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Ladensterben in der Innenstadt geht weiter

Der Mietvertrag für die Galeria Kaufhof Gera wird nicht verlängert. Dies hat der Aufsichtsrat der Galeria Kaufhof GmbH in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Damit endet das Mietverhältnis am 17. September 2018. Grund für diese Entscheidung ist die fehlende wirtschaftliche Perspektive am Standort für die Filiale mit einer Verkaufsfläche von rund 7.500 Quadratmetern. „Wir bedauern, die Filiale in Gera nicht mehr weiterbetreiben zu können. Gerade mit Blick auf unsere treuen Kunden hätten wir Galeria Kaufhof an diesem Standort natürlich gerne fortgeführt. Dies ist jedoch aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Durch die frühzeitige Entscheidung haben wir nun mehr als ein Jahr Zeit, alles geordnet zu regeln“, sagt Filial-Geschäftsführer Bernd Reuter.

Für die 53 Mitarbeiter sollen nun schnellstmöglich gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretungen sozialverträgliche, individuelle Lösungen gefunden werden. Für die Kunden in der Filiale in Gera wird sich in den kommenden Monaten zunächst nichts ändern.

„Erst am 14. Juni hatte ich ein Gespräch mit Herrn Reuter, dem Filialgeschäftsführer von Galeria Kaufhof Gera. Da gab es keine Aussagen, dass im September 2018 das Aus kommen würde. Nun hat der Aufsichtsrat von Galeria Kaufhof gegen Gera – und im übrigen auch gegen einen Standort in Frankfurt (Main) – entschieden. Wir haben das bedauerlicherweise aus einer Pressemitteilung erfahren”, antwortet Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn auf Nachfrage. Auch wenn die Verwaltung alles daran setze und „positive Lösungsansätze vorbehaltlos“ unterstützt wird eine große Lücke ab kommenden Herbst in Geras Mitte klaffen, wenn das Centermanagement des Elster Forums keinen geeigneten Ankermieter finden werde. „Für Gera ist der Wegzug von Kaufhof eine ausgesprochen schlechte Nachricht, die leider die schlechte wirtschaftliche Lage Geras widerspiegelt: Das Risiko für Ladensterben in Gera wurde bereits 2015 durch die Wirtschaftswoche prognostiziert: Im Osten droht ein Ladensterben in den Innenstädten von Frankfurt/Oder, Wismar, Gera, Rathenow, Senftenberg und Coswig”, bewertet Dr. Merle Fuchs, Geschäftsführerin des Technologie- und Gründerzentrums und das obwohl Gera viele Chancen habe. „Zentrale Lage, hervorragende Anbindung zum Autobahn-Netz, erfolgreiche national und international tätige Unternehmen, ein gutes Gründungsumfeld, einen attraktiven Immobilienmarkt samt Büroflächen”, zählt die Expertin in Sachen Gründung und Existenzen auf, stellt aber zum Bedauern der Stadtentwicklung fest: „Leider wird aus meiner Sicht zu wenig in Gera daran gearbeitet, die Stärken zu stärken und dies auch überregional zu kommunizieren.”

Sorge brach, Elster Forum brach – Wie kann sich Geras Neue Mitte positionieren? – diese Frage stellten wir konkret an die OB. „Zunächst: Die Stadt ist hier nicht Eigentümer. Das betrifft insbesondere das Elster Forum als auch das Kaufhaus auf der Sorge. Was die Privaten in ihrem Eigentum tun oder nicht, das kann die Stadt nicht bestimmen. Es geht auch nicht nur um ‚Geras Neue Mitte‘, sondern um das Stadtzentrum insgesamt. Da gibt es viele engagierte Handelsleute, wie beispielsweise das Schuhhaus Lobert. Es wäre deshalb schädlich zu behaupten, die Sorge oder das Elster Forum lägen brach. In privater Zuständigkeit und selbstverständlich mit städtischer Unterstützung bemühen wir uns, entstehende Lücken zu schließen. Ein Aspekt, auf den ich noch aufmerksam machen möchte: Galeria Kaufhof hat in den letzten Jahren seine Mitarbeiterzahl in Gera halbiert. Ich erwarte, dass der Kaufhauskonzern zu seinem Wort steht und für die Mitarbeiter sozialverträgliche Lösungen findet.”

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen auch in die Verantwortung nehmen, um die dann entstandene Lücke im Elster Forum schnellstmöglich zu schließen oder gar nicht erst klaffen zu lassen.

( Fanny Zölsmann, 08.07.2017 )

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