Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Kommunikativ, ideenreich, bewusst

Das Landesprogramm

Familie ist dort, wo Menschen in den unterschiedlichsten Formen über mehrere Generationen füreinander sorgen. Diesem Leitsatz folgend, schrieb die Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag 2014 fest, Familien stärker zu unterstützen. Familien in Thüringen müssen sich mit der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf und den Anforderungen durch die gesellschaftliche und ökonomische Lebenswelt auseinandersetzen. Dabei werden die sozialen infrastrukturellen Rahmenbedingungen den veränderten Bedarfen von Familien nicht immer gerecht. Aus diesem Grund wurde das Landesprogramm „Familie eins99”, solidarisches Zusammenleben der Generationen, ins Leben gerufen. Mit rund 10 Millionen Euro pro Jahr fördert der Freistaat bestehende Angebote der Familienförderung wie: Frauen- und Familienzentren, Erziehungs-, Ehe-, Familien und Lebensberatungsstellen, Thüringer Eltern-Kind-Zentren, regionale Förderung der Stiftung Familiensinn und Zuschüsse für Seniorenarbeit. Hinzu kommt die Förderung neuer familienunterstützender bzw. planerischer, koordinierender Aufgaben in den Kommunen, an der sich die Kommunen selbst mit einer 30 prozentigen Kofinanzierung beteiligen.

55.000 Euro für Gera

Der Geraer Sozial- und Gesundheitsausschuss beschloss 2019 die Umsetzung der eingereichten Mikroprojekte im Rahmen des „Landesprogrammes Solidarisches Zusammenleben der Generationen“. 14 Projektanträge wurden von Geraer Organisationen, Vereinen, Verbänden und Initiativen mit einer Fördersumme in Höhe von 54.876,12 Euro eingereicht. „Mit dem Beschluss haben wir einen wichtigen Schritt gemacht, um die Umsetzung des ,Landesprogramms Solidarisches Zusammenleben der Generationen‘ in der Stadt Gera voran zu bringen. Wichtige Projekte, die u.a. Maßnahmen aus dem Sozialplan der Stadt Gera sind, können so finanziell unterstützt werden. Gemeinnützige Träger, Verbände der Wohlfahrtspflege und kirchliche Träger der Stadt Gera hatten die Möglichkeit, bis zum 30. April dieses Jahres Zuwendungen für ihre Projekte zu beantragen, so beispielsweise der 07 Gera eSport Verein, der AWO Stadtverband - Kita Sonnenblume, der NaturFreunde Thüringen e.V. und die SRH Hochschule für Gesundheit“, betont Sozialdezernentin Sandra Wanzar.

07 Gera eSports Verein

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den zockenden und sich einigelnden Jugendlichen weg von dem heimischen Rechner hin zum bewussten Training im Verein zu bewegen. Dass es klappt, bestätigen sowohl Eltern als auch die Trainer. Gezielte Trainings in festen Gruppen fördern einen sozialen Umgang miteinander und dämmen den Konsum an Videospielen ein. Einen weiteren Bildungsauftrag hat sich der Verein auf die Fahnen geschrieben, als er das Projekt „Gemeinsames Spielen mit Senioren” ins Leben rief. Gemeinsam mit älteren Menschen, die in Pflegeheimen wohnen, spielt die Jugend Bowling auf der Leinwand. Regelmäßig besuchen die Vereinsmitglieder im wechselnden Turnus verschiedene Einrichtungen in der Stadt und laden zu einer Partie Bowling mit der Fernbedienung ein, denn für viele Senioren ist das Halten und Werfen einer echten schweren Bowlingkugel gar nicht mehr möglich.

Kita Sonnenblume

Im Frühjahr dieses Jahres eröffnete die Kita Sonnenblume in Trägerschaft des AWO Stadtverbandes ihre Familieninsel. Ein Projekt im Rahmen dieser Familieninsel sind die Kochkids. Ziel ist es, Familien aktiv und eigensinnig an sozialen Interaktionen zu beteiligen. Die Kinderküche soll Familien die Möglichkeit bieten, in einer positiven sozial-emotionalen Atmosphäre in Kontakt treten zu können. Ernährung mit allen Sinnen und bewusste Ernährungsbildung stehen im Fokus. Die Familien werden aus verschiedenen soziokulturellen Konstellationen zusammengeführt und nehmen ganz nebenbei über die Lebensmittel und ihre Zubereitung die „Vielfalt“ als selbstverständlich wahr.

Die kitaeigene Familieninsel will den gegenseitigen Austausch sowie die Mitarbeit und die Möglichkeit der Mitbestimmung für Eltern und Familien fördern. Gleichzeitig die Erziehungspartnerschaft verbessern und jede Form des Anderssein anerkennen und willkommen heißen.

NaturFreunde

Für die Ortsgruppe Gera der NaturFreunde ist die bewusste Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt ein wichtiger Eckpfeiler der Arbeit, auch und besonders mit Familien und Kindern. Verständnis für die nachhaltige Nutzung der Natur zu wecken und dieses Wissen – auch über unterschiedliche Generationen hinweg – weiterzugeben, ist die wesentliche Grundlage für die Familienbildungsmaßnahme. Im April luden die NaturFreunde zu einer Schlauchboottour für Familien ein. Ausgebildete Bootsführer sorgten für Sicherheit auf der teilweise schwierigen Strecke. Eine pädagogische Fachkraft gestaltete das Programm und begleitete die Maßnahme. Gerade der naturnahe Abschnitt des FFH - Gebietes Steinicht auf der Grenze Thüringen - Sachsen ermöglichte eine erholsame und lehrreiche Fahrt fernab von Autolärm und Industrie. Während der etwa fünfstündigen Fahrt konnte die Flora und Fauna hautnah erlebt werden. Zum einen wurde mit dieser Tour das Bewusstsein für die Natur, zum anderen das Familienverband gestärkt. Ebenfalls ermöglichte der Kontakt das Kennenlernen anderer Familienkonzepte.

SRH Hochschule

ln Kooperation mit den Frühen Hilfen der Stadtverwaltung Gera und mit anderen Akteuren in der Stadt Gera sind 2019 eine Vielzahl an Still- und Wickelpunkten für alle Eltern, insbesondere für Mütter mit Behinderung und für Mütter mit Migrationshintergrund, entstanden. Still- und Wickelpunkte sind frei zugängliche gekennzeichnete Räume in Institutionen und anderen Orten, z. B. Geschäfte, Cafes, in denen Mütter ihre Babys stillen bzw. Eltern ihre Babys und Kleinkinder versorgen können. Es war und ist das Ziel der Initiatoren, mit diesem Projekt die Akzeptanz des Stillens in der Öffentlichkeit zu erhöhen: Stillen tut gut und ist normal - egal unter welchen Umständen. Aktuell in Arbeit ist eine Broschüre, die alle Still- und Wickelpunkte in der Stadt Gera abbildet.

„Mit all den 14 Projekten hat Gera bewiesen, dass wir weiterhin auf einen guten Weg zur Familienfreundlichkeit sind. Das Landesprogramm bietet verschiedene Möglichkeiten um vielfältige, kreative Angebote zu schaffen, bestehende zu verstetigen und uns als familiengerechte Kommune zu stärken“, resümiert Sozialdezernentin Sandra Wanzar das Jahr 2019 im Rahmen des Landesprogrammes „Familie eins99”, solidarisches Zusammenleben der Generationen.

( Fanny Zölsmann, 18.12.2019 )

zurück