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Weihnachten im Schützengraben

Krippenspiele und das wohl bekannteste Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ gehören ganz selbstverständlich zu den Weihnachtsgottesdiensten zu Heiligabend in unseren Kirchen. Kaum ein anderer Tag lockt so viele Besucher in die Gotteshäuser. Die festliche Atmosphäre, die Weihnachtslieder und die Geschichte der Geburt des Christuskindes bilden für viele Menschen die Gelegenheit zur Ruhe zu kommen, bevor in den Familien das Fest beginnt.

Die jungen Leute der Stadtkirchengemeinde Gera bereiteten für die Christvesper bereits zum zweiten Mal ein spezielles Spiel vor, das sich an der Geschichte von Weihnachten orientiert. In diesem Jahr wird das Geschehen zwischen den Frontlinien im ersten Weltkrieg in einem selbst erarbeitetem Schauspiel umgesetzt. Zur ersten Kriegsweihnacht 1914 standen sich deutsche und britische Truppen in Belgien in einem zähen Schützengrabenkampf gegenüber. Das Versprechen ihrer Kriegsherren, zu Weihnachten seien sie wieder zuhause, hatte sich nicht erfüllt. Ein Weihnachtspaket vom Deutschen Kaiser sollte die Soldaten beruhigen. Am heiligen Abend haben die Deutschen Weihnachtlieder gesungen und die kleinen Christbäume aus den Paketen aufgestellt. Die Englischen Soldaten haben mit eingestimmt und Kerzen aufgestellt. Schließlich haben die Soldaten ihre Schützengräben verlassen, sich getroffen und Geschenke ausgetauscht. Für einen Tag war tatsächlich Frieden an der Front. Diese Situation greift das szenische Spiel der jungen Gemeinde auf und verbindet sie mit fiktiven Erlebnissen, wie sie unter anderen in Feldpostbriefen geschildert wurden. Über den Inhalt sei nur soviel verraten, dass die Handlung an zwei Orten spielt und das klassische Krippenspiel, das wir alle kennen, eine wichtige Rolle spielt.

Federführend für die Geschichte waren Nina Buschendorf, Lukas Uhlig, Lucas Jetter und Pfarrer Stefan Körner. Sie sind nicht nur die Autoren, sondern übernehmen die tragenden Rollen in der szenischen Inszenierung. „Seit September arbeiten wir am Stück, haben recherchiert, Feldpostbriefe studiert und die historischen Umstände analysiert“, erklärt Stefan Körner, Pfarrer der Stadtkirchengemeinde Gera und Leiter der Jungen Gemeinde. „Die Episode des Weihnachtsfriedens an der Front hat uns nicht mehr losgelassen. Wir wollten ähnlich wie im letzten Jahr ein Stück inszenieren, das die Weihnachtsbotschaft in einer alternativen Form transportiert.“ Insgesamt 19 Mitspieler beteiligen sich an der Aufführung. Vom Kostümverleih Sieler aus Ronneburg werden Kostüme bereitgestellt, um die Situationen authentisch erscheinen lassen.

Mit der Erinnerung an das Ende des ersten Weltkrieges von 100 Jahren bekommen Krieg und Frieden eine ganz aktuelle Bedeutung. Es sei keine leichte Kost, kein beschauliches Stück zu Weihnachten, denn das Thema Krieg wird eine bestimmende Rolle spielen, gibt Stefan Körner zu bedenken. Zum einen werde die Euphorie, die nach Kriegsanbruch bei den Soldaten aller Armeen vorherrschte, thematisiert, zum anderen aber auch das Leid an der Front und der Trennungsschmerz von Frau und Kindern.

„Dennoch“, so der junge Pfarrer, „kommen die Botschaft des Frieden und Jesus als Friedefürst deutlich zum Ausdruck. Wir zeigen wie zerbrechlich der Friede ist und wie gerade zu Weihnachten die Hoffnung auf Frieden wächst.“ Den zentralen Leitgedanken bildet der Wunsch „Nie wieder Krieg“, die Sehnsucht aller Menschen auf der Erde. „In den Gesprächen der Soldaten und Daheimgebliebenen wird deutlich, wie leicht sich Menschen in Kriegsphantasien hinein ziehen lassen, sich in Gedanken über Nationalismus oder religiösem Fanatismus verlieren.

Krippenspiele in den Geraer Stadtkirchen am 24. Dezember:

St. Salvator, 15 Uhr, Klassisches Krippenspiel mit den Konfirmanden

St. Johannis, 15.30 Uhr, Musikalisches Krippenspiel nach Rudolf Mauersberger

St. Trinitatis, 16 Uhr, Weihnachten im Schützengraben

( Wolfgang Hesse, 19.12.2018 )

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