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Übungsszenario für den Ernstfall

Bereits Anfang der 50er Jahre fiel auf, dass es im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes keine Strukturen gab und so gründete man das Technische Hilfswerk (THW). Mittlerweile ist man weltweit tätig und die meist ehrenamtlichen Helfer sind im Ernstfall mit Technik und dem nötigen Know How vor Ort, um zu helfen. Zu den Aufgaben zählen hierbei nicht nur das Orten, Retten und Bergen von Menschen, die im Zivil- oder Katastrophenfall in Not geraten sind. So gehören im Ernstfall auch Aufgaben wie der Aufbau von benötigter Infrastruktur, der Strom- und Wasserversorgung, Brückenbau, Räumen und Sprengen, Logistik, Kommunikation und die Bekämpfung von Umweltschäden zu den Hilfsleistungen des THW. Auch in Zeiten der Corona Pandemie ist das THW mit dem Geraer Ortsverband im Einsatz. Hier unterstützt man den Krisenstab in seiner täglichen Arbeit, baute die Corona Teststrecke in Gera auf und sorgt hier für die nötige Infrastruktur. Zudem hilft man im Auftrag des Landesverwaltungsamtes in Sachen Logistik mit Transporten von Hygiene-Schutzausrüstungen sowie Schutzhandschuhen und Masken weiter und verteilt diese in den Einrichtungen der einzelnen Landkreise Ostthüringens.
Auch wenn die derzeitige Situation Kraft kostet, vergessen die Verantwortlichen des THW Gera die Ausbildung der Helfenden nicht und so gibt es immer wieder Ausbildungs- und Übungseinsätze. Kürzlich rückte das THW Gera mit 27 Personen zu Ausbildungs- und Übungszwecken aus, um die Rettung von verschütteten und eingeschlossenen Personen unter Einsatzbedingungen in einem vorab geplanten Szenario zu üben. „In Gera sind aktuell 65 Personen im THW tätig. Einige absolvieren gerade ihre Grundausbildung und die Jugend wird an die Technik und die Aufgabengebiete herangeführt. Dabei ist es wichtig, dass wir den Ernstfall so gut wie möglich nachstellen, so dass jeder die uns zur Verfügung stehende Technik richtig nutzen kann und jeder weiß, was im Ernstfall zu tun ist. Auch die langjährigen Einsatzkräfte sind bei den Übungen dabei, welche wir wenn möglich, einmal im Monat durchführen. Zum einen unterstützt man sich untereinander, man lernt immer etwas Neues dabei und es hilft, den Ernstfall immer wieder durchzuspielen“, erklärt Robert Riedel, Zugführer und Leiter der Einsatzübung. Doch bevor der Einsatz zur Rettung von Personen beginnen kann, kümmert man sich um die Infrastruktur am Einsatzort. Dazu gehört, dass die Kommunikation zwischen Einsatzleitung und den einzelnen vor Ort befindlichen Gruppen funktioniert, die Notinstandsetzung und Notversorgung gesichert ist und auch ein Wasserbecken aufgebaut und befüllt werden muss, welches für Rettungsmaßnahmen, Versorgung und Hygiene benötigt wird. Weiterhin bereiten die Einsatzkräfte sich und die benötigte Technik vor, so dass jeder nach den ersten Anweisungen mit seinen Aufgaben beginnen kann. An diesem Tag kommt als erstes die Fachgruppe Ortung, zu der die sechsjährige Hündin „Finja“ und ihr Frauchen die Gruppenführerin Jenny Westphal gehören, zum Einsatz. Mit Spiel und viel Fingerspitzengefühl animiert Jenny ihren Hund dazu im Übungsgelände nach verschütteten Personen zu suchen. „Ich bin jetzt seit vier Jahren dabei und durch meinen Hund zum THW gekommen. Ich wollte Finja von Anfang an fördern und fordern, das THW suchte für die Hundestaffel Mitstreiter und so sind wir sozusagen nach dem Reinschnuppern  geblieben. Wir haben die zweijährige Grundausbildung mit Wesenstest, Trümmer- und Flächenprüfung absolviert und jetzt gehören wir zur Einsatzgruppe des THW Gera. Zweimal pro Woche trainieren wir und einmal pro Quartal nehmen wir an einem Training wie dem heutigen teil“, erklärt Westphal. Diszipliniert muss man selbst und auch gegenüber dem Hund sein, denn die Aufgabe ist nicht leicht und das Tier ist großem Stress ausgesetzt. Doch beide haben Freude an ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Finja schlägt an diesem Tag an und so kommen jetzt die Fachgruppen Ortung und Bergung gemeinsam zum Einsatz. In einem nicht zugänglichen Raum hat die Hündin eine Person geortet. Benötigt werden nun Bohrer und Kettensäge. Mit der Bohrung wird als erstes der Weg für eine Endoskop-Kamera frei gemacht, um die entdeckte Person genau zu orten und festzustellen, in welchem Zustand sich diese befindet. Ist sicher wo sich die eingeschlossene Person befindet, wird mit der Kettensäge ein Zugang in die Betonwand gesägt, um ausreichend Platz für Versorgung und Bergung zu schaffen.  
Nach diesem Einsatz ist der Tag für die THW Einsatzkräfte aber noch nicht vorbei. Im Gelände werden weitere Übungen durchgeführt, die Grundausbildung an verschiedenen technischen Hilfsmitteln läuft und auch die Hündin Finja kommt in einem eingestürzten Gebäude im Wald noch einmal zum Einsatz. „Wir sehen uns als Unterstützer und Bindeglied von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften. Wir unterstützen, wenn nötig mit unserem Fachwissen, unseren sehr gut ausgebildeten Einsatzkräften und der technischen Ausrüstung. Natürlich sind auch wir immer auf der Suche nach Mitstreitern. Jeder ist bei uns willkommen und für jeden gibt es nach den eigenen Erfahrungen und Interessen ein Einsatzgebiet. Ein Beispiel ist eben die Hundestaffel. Wer für sich und seinen Vierbeiner eine Aufgabe und Herausforderung sucht, sollte einfach mal vorbeikommen. Man erreicht uns im Netz unter www.thw-gera.de, per Mail unter info@thw-gera.de und jeden Tag vor Ort. In der Zeit zwischen 15 und 18 Uhr ist immer jemand da“, so Robert Riedel. 
Übungen und Ausbildung sind beendet. Jetzt sitzen die Teilnehmer bei einer Stärkung zusammen und warten auf den Einsatzleiter Robert, der den Tag erst einmal für sich auswertet und dann mit der Mannschaft bespricht.

( Lars Werner, 24.04.2020 )

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