Faust" in der Inszenierung von Frank Lienert-Mondanelli erheben, worauf das Publikum schon sehr gespannt war. Im übrigen wurde die Eröffnung des Hauses vor 100 Jahren ebenfalls mit einem Goethe-Drama vorgenommen. Auf dem Programm stand damals "Torquato Tasso". Die Reihe der Festvorstellungen zum Jubiläum wird bis zum 13. November fortgesetzt. Zwei Premieren - "Leonce und Lena" im Kleinen Theater im Zentrum am 26. Oktober und das Ballett "Der Nussknacker" am 1. November? gehören dazu, wie auch die Wiederaufführung des Marionettenspiels "Dr.Faust’s Leben, Taten und Höllenfahrt" am 6. November im Kleinen Theaterim Zentrum und das 3. Philharmonische Konzert mit den 19. Geraer Orgeltagen am 13. November. In Lesungen und Matineen können Geraer Theaterfreunde Einnerungen austauschen und ein Wiedersehen mit den Menschen feiern, die dem Haus seinen Charakter gaben.

( Helga Schubert, 25.10.2002 )

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