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Schlaflosigkeit in Gera

Die Geraer sind häufiger krank als in anderen Städten Thüringens, und sie schlafen auch schlecht. Das ergibt der Gesundheitsreport der DAK Gesundheit. Danach ist der Krankenstand in Gera gegenüber 2016 in diesem Jahr um 0,6 Prozent auf 5,6 Prozent gestiegen, während er in Thüringen bei 5 Prozent liegt und der Bundesdurchschnitt sogar bei 3,9 Prozent. „Natürlich wird auch nach den Ursachen geforscht”, versicherte Ullrich Penner, stellvertretender Leiter des DAK-Servicezentrums Gera. Dabei wird aufgeschlüsselt, welche Erkrankungsgruppen die meisten Fehltage verursachten. Im Vergleich zu 2015 haben in unserer Stadt die psychischen Erkrankungen deutlich zugenommen und zwar um 91 Prozent. Mehr Fehltage wegen Kreislauferkrankungen und bösartigen Tumoren sind ebenfalls im Anstieg. Hinzu kommt eine großer Anzahl von Fehltagen durch die Erkrankung des Muskel-Skelett-Systems und der Atmungsorgane. „Bei fast allen Krankheitsarten nimmt Gera im Vergleich zum Landesdurchschnitt die Spitze ein”, stellte Ullrich Penner fest. Insgesamt seien 5,3 Prozent der Erkrankungsfälle für 50,4 Prozent der Fehltage verantwortlich.
Die gesammelten Daten des Gesundheitsreports sollten nun auch von den Politikern ausgewertet werden. Hier käme die Ursachenforschung, die ohnehin schwierig sei, ins Spiel, meinte der DAK-Erxperte. Arbeitslosigkeit, Altersdurchschnitt, schwierige Arbeitsverhältnisse und andere Möglichkeiten, führte Ullrich Penner ins Feld.
Die DAK-Erhebungen befassen sich auch des weiteren mit dem Schlafen und stellt fest: Thüringen schläft schlecht. „Vor acht Jahren haben wir dieses Thema schon einmal behandelt”, blickte Ullrich Penner zurück. Das Ergebnis sei alarmierend. Die Schlafstörungen (Insomnien) haben sich gegenüber 2009 mehr als verdoppelt. Fast die Hälfte der Bevölkerung leidet darunter.
Dr. Sven Rostig, der das Schlaflabor im SRH Wald-Klinikum Gera leitet, hat den besten Einblick und kann das nur bestätigen. Rund 500 Fälle im Jahr werden in der medizinischen Einrichtung behandelt. Vier Messplätze stehen zur Verfügung. „Etwa 88 Erkrankungen als Ursache für einen gestörten Schlaf werden aufgeführt”, erläuterte er. Dazu gehören Schlafwandeln, Atmungsstörungen, Schlafverhaltensstörungen, Depressionen, Herz-Rhythmus-Störungen, unruhige Beine u.a. zählte er auf. Das Gebiet sei groß und vielfältig. „Die Schlafmedizin hat sich entwickelt, aber es fehlt an guter ärztlicher Versorgung”, sagte der Mediziner. Im Schlaflabor könnten nur zehn Patienten in einer Woche behandelt werden. Das bedeutet ein halbes Jahr Wartezeit. Schlafmedizin müsse auch mehr in den ambulanten Sektor rücken. „Eindeutig sind wir hier in Thüringen unterversorgt, verschiedene wirksame Mittel würden von den Kassen aus Kostengründen nicht übernommen und können nicht verordnet werden”, kritisiert Dr. Rostig.
Bei der Diagnose Schlafstörungen werden auch die mögliche Ursache und die Risikofaktoren ermittelt. Von der Einnahme von Schlafmitteln rät der Facharzt ab, statt dessen führt er Entspannungstechniken und bestimmte Schlafrituale auf. Auch die DAK interessiert es, womit sich die Versicherten vor dem Schlafen beschäftigen und welche ärztliche Hilfe sie in Anspruch nehmen, betonte Ullrich Penner und verwies auf die Schlafhotline der DAK ( (040) 325 325 805, bei der Fachärzte und Medizinexperten um das Thema Schlaf und Störungen rund um die Uhr beraten.

( Helga Schubert, 16.12.2017 )

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