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Wie ein Phönix aus der Asche

Noch liegt ein Geruch über der Stätte, wo es vor wenigen Tagen lichterloh brannte. Verbranntes Holz und eingestützte Mauern prägen das Bild. Dennoch, so Eigentümer Maik Färber, sei seit dem 1. September schon viel passiert und eine ganze Menge an Überresten seiner Scheunen und Stallgebäude bereits abtransportiert. Die Stunde, als er von seinem Schlafzimmerfenster die Flammen aus seinen Gebäuden auflodern sah, wird er wohl nie wieder vergessen. Eigentlich sollte es die gewohnte Fütterungszeit sein, zu der sein Wecker schrillte. Jetzt verdanken Tina Schmidt und ihr Lebensgefährte diesem Klingeln ihr Leben. In nur wenigen Minuten hatte das Feuer auf alle Nebengebäude übergegriffen. Wäre zu diesem Zeitpunkt die Feuerwehr noch nicht vor Ort gewesen, so wäre auch das angrenzende Wohnhaus ein Raub der Flammen geworden und die Familie in Lebensgefahr geraten. Bis zum Montagmorgen schwelten die letzten Brandherde.

Trotz aller materiellen Schäden sind Tina Schmidt und Maik Färber erleichtert, dass alle Helfer, Retter und sie selbst diesem Feuerinferno entkommen konnten. Es grenzt fast an ein Wunder, wie das Paar geistesgegenwärtig zwei Pferde und die Hunde in Sicherheit gebracht haben. Somit ist kein Leben zu beklagen. Um Tochter Lynn Luci (2 Jahre) kümmerten sich sofort herbeigeeilte Nachbarn. „Ohne diese Soforthilfe wäre sicher Schlimmeres passiert“, gesteht Tina Schmidt. Für die 35-jährige ist der Hof ihr Lebenstraum. Mittlerweile lebt sie 14 Jahre mit ihrem Partner im Einklang mit Tieren und der Natur. Für sie bedeutet dieses Leben alles. „Ich kann nicht ohne meine Tiere sein“, sagt sie bewegt. „Maik hat dieses Anwesen von seinen Großeltern übernommen und all seine Liebe und Kraft hier hinein gesteckt. Jetzt stehen wir vor dem Nichts.“ Doch aufgeben möchte die kleine Familie nicht. Für beide ist es fast unglaublich, wie sie die Gemeinschaft in und nach der Brandnacht aufgefangen hat. Nachbarn, Freunde, Kollegen und Menschen, die einfach mit anpacken wollten, sind gekommen und helfen. „Alle begegnen uns mit ganz viel Liebe und Trost, das fängt uns gut auf und lässt uns den Mut nicht verlieren“, sagt Tina Schmidt.

„Die Ortsgemeinde ist für uns da und hilft, wo sie kann. Ortsteilbürgermeister Ralph Weidhaas ist ständig ansprechbar und hat uns eine Ausweichunterkunft angeboten.“ Zwischenzeitlich konnte die kleine Familie bei Familie Jäger, guten Freunden, unterkommen. Das Haus ist derzeit unbewohnbar, kann aber wieder instandgesetzt werden. Das verschmutzte Löschwasser ist vom Dach des angrenzenden Stallgebäudes in alle Etagen eingedrungen und hat den gesamten Hausrat vernichtet. „Wir möchten hier wohnen bleiben und wieder von vorn anfangen“, ist sich Tina Schmidt sicher und bedankt sich bei allen hilfsbereiten Menschen, die jetzt für sie da sind und für die entgegengebrachte Liebe und Fürsorge. „Wir werden für uns und unserer Tiere wieder eine Heimstatt errichten, wie, das wissen wir noch nicht, doch wir glauben fest daran, dass uns das gelingen wird.“ Eigentlich wollte die Familie gerade Urlaub machen und mal drei Tage wegfahren, doch jetzt gehört ihre ganze Kraft erst einmal ihrem Anwesen. Maik Färber arbeitet beim Tiefbau und Tina Schmidt in der Altenpflege. „Unsere Chefs und die Kollegen bemühen sich um uns, verstehen unsere Situation, geben uns Kraft und Mut“, hat Tina Schmidt festgestellt. Wie die Gemeinschaft hier zusammensteht ist für Tina Schmidt einfach unfassbar.

Für Christian Limmer, Ballon- und Feuerkünstler aus Gera, war es ganz selbstverständlich mit anzupacken. Ihn verbanden vor einiger Zeit familiäre Beziehungen mit Maik Färber. „Als ich vom Brand hörte und wusste, dass es Maik getroffen hat, war ich gerade auf dem Osterstein bei Sommer am Schloss, wo ich ja mithelfe. Wir haben kistenweise übriggebliebene Brötchen eingepackt und die habe ich als Spende für die Pferde mitgebracht.“ Seit dieser Zeit ist Christian Limmer jeden Tag auf dem Hof und hilft beim Aufräumen.

Die Gemeindeverwaltung Kraftsdorf hat ein Spendenkonto für die Familie eingerichtet. „Ganz dringend suchen wir helfende Hände, die uns bei der Beräumung helfen“, wünscht sich Tina Schmidt. Jede Spende, ob als Geld- oder Sachspende, wird dankend entgegen genommen.

Die Bankverbindung für das Konto lautet: Sparkasse Gera-Greiz IBAN: DE54 8305 0000 0014 3901 32 BIC: HELADEF1GER.

( Wolfgang Hesse, 19.09.2018 )

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