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Rückblick und Erinnerung auf 30 Jahre friedliche Revolution

In den Abendstunden des 9. November wurde mit dem Fall der Mauer und der Öffnung des innerdeutschen Grenzwalls, das Ende des damaligen Regimes und letztendlich das Ende der DDR eingeläutet. Dem Ereignis vorausgegangen waren wochenlange Proteste der DDR-Bürger, die sich in immer größer werdenden Gruppen für einen Wandel einsetzten und diesen mit ihren friedlichen Aktionen am Ende auch durchsetzen konnten. Auch in Gera versammelte sich in den Wochen vor dem Mauerfall, eine immer größer werdende Menschenmenge um gegen die Regierung und die Missstände im Land zu protestieren.

In wenigen Tagen jähren sich die Ereignisse zum 30. Mal und auch in Gera gedenkt und erinnert man an die damaligen Ereignisse. Um dies zu ermöglichen, haben sich vor über einem Jahr Mitglieder der Kirchen, Zeitzeugen und damalige Akteure in einer Projektgruppe zusammengefunden, um die Feierlichkeiten zu planen – koordiniert wurde vom Kulturbund Gera e.V., von der Geschichtswerkstatt Gera-Lusan und von der Ehrenamtszentrale. In den Treffen erarbeiteten die Akteure nicht nur ein Programm für die Feierlichkeiten am 8. November. Mit verschiedenen Aktionsbausteinen wollen sie zudem die Geschichte der Revolution und ihre Folgen verdeutlichen und das Erlebte der Zeitzeugen in verschiedenen Formen für zukünftige Generationen festhalten.

Der erste Baustein wird unter dem Titel „Fit fürs Archiv“ umgesetzt. Schüler erarbeiten hier mit Hilfe von Aufzeichnungen im Archiv eine Zeitung, welche nach Fertigstellung allen Interessenten zur Verfügung steht, die mehr zur friedlichen Revolution und dem daraus entstandenen Feiertag, den 3. Oktober, erfahren wollen.

Geschichte lebt von Geschichten und ist Grundlage des zweiten Bausteins, welcher unter dem Titel „Zeitzeugenbefragungen“ einen Film hervorbrachte. Für diesen befragten Schüler der Integrierten Gesamtschule und der Kindervereinigung zehn Zeitzeugen zu Alltagserlebnissen, den zentralen Geschehnissen vor und nach dem 9. November 1989 und zu den Entwicklungen nach der friedlichen Revolution. Auch dieser wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und kann zudem im Unterricht eingesetzt werden.

Neben bewegten Bildern, geht man im dritten Baustein auf „Foto Spurensuche“. Hier wurden vor allem Themen rund um die friedliche Revolution recherchiert, wobei man sich hier auf historische Aufnahmen aus dieser Zeit konzentrierte. Zudem haben es sich Schüler der SBBS Wirtschaft zur Aufgabe gemacht, damalige Aufnahmen von Orten und Gebäuden nochmals in Bildform festzuhalten. Im Zusammenspiel mit der erstellten Zeitung werden auch diese Dokumente für das Archiv und die Bibliothek der Stadt bereitgestellt und während der Feierlichkeiten ausgestellt.

In zwei weiteren Projekten beschäftigt man sich mit der Erstellung eines Tagebuches, in welchem erlebte Geschichten aus dem Jahre 1989 ihren Platz finden sollen und mit Lebensläufen von Menschen, die 1989 geboren wurden. Die Ergebnisse der einzelnen Projekte sollen am 8. November im Rahmen der Festveranstaltung vorgestellt und gezeigt werden.

Beginn der am 8. November stattfindenden Veranstaltung, zu dem die Verantwortlichen alle Bürger der Stadt einladen, ist für 16 Uhr in der Johanniskirche geplant. Hier findet eine Andacht mit Friedensgebet statt. Im direkten Anschluss, gegen 16.30 Uhr, beginnt vor der Kirche der „Gang der Geschichte“. Dieser führt über Clara-Zetkin-Straße, Schlossstraße, Johannisstraße und Markt bis hin zum Rathaussaal. Angeführt wird der Spaziergang von Zeitzeugen, die durch einen Teil der Straßen führen, welche 1989 auch Strecke der Demonstrationszüge waren und erklären währenddessen, geschichtliche Anekdoten zu den Geschehnissen in Straßen und Gebäuden während der Wendezeit. Nach Ankunft im Rathaussaal beginnt hier das Programm zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution.

Nach der Eröffnung durch Geras OB Julian Vonarb wird das Gesamtprojekt mit seinen Bausteinen vorgestellt. Nach dieser wird Michael Beleites, einer der Akteure rund um die Aktionen zur Wendezeit in Gera, das Wort ergreifen, bevor man Roland Geipel, Pfarrer im Ruhestand, die Ehrenbürgerschaft verleihen wird. Anschließend feiert der entstandene Film seine Premiere, die Ausstellung der Stiftung Aufarbeitung 30 Jahre friedliche Revolution wird eröffnet und die meist durch Schüler erarbeiteten Einzelprojekte können besichtigt und diskutiert werden.

Gefördert wurde das Projekt mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

( Lars Werner, 30.10.2019 )

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