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Als Gera noch „Drei Essen“ hatte

Der Autor nimmt die Leser und Betrachter mit auf eine Reise in die Zeit unmittelbar nach der friedlichen Revolution. Nach mehreren Bildbänden über Gera in den DDR-Zeiten als Mitautor und Verleger, hat er jetzt sein eigenes Fotoarchiv durchforstet und so Vergessenes aus dieser Zeit ans Tagelicht gebracht. Bei der neuen Veröffentlichung ist Frank Rüdiger zugleich Fotograf, Autor und Herausgeber in einem.

Seine Zeitreise geht zurück in die Mitte der 1990er Jahre und zeigt das Leben in einer pulsierenden Großstadt. Da ist die Sorge mit vielen offenen Geschäften, der belebte Markt oder gar ein Blick in das mit Licht durchflutete Horten-Kaufhaus mit seinen drei Etagen. „Auch wenn 25 Jahre historisch betrachtet nicht allzu fern klingen, so dokumentieren sie doch teils erhebliche Umbrüche und Veränderungen im Stadtbild“, schreibt Frank Rüdiger im Vorwort. Die Betrachter, die zu dieser Zeit in Gera lebten, werden längst Vergessenes wiederentdecken oder sich an lieb Gewonnenes erinnern. Rüdiger zeigt in seinen Erinnerungen den „Rundkonsum“ am Hauptbahnhof, einen Springbrunnen vor der Post, das Fußgängerboulevard in der Schlossstraße oder die Bockdampfmaschine an der Volkshochschule, die inzwischen in der Amthorpassage eine neues Zuhause gefunden hat. Auch Stadtmuseum und Salvatorkirche sehen zu jeder Zeit anders aus als heute.

Er habe zusammengebracht, was zusammen passt. Die Bilderauswahl sei rein subjektiv, eine Momentaufnahme und garantiere keine Vollständigkeit. Obwohl größtenteils das Geraer Zentrum im Fokus stehe, gehe die Zeitreise auch in die Außenbezirke, nach Bieblach-Ost, Lusan, Untermhaus und Zwötzen. Auch die „3 Essen“, das ehemalige Wahrzeichen der Stadt, sind im Buch zu finden. Alle Bilder stammen aus dem privaten Archiv von Frank Rüdiger und wurden damals als Mittelformat Dias in der Größe 6x7 Zentimeter ausgenommen.

Jede Aufnahme hat er im Buch datiert, beschriftet und teilweise die Veränderungen zum heutigen Zustand erläutert. So finden die Betrachter und auch neue Leser schnell historische Bezüge zur Gegenwart. „Beim Fotografieren nehme ich eine Beziehung zu dem Objekt auf, daher kommen beim Betrachten meist Erinnerungen zurück. Es begann vor 50 Jahren als Hobby, als es noch spannend war, seine Bilder selbst zu entwickeln.“ Nach dem Studium der Museologie besuchte Frank Rüdiger Ende der 1980er Jahre eine Weiterbildung zum Fotograf in Rudolstadt. „Fotografie lebt von Inspiration, kein Tag ist wie den andere. Mich interessieren Leute. Daher zeige ich belebte Motive auf meinen Bildern. Die Fotos erzählen ganz eigenartige Geschichten“, so der Fotograf. Aktuell arbeitet er an einer Fotoausstellung in Geras Partnerstadt Nürnberg.

Das Buch „Zeitreise – Gera in den 1990er-Jahren“ von Frank Rüdiger ist in der Edition Spörlstein erschienen. Das Buch kostet 20 Euro und ist in alle Buchhandlungen der Stadt, in der Gera-Information, im Pressehaus erhältlich.

( Wolfgang Hesse, 03.07.2020 )

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