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Leuchtturm für automatisiertes Fahren

Ab dem 14. Dezember fährt in Lusan auf einer 1,5 Kilometer langen Strecke ein elektrobetriebener und automatisierter Shuttlebus, der einem Mondfahrzeug gleicht. Und ganz oder fasst ohne Fahrer. Nichts außerirdisches, sondern ganz irdisch. Das dann aber, wenn alles klappt, wohl für immer. Darüber sind Mike Fischer von der Fahrschule Fischer Academy Gera und Claudius Oleszak, Standortleiter TAG Wohnen Gera, hoch erfreut. Die beiden sind auch 100prozentig sicher, dass es so kommt. Auch der Name für den selbstfahrenden Bus, intern EZ 10 genannt, wurde schon gefunden: „Emma“.

Allein schon die Idee, 2019 initiiert mit der Dualen Hochschule Gera-Eisenach, beflügelte die Fantasie von Geras Oberbürgermeister, Julian Vonarb, und dem Leiter des Verkehrsamtes, Andreas Bromme. Claudius Oleszak sprach von einem Leuchtturmprojekt, das Gera weit über seine Grenzen hinaus bekannt werden lässt.

Sicher, unabhängig und nachhaltiger sollen selbstfahrende Elektrofahrzeuge in Zukunft den Stadtverkehr verbessern. Gera nimmt dabei gern eine Vorreiterrolle ein, so Geras Oberbürgermeister am 16. Dezember 2019, als ihm symbolisch ein E-Shuttlebus in der Fahrschule „Fischer Academy“ übergeben wurde.

„Trotz Corona, wir liegen im Plan“, freuten sich Mike Fischer und Claudius Oleszak, bevor Thomas Rohart das Fahrzeug bestieg, um die Teststrecke abzufahren. Dabei sollen die entsprechenden Chips an den markanten feststehenden Punkten gesetzt werden. Auf der so entstehenden virtuellen Schiene wird sich dann der Shuttle-Bus mit 15 km/h selbstfahrend bewegen.

Der EZ 10 „Emma“ ist eine Entwicklung der französischen Firma Easymile. Firmenmitarbeiter Thomas Rohart ist extra aus dem französischen Lille nach Gera gereist, um die künftige Fahrstrecke über den Bordcomputer einzurichten. „Wir haben bis zum Schluss gehofft, dass wir unseren Termin halten. Es ist uns gelungen, trotz Corona und den notwendigen Tests, um Einreisen zu können“, erzählt Mike Fischer.

Ausgelegt ist der automatisiert fahrende Shuttlebus eigentlich für sechs Sitzplätze, derzeit dürfen aber nur vier Personen befördert werden.

Bei plötzlich auftauchenden Hindernissen: ein parkendes Auto oder ein über die Straße rollender Ball, stoppt der Bus automatisch, da er das Hindernis nicht umfahren kann.

Immer mit an Bord ist ein Sicherheitsfahrer, ein Operator, der in Gefahrensituationen eingreifen und den Bus manuell mittels eines Joysticks steuern oder sogar sofort stoppen kann. Er bedient den Bus beim Starten, beim Laden und bringt das Fahrzeug in den Unterstand zum GVB. Die Operatoren können auch weitere Aufgaben übernehmen. Sie können z.B. als Begleitpersonen für ältere Menschen oder Menschen mit Handicap oder als Stadtführer tätig werden.

Die Ausbildung der Operatoren erfolgt durch die Fischer Academy. Vier Bewerbungen liegen bereits vor, so Mike Fischer, darunter auch die von Jana Schumann, ehemals Inhaberin der Milchbar Leipzigerstraße/Ecke Sorge. „Emma schafft Arbeitsplätze“, so Mike Fischer mit einem kleinen Lächeln.

( Reinhard Schulze, 11.12.2020 )

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