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In Aga dreht sich der Wind gegen die Windkraft

Eigentlich scheint alles klar zu sein. Bürger aus Aga, Hain, Gera-Hermsdorf, Giebelroth, Schellbach, Lonzig, Heuckewalde sind sich einig, machen Wind gegen die beabsichtigte Errichtung von sechs Windkraftanlagen in Großaga.

Heidi Rößler, Cornelia Gläser und Harald Tscherner vom Verein Pro Milan hatten zu einer Informationsveranstaltung in das Feuerwehrgerätehaus in Kleinaga eingeladen. Hintergrund war die bevorstehende Erörterung aller frist- und formgerechten Einwände am Dienstag, 28. November, ab 9 Uhr im Rathaussaal.

270 Einwände gegen das Vorhaben der Tevaro GmbH liegen der Stadt vor, 264 gültige Einwände wurden mit dem Vorhabenträger ausgewertet, überarbeitet und nachgereicht.

Die Initiatoren der Veranstaltung hofft nun darauf, dass viele Bürger, die ihre Ablehnung schriftlich bekundet hatten, während dieser Erörterung ihren Einwänden mehr Nachdruck verleihen und mit weiteren konkreten Argumenten inhaltlich untermauern.

Aufmerksam verfolgten die weit über 100 Bürger den Ausführungen von Diplomphysiker Dieter Böhme und Harald Scheidig. Nicht das man generell gegen Windkraft ist, nur nicht an den geplanten Stellen, darin waren sich auch die Gegner einig.

Im Gegenteil, den Windkraftgegner geht es um handfeste Einwände. Mit der Errichtung der sechs Windkrafträder sehen sie die Natur sowie ihre eigene Gesundheit gefährdet. Sie sehen eine Beeinträchtigung für die Tiervielfalt, darunter vor allem die Gefahren für die Rotmilan-Horste. Bedenken werden hinsichtlich einer möglichen Gesundheitsschädigung geäußert, ausgelöst durch die Akkumulation der Effekte Schall, Lärm, Schlagschatten, Blitzlicht und optische Bedrängungen.

Es sind aber nicht nur die Einwohner, die die geplante Errichtung der Windkrafträder, allein schon wegen der zu geringen Entfernung zu ihren Wohnhäusern kritisch beäugen. Vermutet wird, dass die Windkraftanlage auch Auswirkungen auf die Internatsschüler der Handwerkskammer sowie auf die Mitarbeiter des Biohofes haben.

Bezweifelt von ihnen wird auch die Effektivität der Windkraft und so herrscht auch Unverständnis darüber, dass der Bürger inzwischen dafür bezahlt, dass es ihm schlecht geht. Dabei wurde einst versprochen, dass die Energiewende ohne Zielkonflikt umgesetzt wird. Erinnert wurde auch an die Aussage von Jürgen Trittin aus dem Jahre 2004, damals noch Grünen-Chef, dass die Förderung der Erneuerbaren Energie dem deutschen Durchschnittshaushalt monatlich nicht mehr als eine Kugel Eis kosten wird. Die Realität sah damals schon anders aus und stellt sich heute nicht viel besser dar. Im Gegenteil, die Kosten haben sich sprunghaft erhöht. So werden derzeit in Deutschland 12,8 Prozent des Stroms durch Windkraft erzeugt. Es bräuchte aber hunderttausende Windräder mehr, um diesen Anteil auf die Hälfte zu erhöhen, erklärte Dieter Böhme und verweist auf auftretende Stromspannungsschwankungen sowie auf höhere Kosten beim Stromnetzausbau.

Andererseits weiß man um die Verlockungen, denn die Pachteinnahmen sind nicht ohne und so hoffen die Windkraftanlagengegner, dass eben genau diese Verlockungen Landbesitzer nicht schwach werden lassen.

Es war eine Veranstaltung, auf der es nicht um Pro und Contra Windkraft ging. Die Richtung war vorgegeben, dennoch bleibt eine Gewissenfrage. Fraglich ist, ob Windräder als Allheilmittel gilt, ohne dabei auf die Nebenwirkungen zu schauen.

Letztlich gilt, die Dosierung macht es. Bei den Anwesenden überwiegen die Nachteile und das können all die, die schriftliche Eingaben gemacht hatten am kommenden Dienstag noch deutlicher zum Ausdruck bringen und möglichweise nicht nur im Rathaussaal, denn Pro Milan wird bereits ab 8.30 Uhr vor dem Rathaus Stellung beziehen.

( Reinhard Schulze, 25.11.2017 )

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