Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Gleichberechtigung, ja – Gleichstellung?!

„Christiane Neudert war in ihrer Zeit als Dezernentin für Soziales in Gera immer eine gute Ansprechpartnerin für die Belange des Vereins. Sie hat über Jahre mitgesorgt, dass das Frauenkommunikationszentrum des dfb den Bürgern und Bürgerinnen erhalten bleibt”, mit diesen Worten würdigt Petra Meyenberg, Leiterin des Frauenkommunikationszentrums des Deutschen Frauenbundes in der Heinrichstraße 38 das Engagement von Christiane Neudert. Anlässlich „70 Jahre Frauenbund” läuft aktuell eine Erzählcafé-Reihe mit Menschen, die maßgeblich den Frauenbund gegründet, gefördert, unterstützt oder in selbigen gewirkt haben. Angefangen mit Siegrun Fischer und Brigitte Triems, Bundeshauptvorstand dfb (wir berichteten), reiht sich nun Christiane Neudert als Dritte in den Bund.

Vielen ist oder sollte sie als Sozialdezernentin der Stadt noch bekannt sein. 2001 bewarb sie sich auf diesen Posten, zu dieser Zeit noch als Abgeordnete der Linken seite 1994 im Landtag sitzend, für die finanzpolitischen Belange sprechend und den Haushalts- und Finanzausschuss führend. „Zeitgleich hatte ich auch noch den Vorsitz bei der Volkssolidarität und pflegte stets den Kontakt zum Frauenbund. Ich kannte deren Ziele und unterstützte wo und wie ich nur konnte”, erzählt sie aus ihrer eigenen Historie.

Christiane Neudert ist die älteste von fünf Geschwistern. Mit der Geburt der jüngsten Tochter erkrankt die Mutter schwer. Ihr Vater stand vor der Wahl – Heim oder alle packen mit an. Christiane Neudert war elfeinhalb Jahre alt. Fortan übernahm sie für lange Zeit die Mutterrolle, neben ihrer eigenen Schule, den Hausaufgaben, der Freizeitgestaltung. „Einkauf, Wäsche, Haushalt, Stullen schmieren, die Jüngeren bettfertig machen – einfach Mama sein. Ich lernte früh, was es bedeutet Arbeit, Alltag und Beruf unter einen Hut zu bekommen. So konnte ich auch viel leichter und früher nachvollziehen, welche Rolle die Frau in unserer Gesellschaft einnimmt”, bewertet sie und betont, dass heute zwar in vielen Bereichen eine Gleichberechtigung herrscht, aber von einer Gleichstellung noch nicht die Rede sein kann.

Als studierte Ökonomin der Politik arbeitete sie an den Universitäten von Jena und Leipzig. Mit ihrem Mann zog sie 1978 nach Gera und erhielt einen Posten in der Abteilung Wirtschaftspolitik bei der Kreisleitung der SED. Ein Jahr später wurde sie Frauenkommissionsvorsitzende der SED-Kreisleitung, hier war auch der Demokratische Frauenbund Deutschlands (DFD) vertreten. Zeitgleich studierte sie postgradual Soziologie. 1983 wurde sie Mitglied des DFD. Als berufstätige Mutter in leitender Funktion hoffte sie darauf, dass auch ihr Ehemann, ebenfalls in leitender Funktion, bei Krankheit der Kinder mal zu Hause bleiben könne. „Dies fand kein Gehör, eher wurde ich schief angeguckt, dass der Mann statt die Frau zu Hause blieb. Mein Ausweg, um mich um meine Kinder kümmern zu können, eine Anstellung mit geregelteren Zeiten. So arbeitete ich bis zur Wende bei der Bezirkstelle für Statistik.”

Am 2. Januar feierte Christiane Neudert ihren 66. Geburtstag. Wie sie bis heute aktiv mitwirkt, erfahren Interessierte ab 24. Januar, im Mitschnitt des Erzählcafés im regionalen Fernsehsenders „labor14”, ehemals Offener Kanal. „Bisher erfuhren wir drei sehr beeindruckende Lebensläufe von starken, engagierten Frauen und es geht weiter”, freut sich Petra Meyenberg auf das vierte Erzählcafé am 5. Februar, 14.30 Uhr, mit Monika Hofmann, im Frauenkommunikationszentrum des dfb. 

( Fanny Zölsmann, 13.01.2018 )

zurück