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Stricken für Geraer Babys

Sie sitzen bei Kaffee und Kuchen und wenn jemand Geburtstag hat gibt es auch ein Gläschen Sekt dazu, die zehn Damen vom Stricktreff im Frauenkommunikationszentrum des SOS Kinderdorfs e.V am Kornmarkt 8. Jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr treffen sie sich, um gemeinsam zu Stricken, Häkeln und zu erzählen. Es ist eine fröhliche Runde, die sich da zusammengefunden hat. Alle verbinden die Freude an der Handarbeit und den Wunsch, auch damit etwas Gutes zu tun. „Es ist der schönste Tag in der Woche und ich bin seit vier Jahren, also von Anfang an dabei“, verrät Vera Fischer, die gerade an Babysöckchen strickt. „Das Miteinander macht großen Spaß und wir lernen ständig neue Stricktechniken kennen und tauschen uns aus. Die Gespräche jedoch, sind das Wichtigste an diesem Donnerstagvormittag“, ergänzt sie.

Das bestätigt auch Doris Ziller: „Es ist schön mit anzusehen, wie alles wächst und ich mit meiner Arbeit auch etwas für einen guten Zweck tun kann.“ Alle Stickerinnen freuen sich über die Zusammenarbeit mit den Frühen Hilfen der Stadt. So entstehen beim Zusammensein und natürlich auch daheim Babysöckchen für die Willkommensbesuche bei neugeborenen Stadtbürgern. „Die Arbeit im Stricktreff ist für alle etwas Kreatives im Rentenalter und dazu noch ein nützlicher Spaß“, bestätigen alle.

Susanne Pohl vom Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe, Frühe Hilfen, ist gekommen, um sich bei den Strickerinnen für ihre Arbeit zu bedanken. Seit Jahren gehören die Söckchen zum Begrüßungspaket, das alle Eltern ab der sechsten Lebenswoche ihres Babys erhalten.

Simone Eger koordiniert diese Willkommensbesuche mit fünf weiteren Ehrenamtlichen, die sich Zeit für Fragen nehmen und den jungen Eltern beratend und unterstützend zur Seite stehen. Die Informations- und Beratungsangebote, alltagspraktische Hilfen, die Förderung der Beziehungs- und Erziehungskompetenz von Müttern und Vätern sowie Angebote zum Kennenlernen anderer Familien werden persönlich während des Besuches übergeben. Alle Besuchten erhalten zudem den Babykalender der Stadt für das erste Lebensjahr. Etwa 70 Prozent aller in Gera lebenden Familien mit Neugeborenen nehmen diese Angebote an, war von den Verantwortlichen zu erfahren. Begonnen hat diese Aktion 2009 als Leuchtturmprojekt „Hand in Hand“ im Rahmen des Bundesprogramms „Freiwilligendienste aller Generationen“. Von Anfang an ist dieses Projekt, das von der Bundesinitiative Frühe Hilfen gefördert wird in der Stadtverwaltung angesiedelt. Im vergangenen Jahr konnten die Strickerinnen insgesamt 649 Paar Söckchen für die Willkommensbesuche übergeben. Die Wolle, die Simone Eger einmal im Monat übergibt wird größtenteils durch Sponsoring gefördert. Immer wieder erhalten die Strickerinnen aber auch Wollspenden von Firmen und Privatpersonen. Wenn man weiß, dass es insgesamt acht Stunden dauert bis solch ein kleines Söckchenpaar fertig ist, kann man sich einen Eindruck vom Engagement der Strickerinnen machen. „Wir stricken nicht nur Babysöckchen für die Willkommensbesuche“, erklärt Vera Fischer. „Es entstehen Mützen, Handschuhe und andere Babysachen, die wir zum Basar auf dem Weihnachtsmarkt oder zum Tag der offenen Tür beim SOS Kinderdorf verkaufen. Der Erlös kommt in diesem Falle dem SOS Kinderdorf zugute.“

Simone Eger kann auch diesmal wieder einen ordentlichen Stapel an Söckchen für die Willkommensbesuche mitnehmen. Insgesamt haben die Damen bereits 50 etwa 100 Paar in diesem Jahr gestrickt.

( Wolfgang Hesse, 08.04.2017 )

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