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Dreißig Jahre Großstadt Gera im Bild

Ist Gera eine Großstadt? Zumindest trug die Stadt an der Weißen Elster diesen Titel seit dem Jahre 1959. Genau zu diesem Zeitpunkt setzt das Fotobuch an, das drei Jahrzehnte der „Großstadt Gera“ in den Fokus rückt. Winfried Mann ist der Autor aller fotografischen Eindrücke in diesem Bildband. „Ich kenne Winfried Mann schon sehr lange und er ist mir bei der Recherche über Gera immer wieder begegnet“, erklärt Herausgeber Frank Rüdiger, der den Geraern als Fotograf und Verleger bestens bekannt ist. „Man findet seine Bilder in unzähligen Publikationen über Gera, doch noch nie wurden diese Fotos im Zusammenhang betrachtet.“ Winfried Mann selbst freute sich über das Angebot, konnte er doch das erste Mal selbst eine Auswahl über das bauliche und gesellschaftliche Leben seiner Heimatstadt zusammenstellen. Entstanden ist ein Buch, das auf 136 Seiten in farbigen und schwarz-weißen Motiven die Zeit der Großstadt Gera von 1960 bis zur Wende 1989 repräsentiert. Von anfangs 100.924 Menschen in den 60er Jahren stieg die Einwohnerzahl der Stadt Gera bis 1989 auf fast 135.000 an. Der Bevölkerungsknick setzte erst Anfang der 1990er Jahre mit dem Wegbrechen großer Industriezweige, wie der Textilindustrie, dem Maschinenbau und der Elektroindustrie, ein. Doch kurz davor endet die Fotodokumentation von Winfried Mann. „Viele Geraer werden Orte und Ansichten wiederfinden, die sie noch aus eigenem Erleben kennen“, ergänzt Frank Rüdiger einen weiteren Aspekt seiner Veröffentlichung. „Neben der baulichen Substanz findet man einige Alltagsszenen des Lebens in der sozialistischen Großstadt, seien es nun die Arbeiterfestspiele im Jahre 1984, der erste Mai oder das Geraer Marktleben.“ Die Fotos geben ein Abbild der weitreichenden baulichen Veränderungen der Innenstadt in den 1980er Jahren. Dabei wurden sowohl der historische Stadtkern wie auch die angrenzenden Areale teilweise grundlegend umgestaltet.

Der im Jahre 1939 geborene Winfried Mann hatte Zeit seines Leben mit der Fotografie zu tun. Schon als Kind und Jugendlicher begleitete er in der Drogerie seines Vaters die Fotoarbeiten, die hier angefertigt wurden. Daher war es folgerichtig, dass er eine dreijährige Lehre zum Fotografen absolvierte. Die Meisterschule im Fotografie Handwerk und ein Fernstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig im Fach Fotografik schlossen sich an. Sein Arbeitsleben verbrachte Winfried Mann in fotografischen Berufen. Anfangs bei der DEWAG-Werbung, arbeitete er von 1969 bis 1990 federführend als Fotograf im Büro des Bezirksarchitekten beim Bezirksbauamt Gera. Nach der Wende war er als Leiter der Abteilung Reprographie im Katasteramt Gera tätig. Gerade als Architekturfotograf konnte er die baulichen Veränderungen seiner Heimatstadt nahezu hautnah miterleben. Alle Fotos seiner damaligen Arbeitsstätte wurde nach der Auflösung des Amtes den Geraer Stadtarchiv übergeben. Parallel hat der Berufsfotograf alles für sein privates Fotoarchiv festgehalten. „Sein Blick und seine fotografische Qualität kennzeichnen alle Bilder“, erklärt Frank Rüdiger. „Er hat stets auf Linienführung geachtet, hat zur richtigen Tageszeit Licht und Schatten, sowie Zentralperspektiven bewusst eingesetzt sowie Form- und Farbe berücksichtigt.“

Die Quellen stammen hauptsächlich von Diapositiven. Dieses Bildmaterial hat in all den Jahren sehr wenig an Qualität eingebüßt. Dabei setzte Winfried Mann auch auf Planfilm und großformatige Dias, was sich in Bildschärfe und Detailtreue widerspiegelt. Der Autor lobt die hervorragende Arbeit von Frank Rüdiger. Der habe nicht nur alle Dias eingescannt und für den Druck aufbereitet, sondern er habe auch Text und Layout entworfen. „Besonders dankbar bin ich Frank Rüdiger für die Recherche zu jenen Fotos, die sich ohne Jahreszahl und Beschreibung in meiner Sammlung befanden. Nur so ließen sie sich in den Kontext der Zeitachse einfügen“, schätzt Winfried Mann.

Noch heute ist der Fotograf nie ohne Kamera unterwegs. Die Zeit seines Lebens gehört der Natur- und Porträtfotografie. Hier kann es seine künstlerischen Ambitionen ausdrücken und hat erfolgreich an nationalen und internationalen Ausstellungen teilgenommen. Das Buch, so findet Winfried Mann, ist eine schöne Zusammenfassung seiner Erinnerungen an Gera, als die Stadt das wirtschaftliches und kulturelles Oberzentrum in Ostthüringen war.

Erhältlich ist „Großstadt Gera – Eine Stadt zwischen Auf- und Umschwung“ in der Gera-Information, im Stadtmuseum, in Brendel’s Buchhandlung, in der Buchhandlung Schmitt, im Pressehaus sowie dem Ticketshop in der Heinrichsbrücke. Der Preis beträgt 22 Euro.

( Wolfgang Hesse, 28.07.2018 )

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