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Unduldsame Gespräche

Wo verbinden sich Luther, Reformation, Kunst und Theater? Dieser Frage wollten sich Manuel Kressin und Pfarrer Dr. Frank Hiddemann nähern. Der Schauspieldirektor an der Theater & Philharmonie Thüringen (TPT) und der Beauftragte der Evangelischen Kirche in Gera für das Reformationsjubiläum arbeiten nicht das erste Mal zusammen. Während mehrerer Theatergottesdienste haben alle Sparten des Geraer Theaters Spuren in Geras Kirchen hinterlassen. Von Oper über Schauspiel bis hin zum Puppentheater waren Schauspieler und Sänger zu Gast im Gottesdienst. Auf die theatralischen Aussagen und die religiösen Bezügen ist Dr. Frank Hiddemann in seinen Predigten eingegangen.

Unduldsame Gespräche nennt Kressin seine Textcollage. Dieser Beitrag zum Reformationsjubiläum ist im Rahmen der Reihe „Vom Himmel hoch – Glaube und Gesellschaft“ des Theaters entstanden. „Luthers Mut zur Veränderung und seine Beharrlichkeit haben uns überzeugt“, sagt dazu Manuel Kressin. Die Idee stamme von Pfarrer Dr. Hiddemann, der den Reformator als streitbaren und zweifelnden Menschen beschreibt. „Luther war beseelt vom Mut und der Lust etwas zu verändern. Seine Leidenschaft hat unweigerlich auch mit Leiden zu tun“, so beschreibt Manuel Kressin die Mehrdeutigkeit von „Lust und Leidenschaft“, dem Untertitel der Inszenierung. Schauspieler lassen Streitschriften, Briefe und überlieferte Niederschriften des Reformators lebendig werden. Kressin reflektiert die Aussagen des Reformators in der Literatur seiner Zeitgenossen und nachfolgender Dichtergenerationen. In den Szenischen Dialogen werden Schriftsteller wie Gerhard Hauptmann, Goethe aber auch Thomas Mann zitiert. Der Anfeindung von außen stellt Kressin das innere Hadern Luthers gegenüber. „Habe ich eher dem Teufel als Gott gedient“, lässt es er Luther zitieren. Der Reformator lag Zeit seines Lebens im inneren Streit mit sich selbst. Kressin lässt bei allem Zweifeln Luther als Veränderer und als Mitbegründer der Moderne erscheinen. „Luther hat durch seine Thesen, durch seine Übersetzungen und seine Texte die deutsche Sprache so sehr geprägt, dass dies bis in unsere Gegenwart reicht.“ Der Schauspieldirektor hat eine Inszenierung ganz speziell für den Kirchenraum geschaffen.

Daher bildet die Orgel ein wichtiges Element für die Dialoge. Das Projekt lebt von Liedern, die aus der Feder Luthers stammen. Sie sind allesamt im evangelischen Gesangbuch zu finden. „Wir laden die Besucher herzlich ein, diese Lieder während der Aufführung zusammen mit den Schauspielern mitzusingen“, sagt der Schauspieldirektor. Er möchte mit seiner Textcollage zum Nachdenken über Luther und seine Reflektion damals und heute anregen. Das Theater und auch Manuel Kressin würden sich freuen, wenn andere Städte und Kirchen auf diese mobile Inszenierung aufmerksam würden. Gern könnten sich auch Schulen an die TPThüringen wenden.

Mit dieser Produktion ist das Geraer Theater Teil der Festlichkeiten zum 500. Jahrestag der Reformation in Gera. Von Stadtverwaltung, Vereinen und Verbänden wird zum „Lutherwandern mit Theater“ eingeladen. Veranstalter ist die Grünwerkstatt „Stadtwald erleben“. Durch deren Initiative ist der Lutherweg durch Gera und um Gera entstanden und mit 13 Informationstafeln bestückt worden. Eine neue Tafel wird während der Sternwanderung am Reformationstag an der Kirche St. Martini in Gera-Zwötzen eingeweiht. Zu einem Theatergottesdienst in der Geraer Salvatorkirche, in Zwötzen und an weiteren Stationen auf dem Lutherweg werden Musiker und Schauspieler des Geraer Theaters die Wanderer empfangen. Mit einer Ökumenischen Andacht am Reformationskreuz im Stadtwald durch den Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK) in Gera, wird die Sternwanderung auf dem Lutherweg ihren festlichen Abschluss finden.

Informationen über die Wanderrouten auf dem Lutherweg und „Katharinas Spange“ finden sie in der vorigen Ausgabe von Neues Gera oder auf: www.gera.de/lutherweg.

Montag, 30. Oktober, 19.30 Uhr, Salvatorkirche Gera, Premiere „Unduldsame Gespräche“, Eintritt frei

Dienstag, 31. Oktober, 10 Uhr, Salvatorkirche Gera, Theatergottesdienst zu „Unduldsame Gespräche“

( Wolfgang Hesse, 28.10.2017 )

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