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Wiesestraße wird zur großen Baustelle

Seit einigen Jahren ist klar, dass die Wiesestraße einer Komplettsanierung unterzogen werden muss. Das liegt zum einen an den Gleisanlagen, die erneuert werden müssen, aber auch an den Trinkwasserleitungen und Abwasserkanälen. Diese liegen seit fast 100 Jahren im Untergrund, sind marode und undicht und sorgen schon länger für zahlreiche Probleme beim Straßenbahnverkehr und an den Hausanschlüssen.

Bereits seit 2013 liegt eine Baugenehmigung vor und wenn es nach der Geraer Verkehrs- und Betriebsgesellschaft GmbH (GVB) geht, soll im Frühjahr 2018 die Sanierung der Straße beginnen. „Wir wissen, dass der Bau für alle eine Belastung wird, aber die Sanierung ist nicht nur bei den Gleisen unumgänglich“, erklärt GVB-Geschäftsführer Thorsten Rühle bei der Informationsveranstaltung für Anwohner und Gewerbetreibende.

Nach jetzigem Planungsstand soll es im April losgehen. Geplant ist dabei, dass von der Spielwiese bis zur Arminiusstraße in drei Abschnitten gebaut wird. Dabei werden die Bauabschnitte eins und drei zur gleichen Zeit begonnen und sollen, wenn möglich, bis Ende 2018 fertig gestellt werden. Bauabschnitt zwei, folgt dann im Jahr 2019, so dass das gesamte Teilstück nach jetziger Aussage Mitte Dezember 2019 übergeben werden kann. Gebaut wird in der rund 15 Meter breiten Straße von Hauswand zu Hauswand und neben den 750 Metern Gleisanlagen werden Abwasseranal, Trinkwasserleitung, Energieversorgungsleitungen, Telefon- und Internetleitungen, Straßenbahnstrom, Straßenbeleuchtung, Haltestellen sowie Gehwege und Parkstreifen ebenfalls neu gestaltet. Während des Baus ist geplant, dass die Straßenbahn einseitig verkehrt und alle Haltestellen bedient. Ansonsten ist die Straße für jeglichen Verkehr voll gesperrt und nur für Rettungsdienst und Feuerwehr befahrbar. „Wir wissen, dass der Bau viele Unannehmlichkeiten mit sich bringt. Deshalb sind Planung, Vorbereitung und Durchführung auch sehr anspruchsvoll. Wir haben vor und während des Baus immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Betroffenen“, erklärt Norbert Reinholdt, Projektplaner der GVB während der Vorstellung der Baupläne. So ist dafür gesorgt, dass die Müllentsorgung während der Bauphase wie gewohnt funktioniert und auch bei der Parkplatzproblematik will man mit Behelfsparkplätzen Abhilfe schaffen. Zudem sollen die angrenzenden Straßen, die während des Baus zur Sackgasse werden, zur Be- und Entladung genutzt werden können und auch zwecks Umleitungen hat man sich einige Gedanken gemacht. So sollen die Kreuzungen Rudolf-Diener-Straße und Heinrich-Heine-Straße sowie Alexander-Straße und Darwinstraße auch während des Baus befahrbar sein.

Für die Komplettsanierung sind knapp elf Millionen Euro vorgesehen, wobei man Preissteigerungen bereits mit eingeplant hat. 2,075 Millionen Euro kommen dabei als Eigenmittel von der GVB, mit 1,398 Millionen Euro beteiligt sich die Stadt über Fördermittel des kommunalen Straßenbaus am Projekt und 2,463 Millionen Euro kommen von den Versorgungsträgern. Die restliche Summe, immerhin über fünf Millionen Euro sollen über Fördermittel finanziert werden. Diese sind beantragt, jedoch wird nicht vor März 2018 mit dem Zuwendungsbescheid gerechnet. Von diesem Bescheid hängt nun ab, ob der Bau auch im April 2018 beginnen kann.

Kritik und Schwierigkeiten sehen Anwohner und Gewerbetreibende bei der Länge der Bauabschnitte. Auch wenn Seitenstraßen zur Anlieferung genutzt werden können, weiß keiner wie das bei großen und schweren Lieferungen funktionieren soll. Zudem gibt es Bedenken, dass alle Geschäfte dauerhaft für die Kundschaft erreichbar sein werden. Auch die Schule in der Fröbelstraße meldet Bedenken bei der Umleitung an, denn diese führt an der Schule vorbei, wo der Verkehr schon jetzt das Schulleben beeinflusst. So hat man hier die Befürchtung, dass erhöhter Lärm und Dreck dafür sorgen werden, dass die Fenster während der Bauphase nicht mehr geöffnet werden können und das immerhin fast zwei Jahre lang.

Kritik wurde laut, dass zur Infoveranstaltung kein Vertreter der Stadt anwesend war und man somit niemand zu den Straßenausbaubeiträgen aussagen konnte. Die GVB erhebt keine, aber was die Stadt macht, wisse man auch bei den Verkehrsbetrieben nicht.

( Lars Werner, 25.11.2017 )

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