Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

In sechster Generation

Halb eins in der Nacht geht das Licht an, die Ofen werden erhitzt, die Teige geknetet, um ab 7 Uhr am Morgen die Gaumenfreuden aller Wünschendorfer Kunden und darüber hinaus bedienen zu können. Elf verschiedene Brote, 14 Sorten Brötchen, 28 Kuchen, Frucht- und Sahneschnitten, Plunder- und Blätterteigstückchen werden fast täglich in der Bäckerei Junghans in Wünschendorf gebacken.

Und gebacken wird hier in der Fuchstalstraße 6 seit 100 Jahren.

Ja, das frühe Aufstehen sollte jener mögen, der sich dem Bäckerhandwerk verschreiben will. Gerhard Junghans scheint es nie etwas ausgemacht zu haben, schließlich hat er mit vollem Tatendrang vor 27 Jahren das Geschäft von seinem Vater übernommen, bereits in jungen Jahren das Handwerk gelernt und im Familienbetrieb mitgewirkt. „Während mein Bruder den Beruf des Elektrikers erlernte, blieb ich der Familientradition treu und wurde Bäcker”, erinnert sich Gerhard Junghans zurück. Noch immer führt er die Geschicke im Betrieb, wenngleich beide seiner Kinder – Swen und Annett – federführend seit ebenfalls mehr als 20 Jahren mitmischen. Die Geschwister haben im elterlichen Betrieb den Beruf erlernt, stehen seither an deren Seite und können nun eine 100jährige Wünschendorfer Tradition in sechster Generation vorweisen. Neben dem Hauptgeschäft zählt zur Bäckerei Junghans eine Filiale im Ort und eine in Berga. „Früher hatten wir auch zwei Filialen in Gera und eine in Weida. Doch alle drei mussten wir schließen, da uns der Einzelhandel samt angeschlossener Bäckerei verdrängte”, erinnert sich der heute 63-jährige Gerhard Junghans zurück. Neben der kompletten Familie, die im Bäckereihandwerk aktiv ist, beschäftigt er fünf Angestellte. Rund 20 jungen Menschen hat er die Fähig- und Fertigkeiten eines Bäckers beigebracht. Noch immer, seit 1981, ist er in der Prüfungskommission und seit 1992 als Vorsitzender selbiger aktiv. Langsam aber konsequent will sich Gerhard Junghans auf seinen Ruhestand vorbereiten, wenngleich er weiß, dass es ein komplettes Ausscheiden aus einem Familienbetrieb niemals geben wird. „Meine Kinder werden das Unternehmen fortführen und ich wünsche mir für sie, dass sie wie wir gut davon leben können.”

Während des 1. Weltkrieges baute Eduard Schumann das Haus in der Fuchstalstraße 6 und eröffnete vor 100 Jahren gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Paul Junghans die bis heute dort ansässige Bäckerei. Paul Junghans betrieb zuvor in Mylau eine Bäckerei. 1938 übergab Paul Junghans an seinen Sohn Helmut – aus dessen Rezeptebuch noch heute die Lebkuchen entstehen. Mitte der 50er Jahre übernahm Martin Junghans – Vater von Gerhard – den Familienbetrieb und führte diesen bis 1992. Bereits 1981 erwarb Gerhard Junghans den Meistertitel. Zwei Jahre nach der Wende übernahm er die Bäckerei und führt diese bis heute gemeinsam mit seiner Frau Regina und seinen beiden Kindern.

( Fanny Zoelsmann, 24.07.2019 )

zurück