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Welpen sind weiße Blätter

Katrin Kramer-Genseke ist auf den Hund gekommen. Nach knapp 25 Jahren Tätigkeit im Bankgeschäft, räumte sie ihren Schreibtisch und erfand sich neu. „Vor vier Jahren erkannte ich, dass ich für meine weitere Gesunderhaltung mein Leben ändern muss”, so sagt sie selbst. Sie kündigte ihren sicheren Posten, unterstützte ihren Mann in der Kanzlei halbtags und hatte nun Zeit, sich einen Hund anzuschaffen. Lotta, eine italienische Jagdhundmischlingsdame, fand bei Katrin Kramer-Genseke ein neues Zuhause. Mit Lotta ist sie in die Welt der Hunde eingestiegen. Die Leidenschaft hat sie gepackt, sodass sie im Oktober 2016 eine Ausbildung zum Hundetrainer begann. Binnen 18 Monaten, im Blockunterricht, mit unterschiedlichen Referenten erlernte sie das Handwerkszeug. „Eine Referentin war die norwegische Hundetrainerin Turid Lillegul Ragaas. Sie ist international tätig und seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sie sich hauptberuflich mit den Vierbeinern. Sie beobachtet die Hunde und deren Körpersprache. Denn unsere felligen Freunde sind wahre Meister der Körpersprache und dem Grunde nach Konfliktvermeider. Beschwichtigungssignale sind nach Rugaas Bestandteile der Kommunikation unter Hunden, die gezielt zum Vorbeugen von Konflikten eingesetzt werden. Eine Vielzahl dieser Signale nehmen wir als Mensch gar nicht wahr. Rugaas geht davon aus, dass die Signale Bedrohungen und Probleme vermeiden sollen, aber auch von den Hunden zur eigenen Beruhigung eingesetzt werden”, bringt es die junge Hundetrainerin auf den Punkt. Um dieses Wissen reicher und als Jahrgangsbeste will Katrin Kramer-Genseke nun hier in Gera und Umgebung Hundebesitzern bei der Kommunikation und Erziehung unterstützend zur Seite stehen.

Seit Mai diesen Jahres ist sie mit ihrer mobilen Hundeschule „Kat & Dogs” unterwegs. „Achtsam, individuell, modern”, mit diesen Skills will sie ein entspanntes Zusammenleben von Mensch und Tier erreichen. „Für mich ist Hundeerziehung mehr als nur ‚Sitz‘ und ‚Platz‘. Ich arbeite nicht nur am Hund, sondern auch am Besitzer. Er soll verstehen lernen, seinen Hund zu lesen. Es ist auch wichtig, bevor man sich einen Hund anschafft, zu wissen, welcher Gefährte zu einem passt. Ein persönliches Erstgespräch und eine Anamnese des Hundes sind wichtige Grundpfeiler für eine erfolgreiche Zusammenarbeit”, erklärt sie. Neben der klassischen Welpenschule bietet Katrin Kramer-Genseke Einzel- und Gruppentrainings an.

Wenngleich ein Hund bis zu 18 Stunden Schlaf braucht, will er in der restlichen Zeit intelligent gefördert werden. „Hunde sind wahre Nasenkünstler. Sie verfügen über einen phänomenalen Geruchssinn, den es zu fördern gilt”, weiß die Hundetrainerin. Aus diesem Grund bietet sie auch spezielle Fährtentrainings an. „Fährtentraining ist Kopfarbeit und damit die artgerechte Beschäftigung des Hundes.”

Für artgerecht empfindet Katrin Kramer-Genseke auch die tierische Ernährung des Hundes. Obwohl sie als aktive Tierschützerin auch lieber sehen wollen würde, dass kein Tier das andere frisst, braucht der Hund aufgrund des Aufbaus seines Organismus tierisches Eiweiß. „Der kurze Darmtrakt des Hundes ist nicht wie z.B. bei einer Kuh, die über einen deutlich längeren Darm verfügt, auf eine rein vegetarische Ernährung ausgerichtet. Wichtig ist immer, die Gesundheit des Tieres im Blick zu haben und darauf aufbauend sollte die Ernährung sein. Ich persönlich befürworte das Barfen, also das Reichen von rohem Fleisch.” Katrin Kramer-Genseke macht aus der Ernährung keine Religion, sie füttert nach ihrem Bauchgefühl und wiegt nicht alles mit der Küchenwaage ab. Sie achtet auf eine sehr natürliche Ernährung und dabei kommt für sie Trockenfutter eben nicht in Frage. „Hunde haben sich bei uns Menschen domestiziert, indem sie die Küchenabfälle gefressen haben und diese waren eben nicht trocken. Gutes Essen ist für das Wohlbefinden und die Gesunderhaltung des Hundes genauso wichtig, wie für uns Menchen”, betont sie.

Katrin Kramer-Genseke ist Mitglied im Tierschutzverein Gera und Umgebung e.V. Zu ihrer Geschäftseröffnung bat sie ihre Gäste auf Präsente zu verzichten und stattdessen die Arbeit des Tierschutzvereins zu unterstützen. 200 Euro spendete sie dem Verein. Dieses Geld fließt in das Projekt – die Rehkitzrettung (wir berichteten). www.kat-dogs.de

( Fanny Zölsmann, 21.07.2018 )

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