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Eine Dame wird 111

Im Inneren des Hauses herrscht durch die 290 Schüler in 14 Klassen täglich reger Verkehr und etwas Ruhe findet man dabei nur, wenn es zur Stunde klingelt. Wenn die Mauern reden könnten, hätten diese seit ihrer Eröffnung im Jahr 1906 viel zu erzählen. Zumindest knarrt und quietscht es an jeder Ecke, was zeigt, dass das Haus schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Zu sehen ist das auch am baulichen Zustand und dieser lässt seit Jahren zu wünschen übrig. Dies merken vor allem die Schüler und Lehrer, die täglich mit den Befindlichkeiten eines alternden Patienten zu kämpfen haben. Von Außen sieht es die ganze Stadt und so heißt die Schule bei vielen nicht einfach Ostschule, sondern man nennt diese auch gern „Safarischule“. „Sie wird von Anwohnern so genannt, weil bei der Dachsanierung und bei anderen angefallenen Arbeiten die Fassade immer wieder geflickt wurde und das Gebäude jetzt fleckig in der Natur rumsteht“, weiß Hans-Jürgen Voit, Rektor der Schule zu berichten. Seit 26 Jahren ist er Rektor und immer wieder wurde viel versprochen, aber nichts gehalten. Was dabei herauskommt sieht man jetzt. Doch Schüler und Lehrer haben sich schon lange mit dem in die Jahre gekommenen Gemäuer arrangiert.

In der kommenden Woche wird die Schule 111 Jahre alt. „Ein hundertster Geburtstag wird gern groß gefeiert, aber drei Einser hintereinander sehen doch viel besser aus. Das nutzen wir jetzt, um groß zu feiern“, erklärt Voit. Für die Festwoche vom 3. bis 7. April haben sich Schüler und Lehrer so einiges einfallen lassen. So wird die Festwoche am Montag um 7.45 Uhr offiziell eröffnet und jeder, der hier seine Schulzeit verbracht hat, aber auch ehemalige Lehrer, Eltern und Interessierte sind dann die ganze Woche dazu eingeladen, eine Führung durch die Schule, begleitet von Schülern, mitzuerleben. „Wir haben wie immer ab morgens geöffnet. Jedoch wäre es gut, wenn sich Interessenten für eine Tour vorher unter  8323717 melden. So können wir alles besser organisieren, denn einer der Schüler ist immer mit dabei und erzählt etwas zum täglichen Ablauf in der Schule und beantwortet Fragen“, erklärt Voit dazu. Zudem werden die Schüler an den ersten drei Tagen der Festwoche in Projektgruppen arbeiten, bei welchen die Gäste den Mitwirkenden auch gern über die Schulter schauen dürfen. 19 verschiedene Projekte wurden im Vorfeld angeboten, zu denen sich die Schüler anmelden konnten. Zu Beginn der Festwoche wird am Montag um 10 Uhr die Ausstellung „111 Jahre Schulgeschichte“ eröffnet. Hier wurden Dokumente und Bilder aus den Jahren zusammengetragen, aber auch Gegenstände, die damals und heute zum Schulleben gehören, werden gezeigt. Am Donnerstag werden die Schüler ab 10 Uhr eine Generalprobe durchführen, damit bei der Festveranstaltung für geladene Gäste am Nachmittag auch ja nichts schief geht. Höhepunkt der Festwoche wird der Freitag. Um 15.30 Uhr beginnt der Tag der offenen Tür mit langer Ostschulnacht. Auch an diesem Tag wird es Führungen durch die Schule geben, die Fachbereiche stellen sich vor, es gibt ein Festprogramm in der Aula und zahlreiche Aktivitäten für Groß und Klein. Zudem spielt die Band „Da Capo“ Hits von damals und heute, in der Turnhalle spielt die Jugendband „Pegasus“ und im Schulhaus wartet das extra eingerichtete Musikcafé auf die Besucher. Höhepunkt zur Festwoche ist das große Feuerwerk um 23 Uhr.

Schon seit Jahren fragen sich nicht nur Schüler und Lehrer, wie es mit dem in die Jahre gekommenen Gebäude weitergeht. Hans-Jürgen Voit und sein Team kämpfen seit Jahren für die grundlegende Sanierung. Vor allem von Seiten der Politik hörte man immer wieder das etwas passieren würde, doch zu oft wurde man dann enttäuscht. Dies scheint jetzt endlich ein Ende zu haben, denn die Schule soll zur Gemeinschaftsschule ausgebaut werden. „Wir haben hier schon viel erlebt, doch so optimistisch wie jetzt, war ich noch nie“, so Voit, der davon ausgeht, dass die grundlegende Sanierung bald beginnt und das Haus als Gesamtschule im Schuljahr 2020/2021 fertig sein wird. 

( Lars Werner, 01.04.2017 )

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