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"Jo etvagyat!" heißt ungarisch soviel wie "Guten Appetit"!

Der Holländer Timotheus Swagemakers hat als Direktor des Geraer Hotels Courtyard by Marriott, wie er versicherte, gern internationales Personal. Das sei ein Gewinn für jedes Hotel. Es könne sich im Speisenangebot oder auch im kundenfreundlichen Service widerspiegeln. Dieser Tage betätigte sich "General Manager" Swagemakers als Sponsor. Er betreute, beherbergte und versorgte einige junge Leute aus Ungarn, die zu einem dreiwöchigen Praktikum in Gera weilten. Im Gegenzug absolvierten zur gleichen Zeit Ostthüringer Lehrlinge ein Praktikum in Ostungarn.

Die Komitatshauptstadt Szolnok (inmitten der Puszta gelegen) hatte zwölf ihrer besten Lehrlinge aus verschiedenen Fachmittelschulen nach Gera geschickt. Dazu muss man wissen, dass das duale Ausbildungssystem, wie wir es in der Symbiose von Theorie und Praxis (Berufsschule und Lehrbetrieb) kennen, in Ungarn kaum bekannt ist. Schüler besuchen eine vierjährige Fachmittelschule, können das Abitur machen und dann noch Facharbeiter erlernen. Das ist grob vergleichbar mit dem zu DDR-Zeiten üblichen "Facharbeiter mit Abitur".

Nun waren die Auserwählten, künftige Köche und Kaufleute des Einzelhandels, zu uns gekommen, um ein Praktikum in Hotels, Kaufmärkten und Schulen zu absolvieren. Die jungen Koch-Azubis sahen sich in den Hotels Courtyard by Marriott, Am Galgenberg und Dorint um. Bald lernten sie, dass man nicht "Jo etvagyat!" sagt, sondern auf Deutsch "Guten Appetit!".
Die Einzelhandels-Lehrlinge wurden vom Bildungszentrum des Thüringer Handels Gera betreut. Das Praktikum erfolgte in Handels-einrichtungen (z.B. Netto-Markt oder Voegele in den Gera Arcaden). Und es wurde für mehrere Tage eine Berufsschule besucht.
Neues Gera sprach mit den künftigen Handelsdamen Monika Mezei und Annamaria Kun. Sie bestätigten: Das Praktikum war für uns eine gute Möglichkeit, fachlich dazuzulernen und etwas Deutsch zu üben. Wir haben uns in Gera wohl gefühlt und würden gern wiederkommen.
Ermöglicht wurde das Praktikum durch das europaweite Austauschprojekt "Leonardo", das vorerst bis 2006 läuft. In unserem Falle war Organisator die Ostthüringer IHK. Grundlage bildet eine Partnerschaft mit der IHK Szolnok, die schon seit 1998 besteht. In diesem Jahr fand bereits der 7. Lehrlingsaustausch statt. Solche Austauschprojekte gibt es schon seit 1995 und zwar mit einer österreichischen Wirtschaftskammer. Ostthüringer Köche und Restaurantfachleute erhalten dadurch die Chance, sich in gastronomischen Einrichtungen der Region Vorarlberg weiterzubilden. Das nächste derartige Programm soll im September 2004 bis März 2005 jeweils für drei Wochen je Teilnehmer starten.

Wie die Pressesprecherin Evelin Barth mitteilte, plane die Kammer die Erweiterung der Kontakte auch in gewerblich-technischen Berufen, beispielsweise nach Frankreich und England. Natürlich soll auch die EU-Osterweiterung genutzt werden, um die neuen Möglichkeiten für Auslandspraktika zu erschließen. So wächst auch auf diesem Gebiet zusammen, was zusammen gehört.

( Harald Baumann, 02.04.2004 )

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