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Die Zukunft zum Wohle der Menschen mitgestalten

Seit dem 2. Januar 2018 beendet der 48-jährige Jan Förster die Vakanz des Chefpostens bei der Lebenshilfe in Gera. Er ist Vorsitzender des Vorstandes der Lebenshilfe Gera e.V. und gleichzeitig Geschäftsführer der Tochterunternehmen. Das sind die Lebenshilfe Werkstätten Gera gGmbH, die Lebenshilfe Schulen gGmbH und die Lebenshilfe Grünanlagen + Service gGmbH. Neues Gera hat Jan Förster getroffen, um mehr über ihn und seine Pläne für die Lebenshilfe in Gera zu erfahren.

Herr Förster, Sie haben bereits im Vorfeld der neuen Aufgabe Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt, welche sind das?

Ich habe umfangreiche Kenntnisse in der Sozialwirtschaft, habe angefangen in Berlin in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen zu arbeiten und dort einen Bereich Öffentlichkeitsarbeit mit Behinderten aufgebaut. Mit den behinderten Menschen haben alle Printmedien wir für einen großen Träger in Berlin erstellt, wobei der Schwerpunkt darin bestand, dass die Menschen mit professionellen Layout Programmen arbeiten. Zuletzt habe ich als Sozialinformatiker gearbeitet. Hierbei werden Effizienz und Optimierung von Prozessen abgebildet und auf die Belange der Sozialwirtschaft angepasst. Gerade im Bereich der Dienstleitungen ist die Lebenshilfe Gera ein schönes Beispiel. Die unterschiedlichen Zielsetzungen der Bereiche werden in der Regel in Datenbanken verwaltet. Ich habe hier eine sehr gute Basis vorgefunden. Mein Ziel ist es, ein Wissensmanagement im Unternehmen zu schaffen, das allen Mitarbeitern zugänglich ist.

Was werden ihre ersten Aufgaben jetzt sein?

Ich werde in den nächsten Tagen und Wochen die Prozesse und die Strukturen hier in Gera ausführlich kennenlernen, die einzelnen Bereiche besuchen und mit den Kollegen sprechen. Wichtig ist es mir, dass ich mit allen Kollegen an den Standorten ins Gespräch komme, dass sie mich einmal persönlich sehen, um sich ein Bild machen können. Als Schwerpunkt im Februar werde ich mich mit den internen Strukturen beschäftigen, die Prozesse und die Rahmenbedingungen anschauen. Dabei hilft mir die langjährige Berufserfahrung. Gibt es Dinge, die positiv weiterentwickelt werden können, oder gibt es Sachen die langfristig perspektivisch verändert werden müssen? Das gilt es zu bedenken. Generell ist es mir wichtig, mit den Kollegen zusammenzuarbeiten. Ich finde es wichtig, dass wir auf Augenhöhe miteinander kommunizieren. Die Fachleute vor Ort wissen am Besten, was sie brauchen. Es gilt hierbei, die ganzen Synergieeffekte auszuschöpfen. Ein schönes Beispiel ist hier das Thema Bildung bei der Lebenshilfe. Die Erfahrungen könnten in den einzelnen Strukturen übernommen werden oder zumindest als Grundlage dienen.

Warum hat es so lange gedauert, bis die Führungsstelle bei der Lebenshilfe wieder besetzt wurde?

Die Gründe für die Ablösung meiner Vorgängerin kenne ich selbst nicht. Die Personalstellen wurden zwischenzeitlich durch Frau Britta Rietz besetzt, wobei klar war, dass dies nur eine Übergangslösung ist. Da dem Präsidium der Lebenshilfe Gera die Tragweite bewusst war, eine Person für diese Aufgaben, richtungweisend für den Träger und langfristig zu berufen, gab es ein sehr ausführliches Bewerbungsverfahren. Die Zusammenarbeit mit Britte Rietz ist für mich sehr wichtig, weil sie seit 25 Jahren für die Lebenshilfe Gera in den unterschiedlichsten Positionen tätig war. Sie verfügt über Erfahrung und Fachkompetenz. Dem wird durch die derzeitigen Funktionen, die Britte Rietz jetzt einnimmt, Rechnung getragen. Sie ist im geschäftsführenden Vorstand meine Stellvertreterin. In den Tochtergesellschaften obliegt ihr die Einzelprokura. So werden wir als Tandem gemeinschaftlich Handeln.

Können Sie bitte einmal die Aufgaben des Vereins und der einzelnen Tochtergesellschaften umreißen?

Dem eingetragen Verein sind die Wohnhäuser und die Wohnheime der Lebenshilfe zugeordnet. Hier betreuen wir derzeit 126 Menschen. Dazu gehören weiterhin die beiden integrativen Kindertagestätten „Sonnenkäfer“ und „Kinderkiste“, wo im Moment 183 Kinder betreut werden. In der interdisziplinären Frühförderung haben wir derzeit 126 Kinder in der Betreuung. Zur Lebenshilfe Werkstätten Gera gGmbH gehören drei Werkstattstandorte und die Einrichtungen in Aga. Insgesamt 538 Mitarbeiter sind beschäftigt. Hier arbeiten Menschen mit geistiger Behinderung und seelischen Erkrankungen. Die Lebenshilfe Schulen Gera gGmbH bietet Unterricht zur individuellen Lebensbewältigung. Hier sind derzeit 113 Plätze belegt. Weiterhin gehört die Lebenshilfe Grünanlagen + Service gGmbH zu unseren Verbund. Dies ist ein Integrationsbetrieb und beschäftigt zu gleichen Teilen Menschen mit und ohne Behinderung. Die Mitarbeiter haben sich hauptsächlich auf die Pflege des ehemaligen BUGA-Geländes, insbesondere dem Geraer Hofwiesenpark spezialisiert.

Gibt es Pläne für die Lebenshilfe in der nächsten Zeit?

Es gibt Pläne, die weiterverfolgt werden, die ich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht benennen kann. Die Erfahrungswerte, die ich habe, werde ich in die Teamarbeit einbringen. Es ist für mich auch wichtig, erst einmal mit den Gremien, wie dem Konzernbetriebsrat und dem Werkstattrat zu sprechen. Wichtig ist es durch einen regen Austausch gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten.

Wie sind Sie hier im Kollegenkreis aufgenommen worden?

Ich bin von vorn herein mit Offenheit und Neugierde nach Gera gekommen. Was ich wahrgenommen habe sind unwahrscheinlich engagierte Kollegen, mitdenkende und kreative Kollegen, die mir gegenüber sehr große Offenheit und die Bereitschaft, zusammenzuarbeiten, zum Ausdruck brachten. Es hat mich sehr gefreut, dass ich solch eine Kultur des Miteinanders hier vorgefunden habe.

Sind Sie auch persönlich in Gera angekommen?

Ja sehr gut. Ich bin Familienvater von drei Töchtern, zwei davon sind Pflegekinder. Wir wohnen jetzt in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums, also wir haben kurze Wege. Die Stadt gefällt mir sehr gut, auch wenn ich in den letzten Wochen noch nicht allzu viel davon kennengelernt habe. Die beiden kleinen Töchter sind zwölf und sechs und freuen sich auf Schnee, denn in Ostfriesland, wo wir zuvor wohnten, war das ja eher selten der Fall. Meine Arbeitstage sind derzeit lang, das ist aber auch notwendig. Wir befinden uns als Familie eben noch in der Eingewöhnungszeit am neuen Zuhause.

Das Gespräch führte Wolfgang Hesse.

( 27.01.2018 )

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