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„Wir bieten keine Geisterkonzerte”

Andere Zeiten erfordern andere Möglichkeiten. „Wir sind stolz, es geschafft zu haben. Mit rund 40 Veranstaltungen, sieht unser Festivalprogramm auf den ersten Blick so aus wie immer“, freut sich Dr. Christina Siegfried, die Intendantin des Festivals und betont: „Wir wollten nicht ins Internet ausweichen, wir wollten keine Geisterkonzerte, die im Livestream stattfinden.“ Gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern, vielen Unterstützern und den Förderinstitutionen sei es gelungen, Menschen, die für diese Musik brennen, Besucher wie Künstler, gleichfalls zusammenzubringen.

Seit 1998, dem Gründungsjahr des Heinrich Schütz Musikfestes, verbindet das Festival die Wirkungsstätten des Komponisten miteinander. Veranstaltungen in Bad Köstritz, Gera, Weißenfels, Zeitz und Dresden bilden einen Drei-Länderklang mit Musik von Schütz und seinen Zeitgenossen.

In diesem Jahr stehen die Tage vom 2. bis 11. Oktober unter dem Motto „dero weitberümbte Music“. Das Zitat stammt von Heinrich Schütz aus dem Vorwort zu seinen Psalmen Davids, womit er am Hof von Kurfürst Johann Georg I. dessen weithin berühmte Musik mit weiteren Stücken „ordentlich pflegen und zur Blüte bringen wollte“.

Mit fünf Konzerten steht 2020 Françoise Lasserre und ihr Ensemble Akadêmia als „artist in residence“ im Zentrum der musikalischen Abende. Bereits 1986 gegründet, besteht das Ensemble heute aus 26 Sängern und Musiker. Françoise Lasserre gehört zu den weltweit führenden Dirigentinnen und wird gern als „Grande Dame“ der alten Musikszene Frankreichs bezeichnet. „Dieses Ensemble hat seinen eigenen Klang, man hört, es sind Franzosen. Dennoch ist die Aufführungspraxis historisch informiert, ist eng an den Wurzeln von Schütz, sucht immer die Seele des Menschen, das Herz und die Emotionen“, so beschreibt Christina Siegfried die Charakteristika der Interpretation durch das Ensemble Akadêmia.

Am 9. September wurde in der Vertretung des Freistaates Sachsen in Berlin der diesjährige Preisträger des Internationalen Heinrich-Schütz-Preises bekanntgegeben. Geehrt wird Françoise Lasserre für ihre jahrzehntelange Beschäftigung mit dem Leben und Werk von Heinrich Schütz. In zahllosen Konzerten, Kursen und als Hochschullehrerin hat Françoise Lasserre das kulturelle Erbe von Schütz in Frankreich und ganz Europa gepflegt und vermittelt. Der Preis wird im Rahmen des Abschlusskonzerts des Schütz Musikfests am 11. Oktober, 17 Uhr in der St. Marienkirche Weißenfels verliehen. „Ich bin überrascht und gleichzeitig sehr glücklich über diese Ehrung“, sagte Françoise Lasserre während ihres Besuches in der Salvatorkirche.

In Gera und Umgebung wird der „artist in residence“ zweimal zu erleben sein. Am 4. Oktober eröffnet Françoise Lasserre in der Salvatorkirche quasi das Festival in Thüringen. Unter dem Thema „Sehet welch ein Mensch“, werden das TRIPTYCHON II und III, „Sieben Worte Jesu Christi am Kreuz“ und die „Auferstehungshistorie“ aufgeführt. Damit spannt sich der Bogen von Dresden über Weißenfels bis Gera von der Geburt, den Leidensweg bis zur Auferstehung des Gottes-Sohnes. Mit einem Stück des jungen Komponisten bis zu Spätwerken wird auch hierbei Kompositionsgeschichte aus der Feder von Schütz zu hören sein. Mit „Liebe und Verlangen“ findet am 9. Oktober ein weiteres Konzert in der Salvatorkirche Gera statt. Das Vokalensemble amarcord wird unterstützt durch die Capella Sagittariana Dresden unter Leitung von Norbert Schuster An diesem Abend erklingt eine Uraufführung von Annette Schlünz. Das erste Mal hat sie sich an eine Komposition für altes Instrumentarium gewagt. So entsteht ein durchkomponierter Abend, wobei die alte Musik mit der neuen Komposition in Koexistenz tritt. „In Bad Köstritz endet die 2020er Ausgabe am Sonntag, 11. Oktober mit einem Festgottesdienst in der Kirche St. Leonhard. Köstritzer Ensembles musizieren Schütz und den Gottesdienst leitet unsere Regionalbischöfin Dr. Friederike Spengler“, ergänzt die Leiterin des Heinrich-Schütz-Hauses Bad Köstritz, Friederike Böcher.

Dieses umfassende und reichhaltige Programm wird natürlich nur einem begrenzten Publikum zugänglich sein. Aufgrund der Hygienemaßnahmen ist die Platzkapazität begrenzt. So werden in der Salvatorkirche Gera nur etwa 130 Plätze und in Bad Köstritz für die Kirche St. Leonhard um die 100 Karten verkauft. Im Rahmen des Hygienekonzeptes wird es eine Platzzuweisung und eine Kontakterfassung vor Ort geben. Die Konzerte werden zwischen 50 und 60 Minuten dauern und ohne Pause sein. Um diesem Rechnung zu tragen, werden alle Karten einen Einheitspreis von 20 Euro (ermäßigt 12 Euro) haben. Parallel gibt es wie jedes Jahr das Junior Ticket zum Preis von fünf Euro, um junge Leute an die alte Musik heranzuführen. „Jeden Euro, den wir einnehmen wird auch in diesem Jahr ausschließlich dem Projekt Heinrich Schütz Musikfest zugute kommen“, so die Intendantin. Mit einem sogenannten Fan-Ticket bekommen die Besucher die Möglichkeit, das Festival mit zusätzlichen 10 Euro finanziell zu unterstützen.

Tickets gibt es in der Gera-Information und über: www.schuetz-musikfest.de

( Wolfgang Hesse, 18.09.2020 )

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