Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Zeit für Veränderung? Zeit für Vegetarier und Veganer?

Von Fanny Zölsmann

Man scheint automatisch zu einer außergewöhnlichen Type von Mensch zu gehören, wenn man etwas anders macht, als die Anderen. Irrwitzig, wenn man bedenkt, dass wir alle Individuen, also alle individuell und einzigartig, quasi Unikate, sind.

Schon seit meiner Kindheit vermeide ich Fleisch, manchmal überkommt mich der Appetit. Aber dann ist es kein „Einemarkfünzig” Stück von der Theke und auch kein Schwein. Seit meinem 17. Lebensjahr praktiziere ich Trennkost, damals von „oben” auferlegt, fand ich diese Art der Ernährung plausibel. Für mich auch ein leichtes, wenn man Fleisch vermeidet – es gehört noch mehr dazu, aber das ist das Gros. So, da war ich nun: Kaum Fleisch, dazu Trennkost, sprich „Ich picke die Körner aus dem Brot, haha” und obendrauf kein Schwein. Das i-Tüpfelchen: Vollkorn! In Summe: „Die-Biotante”. Ganz ehrlich, konsequent bin ich nicht, für mich genau richtig, denn das Leben, vielmehr die Gesellschaft, bietet gar nicht die Möglichkeit. Und in einem Kokon zu leben, ist für mich nicht die richtige Wahl. Aber fakt ist, ich bin für die Anderen anders, weil ich anders esse. Herrjee, was ich mir schon alles für Stumpfsinnigkeiten anhören musste. Man muss entweder einen langen Atem haben oder die anderen reden und machen lassen.

Ganz so „einfach” machen es sich Lisa Walther und Sven Buchler nicht. Sie gehören der neu gegründeten Partei namens V3 an. Bereits im April 2016 in Bayern gegründet, folgte nun im März der Landesverband hier in Thüringen, dem sie vorsitzt und er geschäftig anführt. Allen beiden liegt das Tierrecht besonders am Herzen. „Im Jahr 2017 werden Tiere immer noch als Sache bezeichnet”, findet Sven Buchler in Anbetracht der Tatsache, dass Leben nicht nur Menschsein bedeutet. „Jeden Tag entscheiden sich immer mehr Menschen vegetarisch oder vegan zu leben. Mit Sicherheit auch aus dem Grund heraus, weil die Massentierhaltung und die Art der Schlachtung lebensunwürdig ist”, so der junge Versicherungskaufmann. Vor einem Jahr begann Sven Buchler sich genauer mit der Politik und deren Inhalten auseinadnerzusetzen. „Ich war es leid, das ständige Diskussionen im Freundeskreis damit endeten, dass man eh nichts ändern könne. Stimmt, wenn man nichts ändert, kann sich auch nichts verändern, aber man muss es eben selbst tun”, erklärt der 23-Jährige den Ursprung seines politischen Aktivwerden. „Per Zufall landete ich auf die V3-Partei, ich glaube durch einen Link im Sozialen Netzwerk. Genau hier fand ich all meine Interessen und Ansprüche an ein gutes Leben vereint. Ich will nicht sagen, dass ich nicht auch in anderen Parteien Übereinstimmungen fand, aber es gab immer irgendetwas, was eben nicht ‚meins‘ war”, führt er seine Entscheidung aus, Mitglied der V3-Partei zu werden. Er trägt die Nummer 91.

Vor wenigen Wochen wurde der Landesverband Thüringen in Weimar gegründet, einstimmig wurde Lisa Walther zur Vorsitzenden gewählt. Sie schätzt die Konsequenz und zugleich einhergehende Offenheit innerhalb der Partei. „Uns, also den Bundesverband, gibt es erst seit einem Jahr. Wir alle kommen aus verschiedenen Branchen, alle auf ihrem Gebiet sind Experten, die sich mit ihrem Wissen und Erfahrung in die einzelnen Programmpunkte eingebracht haben und auch immer noch einbringen”, schätzt sie die Arbeit in dem Partei-Team, in dem man sich einbringen und eben tatsächlich bewegen kann.

Doch für was genau steht V3? „In der Tat steht V3 für Veränderung, Vegetarier und Veganer. Doch es beinhaltet natürlich weitaus mehr. Wir setzen uns für die Nachhaltigkeit ein, weg von der Masse, hin zum Bewussten. Wir sprechen all jene an, die mit Weitsicht die globalen Zusammenhänge und Auswirkungen des Wachstums, Konsums und Essverhaltens verstehen und in diesem Bereich auch wirksame Veränderungen in Gesellschaft und Politik erleben und zu Verbesserungen beitragen möchten. Rund zehn Millionen Vegetarier und Veganer leben hier. Wir wollen den Menschen als Verbraucher schützen und unterstützen, Tiere zu achten, Klima und Natur zu retten und die Ursachen von Hunger, Krieg und Flucht auf der Welt zu minimieren”, bringt es Lisa Walther auf den Punkt. „Wir stecken unser Herzblut in die Sache und wollen etwas Positives bewegen.”

Am 1. April findet der 1. Bundesparteitag in Weimar statt. Das komplette Parteiprogramm findet sich auf www.v-partei.de

Bleibt zu hoffen, dass die Irren und Wirren von Macht und Geld nicht irgendwann auch diese Partei erreichen.

( Fanny Zölsmann, 25.03.2017 )

zurück