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Ohne Pause für Kinder im Einsatz

Fast alle waren im Freudentaumel als 1989 die Mauer fiel. Doch der Stadtverwaltung bot sich schnell ein Bild, welches die Mitarbeiter an ihre Grenzen brachte. Viele nutzten die Chance und blieben nach der Grenzöffnung im Westen, da sie wohl dachten, dass die Tore schnell wieder geschlossen werden. Dabei haben Eltern aber das Wichtigste vergessen: Ihre Kinder. Diese blieben zurück und waren von heute auf morgen auf sich selbst gestellt. Jetzt musste sich die Stadt um sie kümmern, war aber anfangs damit überfordert. Hilfe kam damals von ehrenamtlichen Einwohnern der Stadt und so wurden kurzerhand Notbetten im Kinderheim Lusan aufgestellt und ein Sorgentelefon geschaltet, welches gleichzeitig die Anfänge des heute 30jährigen Vereins setzte. Immer mehr Kinder wurden betreut, es tauchten Probleme in Familien auf, die Lösungen suchten und so wuchs der Verein in seine Aufgaben hinein und baute sein Angebot, welches heute Kinderschutzwohnung mit Sorgentelefon, Kinderschutzwohnung für Säuglinge und Kleinkinder, Kinder- und Jugendschutzdienst, Erziehungsbeistand, Soziale Gruppenarbeit und Trainingskurse, Familienzentrum und Schulsozialarbeit umfasst, stetig aus. Zudem prägten sich die damaligen Erlebnisse bei den Kindern ein und so hatte dies zur Folge, dass diese auch als Erwachsene mit eigenen Kindern die Hilfe vom „Schlupfwinkel und Sorgentelefon Gera e.V.“, in Anspruch nehmen, der Verein mehr denn je gebraucht wird und somit heute generationsübergreifend tätig ist. „Die Kinderschutzwohnung ist in den 30 Jahren 10.957 Tage durchgehend geöffnet gewesen und bis Ende 2019 wurden in der Kinderschutzwohnung rund 4.080 Kinder und Jugendliche betreut. Davon waren 200 Kinder im Alter zwischen 0 und 4 Jahren. Der Kinder- und Jugendschutzdienst hat seit seiner Eröffnung im Oktober 1994, 2.062 Mädchen und Jungen betreut, welche Opfer von Gewalt jeglicher Art wurden. Die Mitarbeiter der Ambulanten Hilfen zur Erziehung betreuen seit Dezember 1997 jährlich durchschnittlich 80 bis 85 Mädchen und Jungen als Erziehungsbeistände in der Einzelfallhilfe und in sozialen Gruppenangeboten“, zählt Silvia Krause, die Geschäftsführerin des Vereins, einige Aufgaben auf, die es in den letzten 30 Jahren zu bewältigen galt. Mittlerweile sind 40 Mitarbeiter und über 30 ehrenamtliche im Verein tätig, bietet Kindern und Jugendlichen in Not- und Konfliktsituationen eine Anlaufstelle, fördern die Kinder- und Jugendhilfe, entwickeln und bieten insbesondere auf dem Gebiet des Kinder- und Jugendschutzes, Hilfe an und erreichen dabei nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern ist für alle Kulturen und Generationen ein Fels in der Brandung, der ohne viele Fragen versucht schnell zu helfen. Im Rahmen einer Tagung feierte der Verein Anfang März seinen 30. Geburtstag. Unter anderem nahm die Geschäftsführerin Silvia Krause an diesem Tag viele Glückwünsche und Danksagungen mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Zum einen macht es traurig, wenn man überhaupt gebraucht wird und zum anderen macht es stolz und glücklich, wie oft man Kindern und Jugendlichen in der Not weiterhelfen konnte. Zudem machte man deutlich, dass die finanziellen Spielräume bei Mitarbeitern und bei den nötigen Hilfen für Kinder und Jugendlichen noch immer viel zu niedrig sind. Auch OB Julian Vonarb besuchte die Tagungn um sich bei allen mitwirkenden der letzten 30 Jahre zu bedanken. „Ich wünschte Sie hätten wenig bis keine Arbeit, aber ich bin froh, dass Sie im Fall von Schutzsuchenden und Schutzbedürftigen da sind und alles Erdenkliche tunn um zu helfen“, so Vonarb. Leider wird die Arbeit des Vereins nicht weniger, denn physische und psychische sowie sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist allgegenwärtig und erfordert den täglichen Einsatz von Experten, pädagogischen Fachkräften und ehrenamtlichen Helfern, deren Arbeit noch immer nicht gebührend anerkannt wird.

( Lars Werner, 18.03.2020 )

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