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„OpenArts“ in der Kneipe

Malerei, Graffiti und Illustrationen sind keine Modeerscheinung, sondern haben sich über die Jahre zu einer Subkultur entwickelt, welche immer wieder neue Künstler mit eigener Handschrift hervorbringt. Jedoch wurden die entstandenen Kunstwerke vor ein paar Jahren als Schmiererei abgetan. Doch die Szene hat sich etabliert und gehört mit ihren oft einmaligen Bildern mittlerweile in jedes Stadtbild.

Aus der Schmuddelecke herausgeholt entwickelte sich die Szene zunehmend, von der auch Michael Müller, Mitinhaber der Manufaktur und Inhaber des Tattoo Studios im selben Haus, angesteckt wurde. Seit mehreren Jahren malt er als Tattoo Künstler eigene Motive und lässt sich durch Festivals wie das „ibug“ in Sachsen, welches sich mit Urbaner Kunst beschäftigt um in jedem Jahr mit fast 100 internationalen Künstlern, ein brach liegendes Gebäude zu verschönern, immer wieder neu inspirieren. So festigte sich bei ihm der Gedanke, ein solches Projekt auch in Gera zu verwirklichen. Orte gibt es dafür einige, doch letztendlich sorgte seine Frau, Sandra Müller, für den zündenden Gedanken. „Wahrscheinlich habe ich sie damit mehrfach genervt. Irgendwann kam die Idee von ihr, dass ganze in unserem Laden, der Manufaktur umzusetzen“, so Micha zur Idee von „OpenArts“ in Gera. Mit dem Geraer Christian Gutschke, der bereits seit mehr als 20 Jahren in der Malerei-, Streetart- und Graffitiszene unterwegs ist, holte sich Müller einen Freund ins Boot, der sofort Pläne zur Umsetzung im Kopf hatte.

Vom 9. bis 12. Juli verwandelt sich die Manufaktur in ein offenes Atelier. Hier werden mit den beiden Initiatoren, insgesamt elf Künstler die aus Saalfeld, Leipzig und Berlin anreisen, Wände und andere vorhandene und selbst mitgebrachte Oberflächen mit verschiedenen Techniken neu gestaltet. „Klar kann man sich auch einen Maler holen, wenn die Wände neu gestrichen werden sollen“, so Micha lachend, da er immer wieder erstaunt angeschaut wird, wenn er den bevorstehenden Event erklärt. Doch zum einen will das Haus nicht renovieren und zum anderen würde eine „Wandfarbe“ die Lebenseinstellung der Inhaber und des Hauses nicht widerspiegeln. „Beide setzen sich für das, was sie tun mit Herz und Seele ein. Dies soll am Ende von „OpenArts“ auch im Haus zu sehen sein. Wir haben mit Mensch, Tier und Umwelt drei Punkte herausgepickt, die beiden enorm wichtig sind und somit stand das Thema fürs erste „OpenArts“ auch schnell fest“, erklärt Christian. „Jeder der von uns eingeladenen wurde nutzt andere Techniken und sieht die Themen aus einem anderen Blickwinkel. Der Reiz besteht darin, dass wir zusammenkommen und anfangen, sich daraus hoffentlich Synergien ergeben und am Ende etwas Faszinierendes herauskommt“, erklärt Micha weiter.

Geschlossen hat die Kneipe in der Humboldtstraße aber während der Arbeiten nicht. Vielmehr kann jeder, der den Entstehungsprozess verfolgen will, den Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen. So öffnet das Haus an allen Tagen um 15 Uhr seinen Biergarten. Zudem werden Micha und Christian das Ganze moderieren, so dass man auch die eine oder andere Frage loswerden kann. Im Internet wird es bei Facebook unter Open Arts Gera einen Livestream geben und täglich wird über den Fortschritt im Haus berichtet. Nach Beendigung der Arbeiten wird in kürzester Zeit kurz aufgeräumt, denn bereits am 13. Juli eröffnet die Manufaktur wieder komplett und ist dann nicht nur Kneipe, sondern fungiert dann auch als offene nicht gerahmte Galerie. Ab 18 Uhr wird an diesem Tag geöffnet sein und alle Freunde der Malerei-, Graffiti- und Illustrationskunst sind eingeladen, dass entstandene Kunstwerk zu betrachten. „Wir stehen für Nachhaltigkeit und so braucht sich auch keiner unserer Gäste Gedanken über die verwendeten Farben machen. Es werden nur umweltfreundliche Materialien eingesetzt, die Mensch, Tier und Umwelt nicht schaden“, erklärt Sandra bereits vorab. Wenn alle Räume besichtigt wurden, beginnt um 21 Uhr die Eröffnungsparty. Zu Gast ist hier DJ Ekko, der mit Hip Hop Beats für den nötigen Schwung durch die Nacht sorgen wird. Mit dabei ist auch die Wasserinitiative „Viva Con Agua de Sankt Pauli e.V.“, die sich dafür einsetzt, dass alle Menschen weltweit Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Aus diesem Grund wird auch ein Teil der Einnahmen des Abends an die Organisation gespendet.

( Lars Werner, 03.07.2019 )

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