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Gibt es eine Zukunft für Ferbersches Haus?

Seit Wochen kocht die Gerüchteküche um den Verkauf des Ferberschen Hauses. Anzeichen hierfür waren Besuche von Personen, die angaben, das Objekt erwerben zu wollen. Befeuert wurde das Ganze von der GWB „Elstertal”, die von einem Investor sprach, der bereits unterschrieben habe. Die Stadt, die mit 25,1 Prozent an der GWB beteiligt ist, schwieg indes über die Gerüchte. Dem Förderverein des Hauses schlägt dies auf den Magen, denn man sieht Haus und Museum in Gefahr. Deshalb organisierte man eine Podiumsdiskussion an der sich Vertreter von Land, Stadt und Museumsverband beteiligten. Das Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt, denn auch viele Anwohner wollten sich informieren. Mehrmals machte der Verein klar, dass das Haus eine Schenkung war und festgelegt wurde, dass hier Kunst und Kultur ansässig werden und bleiben sollen. Zudem prangerte man an, dass es keinerlei Kommunikation zwischen Stadt und den vielen ehrenamtlichen Kulturschaffenden gibt. „Wenn das Haus verkauft wird, wissen wir nicht wie es weiter geht. Gesichert ist das Museum nur, wenn es Händen der Stadt bleibt. Wir wissen nicht was ein Investor vor hat und da ist es uns zu gefährlich, weiter Geld und Zeit zu investieren. Deshalb brauchen wir Klarheit und Lösungen“, erklärt Sigrid Müller, Vorsitzende des Fördervereines. Das man diese herbeiführen möchte, ist auch Eva-Maria Mariassy vom Thüringer Museumsverband klar, die fordert das miteinander geredet werden muss, sich der Investor zu erkennen gibt und klar macht, wie er sich die Zukunft des Hauses beim Kauf vorstellt. „Ein Bekenntnis der Stadt ist wichtig. Wenn ein Museum gut läuft, lobt die öffentliche Seite dies gern. Erst wenn es schlecht läuft, zeigt sich wie diese dazu steht“, so Mariassy weiter. Diesem schließt sich auch Dr. Claudia Tittel an, die mit ihrem Mann die Häselburg zum Kulturzentrum ausbaut und mit MaK eng verbunden ist. Sie prangert an, dass das Haus eine öffentliche Institution mit unschätzbarem Wert ist. „Jetzt soll es sang- und klanglos verkauft werden, was nicht im Sinne der Stadt sein kann. Man hätte es auch nicht an die GWB geben dürfen und vor der Insolvenz darauf achten müssen, solche Schätze zu übernehmen“, so Tittel. Auch Elke Harjes Ecker von der Thüringer Staatskanzlei stimmt in die Diskussion ein und macht klar, dass das Land hier nicht eingreifen kann, man aber mit der Stadt im Gespräch steht. Man will, dass das Museum erhalten bleibe, es jedoch bei der großen Dichte in Thüringen immer schwieriger wird, alle zu halten. Abhilfe sollen größere Investitionen bringen, die im kommenden Jahr noch einmal erhöht werden. Viel Zorn gab es an diesem Abend für Uwe Müller, dem Fachdienstleiter für Presse, Marketing, Kultur und Sport. Er erklärte, dass sich die OB zum Museum und zum Standort bekennt. Zudem stellte er klar, dass das Schlüsseldatum im Jahr 2002 liegt. Hier stimmte der Stadtrat mit großer Mehrheit für den Verkauf der Häuser an die GWB zu. Großes Staunen und weitere Fragezeichen setzte Müller mit der Aussage, dass das Haus nicht verkauft ist und man das auf dem Tisch liegende genau prüfe. „Wir sind nicht der Verkäufer und können daher auch nicht über Namen und weitere Details reden“, erklärt Müller. Er verstehe die Situation des Fördervereines und versichert, dass die Stadt hinter diesem steht. „Das Land redet von höheren Investitionen in die Kultur, zwingt uns aber bei der finanziellen Situation zu weiteren Einsparungen. Wie Harjes Ecker selbst sagt, wenn wir mehr investieren gibt es mehr Fördermittel. Auf der anderen Seite bekommen wir vom Land Fragen, in denen es um freiwillige Leistungen geht und ob man hier durch vorzeitige Auflösung nicht noch mehr sparen könne“, berichtet Müller weiter.

Auf Nachfrage unserer Zeitung Neues Gera bei der GWB „Elstertal” erhielten wir auf die Frage, ob das Ferbersche Haus verkauft sei oder nicht, folgende Antwort: „Neben dem Schloß Osterstein (Besitz-, Nutzen- und Lastenwechel bereits erfolgt) hat die GWB auch das Ferbersche Haus und das Parkhaus Nikolaiberg (beide Gebäude aktuell im notariellen Vollzug der abgeschlossenen Kaufverträge) verkauft.”

Anscheinend hatte diese Information den Einladenden zur Podiumsdiskussion nicht vorgelegen. 

( Lars Werner, 09.12.2017 )

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