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Cora und Michael waren die ersten

Alles begann vor 30 Jahren mit Cora und Michael. Sie waren die beiden ersten Verantwortlichen für den Jugendclub. Damals nannten sich die Kommenden und dort Verweilenden noch „Kellerkinder”. „1987 wurde der Jugendclub in den Kellerräumen der 32. Polytechnischen Oberschule eröffnet und in Selbstverwaltung geführt. Mit der Wende wurde der Club dem Jugendamt zugeordnet. Cora und Michael – vielleicht kam daher der Name für den Jugendclub ‚Classic Modern‘. 2002 mussten die Jugendlichen aus den Kellerräumen ausziehen. Die Kinderkrippe in der Fritz-Gießner-Straße 14 wurde frei und damit Platz für den Jugendclub. Zwei Jahre dauerte der Umbau. Container dienten als Übergangslösung im Garten des neuen Hauses. In dieser Zeit, denn viele der Jugendlichen packten mit an, verwandelte sich der Name von Classic Modern zu Cooles Miteinander”, aus der Geschichte zitiert Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn zur offiziellen Geburtstagsfeier des Jugendclubs CM in diesem Jahr. Erstaunliche 30 Jahre gibt es ihn und genauso lange gehen hier Kinder und Jugendliche schon ein und aus. Viele von ihnen sind heute erwachsen und haben eine eigene Familie gegründet. Ihre Kinder gehen nun dort hin, wo sie selbst als Kinder die meiste Freizeit verbracht haben. Gerthi und die Zwillinge, Steve und Kevin, sind drei von jenen, die seit Jahren hier ein und aus gehen. Während die Brüder mit 16, also vor knapp 14 Jahren, den Weg auf den Berg fanden, ist Gerthi seit 1996 dabei. Heute gehören sie zum festen Stamm. Sie packen mit an, kümmern sich um die Jüngeren und sind Ansprechpartner für den Kraftclub im Keller. Dreimal in der Woche trainieren sie mit einer festen Sportgruppe namens „Zuchtbullen” von bis zu acht Heranwachsenden. Mitunter finden auch Wettkämpfe und gemeinsame Ausflüge statt. Gerthi, Steve und Kevin vereinen mit ihrem Angebot Nützliches mit Notwendigem. Kinder bekommen eine Beschäftigung, betätigen sich sportlich und mitunter trägt es zum gesunden Wachsen derer bei. „Zwei unserer Sportkinder haben in den letzten Jahren durch unser Programm sichtlich an Gewicht verloren. Heute sind sie fit, durchtrainiert und achten auf eine gesunde Lebensweise”, weiß Gerthi. Fünf Euro im Monat kostet das Training, welches dreimal die Woche stattfindet. „Dieser kleine Obolus ist notwendig, damit wir den Raum fit halten und die Ausflüge organisieren können. Damit allein ist es finanziell natürlich nicht getan, unterstützt werden wir seit Jahren von DMS”, erklärt Gerthi, der 37jährige Familienpapa. 
„Neben unserem Herzstück, dem Kraftclub, bieten wir wöchentlich Airbrush, Bogenschießen, Clubabendessen, Hausaufgabenhilfe, Spielnachmittage, zahlreiche offene Angebote und Kinderfeste an”, führt Sylvia Buchert, Leiterin des Hauses weiter auf. 
Mit dem 2008 gestartetem Bundesprogramm „Mehrgenerationenhaus” wurde es auch bunter im Jugendclub CM. „Unsere Angebote sind vielfältiger geworden. Gemeinsam mit der Kita „Bummi“ und dem Familienzentrum sind wir seit fast acht Jahren das Mehrgenerationenhaus. Seniorensportgruppen, Informationsrunden für Senioren, Tanztees und einen Technik 50+ Kurs gehören jetzt zum festen Wochenprogramm”, so Sylvia Buchert weiter. Als gelernte Erzieherin kam sie 1993 ins Haus. „Den Alltag in der Kita habe ich sehr gemocht, ich habe die Kleinkinder heranwachsen sehen. Sie sind mir ans Herz gewachsen. Mit meiner neuen Herausforderung Jugendliche zu begleiten, stand für mich mehr Abwechslung, Problemlagen und Spontaneität auf der Tagesordnung. Denn hier ist kein Tag wie der andere”, zieht sie nach fast 25 Jahren Bilanz. Heute studiert sie noch nebenbei, um den Abschluss in der sozialen Arbeit in der Tasche zu haben, eine Formalie. 
Seit 2011 leitet Sylvia Buchert den Club, unterstützt wird sie seit diesem Jahr von Jörg Wesp. Er ist Erzieher und 37 Jahre alt. Zuvor arbeitete er bei Wendepunkt e.V. in Bad Köstritz. Die Suche nach einer neuen Aufgabe lockte ihn nach Bieblach. Heiko Sachse, der dritte im Bunde, ist seit 2010 als pädagogischer Mitarbeiter mit an Bord. Seit 1990 ist er in der Jugendarbeit aktiv, zuvor im Jugendclub Crash. „Gemeinsam unterstützen wir junge Menschen, sich zu Persönlichkeiten zu entwickeln, die fähig sind, der Ideologie des Nationalsozialismus und anderer zur Gewaltherrschaft strebender politischer Lehren, entschieden entgegen zu treten und das gesellschaftliche Leben auf Grundlage von Demokratie, Menschenwürde und Gleichstellung zu gestalten”, bringt es Sylvia Buchert auf den Punkt.  
Zur offiziellen Geburtstagsfeier waren neben der Oberbürgemeiterin auch Vertreter aus dem Jugendamt sowie Sozialdezernentin Sandra Wanzar anwesend. Sie zog aus der privaten Tasche einen Scheck in Höhe von 100 Euro. 

( Fanny Zölsmann, 04.11.2017 )

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