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Qualität hat Vorfahrt

Die Sozialverbände in Thüringen drängen auf Nachbesserungen beim neuen Kita-Gesetz. Die bessere Betreuungsqualität spiele bei dem bisher vorliegenden Gesetzentwurf nur eine Nebenrolle, kritisierte die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege. Im aktuellen im Landtag diskutierten Gesetzentwurf des KitaG ist die Betreuungsqualität nur eine Nebenrolle. Und das obwohl gerade eine hohe Qualität in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung unterschiedliche Startbedingungen und Zukunftschancen wirksam ausgleicht. Dazu bedarf es einer politischen Strategie und der Bereitschaft, in das System der Kindertagesbetreuung zu investieren. Eine Neufassung des Thüringer Kindertagesstättengesetzes muss die fachpolitischen und gesellschaftlich notwendigen Entwicklungen berücksichtigen und zu einer langfristigen Qualitätsverbesserung in Thüringer Kitas beitragen. Deshalb wird die Landesregierung zu deutlichen Verbesserungen vor allem bei der personellen Ausstattung der Kitas aufgefordert. In den Thüringer Kitas fehlen nach aktuellen wissenschaftlichen Studien etwa 8.000 Fachkräfte.

Die LIGA fordert vor allem eine Verbesserung des Personalschlüssels, der noch weit von einer bedarfsgerechten Betreuung, Bildung und Erziehung entfernt sei. Nach den Vorstellungen der Fachverbände sollte eine Fachkraft in der Regel nicht mehr betreuen als zwei Kinder im ersten Lebensjahr, vier Kinder zwischen einem und drei Jahren, neun Kinder nach Vollendung des dritten Lebensjahres, 20 Kinder im Grundschulalter.

Weitere zentrale Forderungen der LIGA: Um eine sichere Beziehung aufzubauen, brauchen Kinder Stabilität und Kontinuität in der Betreuung. Das sichert auch Arbeitszufriedenheit bei Fachkräften und garantiert Planungssicherheit. Die LIGA Thüringen fordert deshalb eine Personalschlüsselberechnung auf Grundlage des Jahresdurchschnitts der angemeldeten Kinder. Das entlastet auch die Erzieher in ihrer Arbeit, ermöglicht arbeitnehmerfreundliche Arbeitsverträge und minimiert den Verwaltungsaufwand. Die Aufgaben von Kita-Leitungen haben sich in den letzten Jahren deutlich erweitert. Die Anforderungen hinsichtlich Management- und Führungskompetenzen sind stark gestiegen. Die LIGA Thüringen fordert deshalb, die Freistellung für Leitungskräfte deutlich zu verbessern. Die Anteile für eine Leitungsfreistellung sollten direkt der tatsächlichen Kinderzahl entsprechen und nicht bei 150 Kindern gekappt werden. Für Kitas mit weniger als 50 Kindern ist ein Mindestpersonalschlüssel von einer halben Stelle notwendig.

Die Trägerschaft der Kindertagesstätten in Thüringen ist von Vielfalt geprägt und wird durch diese bereichert. Eine Voraussetzung für Qualitätsentwicklung der unterschiedlichen Träger und ihrer Kitas ist eine trägerspezifi sche Fachberatung. Deshalb fordert die LIGA, dass die Träger ein für sie passendes Fachberatungsangebot ohne Einschränkungen wählen können.

„Kinder haben unterschiedliche Bedürfnisse. Das muss sich auch in den Angeboten und in entsprechenden Rahmenbedingungen widerspiegeln. Hürden bei der Beantragung von Leistungen für Kinder mit besonderen Bedarfen sind abzubauen. Die LIGA Thüringen fordert ein einheitliches und transparentes Verfahren. Gemeinsam mit Spitzenverbänden, Trägern und Elternvertretern soll eine gemeinsame und tragfähige Strategie entwickelt werden, die Rahmenbedingungen für eine inklusive Kita-Landschaft in Thüringen schafft”, erklärt Michael Richter, Vorsitzender des Geraer Stadtelternbeirates.

Die Forderungen untermauert die LIGA mit einer landesweiten Aktion unter dem Motto „Qualität hat Vorfahrt – Kitas brauchen gute Rahmenbedingungen“. Eines der zentralen Elemente ist eine Postkarten-Aktion. Diese Postkarten, die aktuell in den Kitas bis zum 15. August zur Unterschrift bereit liegen – einfach die Erzieher ansprechen – , sollen dann der Landesregierung übergeben werden.

www.liga-thueringen.de/thuerkitag

( Fanny Zölsmann, 22.07.2017 )

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