Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Zweite Spielstätte kein Thema mehr

Nach der Bundesgartenschau im Jahr 2007 stand das Hofgut leer. Doch mit dem Kabarett Fettnäpfchen, welches bereits seit 1973 in Gera ansässig ist, fand man schnell einen Mieter und Betreiber des Hauses. Neben der Spielstätte im Rathaushöhler, war man gerade auf der Suche nach einer weiteren Location für die Sommerspielzeit. Loslegen konnte man aber nicht sofort, denn im inneren des Hauses mussten Kabel für Technik, Licht und Stromversorgung gezogen werden, die gesamte Technik wurde eingebaut und auch Bühne, Mobiliar und der nötige Gastronomiebedarf mussten angeschafft werden. „Wir haben einer leeren Scheune Leben eingehaucht“, so Fettnäpfchen Chefin Eva Maria Fastenau.

Zum Hofwiesenparkfest 2008 konnte man eröffnen und schnell machte sich das Hofgut einen Namen hinsichtlich Lage und Ambiente. „Das hier nicht täglich Veranstaltungen stattfinden war klar. Da das Haus eine nichtsubventionierte Kultureinrichtung ist, war für uns auch klar, dass wir die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, ansonsten wäre das Ganze nicht wirtschaftlich gewesen“, erklärt Fastenau weiter. So steckte man über die Jahre Geld, Zeit und Leidenschaft in das Objekt. Doch dies hat jetzt ein Ende, das Kabarett hat gekündigt. Es gab Anzeigen eines Anwohners, was dazu führte, dass die Polizei mehrfach vor Ort war und im September 2016 mitgeteilt wurde, dass Feiern und Veranstaltungen nur noch bis 22 Uhr stattfinden dürfen. Nach einem Einspruch kam im Januar nun der neue Bescheid. Hier kam die Stadt entgegen, eine ganze Stunde, so dass jetzt alles um 23 Uhr beendet sein muss. „Wir empfinden das als Schikane der Stadt. Wie soll das funktionieren. Sollen wir eine Hochzeitsgesellschaft um 23 Uhr rausschmeißen?“, so Fastenau aufgebracht zur Entscheidung der Stadt. So musste man nun die Reißleine ziehen, da man so nicht wirtschaftlich arbeiten könne und auch die Kunden bei solchen Voraussetzungen abspringen werden. Die Kündigung wurde eingereicht und den bisherigen Buchungen, was für 2017 bereits über 40 waren, wurde abgesagt. Hier flossen, vor allem bei denen, die ihre Hochzeit im Hofgut feiern wollten Tränen.

„Bis jetzt sind wir mit jeder Rathausspitze klar gekommen. Seit Antritt von OB Dr. Hahn ist dies anders. Eine Kommunikation findet leider nicht statt. Es fing mit dem Hochwasser an, bei dem wir im Regen stehen gelassen wurden, ging weiter mit der Kündigung von Seiten der Stadt im Jahr 2015 und gipfelt jetzt in dieser Posse“, so Fastenau weiter. Zudem kreidet sie an, dass mit zweierlei Maß gemessen werde, denn komischerweise bekommen beispielsweise Winterdorf und Winteralm keinerlei solche Auflagen. Wenn jetzt ein neuer Mieter kommen sollte, kann man diese „Sanktionen“ ja nicht plötzlich wieder rückgängig machen. „Ich weiß, dass die Person, die schon 2015 das Hofgut übernehmen wollte, hinter den Anzeigen steckt und es ärgert uns, dass eine Person so einen Einfluss auf solche weitereichenden Entscheidungen hat. Wenn es mal etwas gab, wasddn Nachbarn nicht passte, dann haben wir dies mit ihnen besprochen und gelöst. Doch das ist von Seiten der Stadt nicht gewollt“, fügt Fastenau hinzu. So wurden Schallschutzmessungen an der Tür des Beschwerdeführers durchgeführt, jedoch die Ergebnisse nicht bekannt gemacht.

Doch Fastenau wollte nicht einfach aufgeben und fragte bei Experten nach, was man zwecks Lärmschutz tun könnte. Hier war man sich sicher, dass mit Dämmung der Türen viel getan sei. Das Land bejahte eine Förderung, lehnte aber nach einiger Zeit als „zu teuer“ ab. So lag beim Land plötzlich ein Kostenvoranschlag in sechsstelliger Höhe vor, den man beim Fettnäpfchen nie gesehen hatte, niemand war eingebunden wodurch Küchentüren mit in das Angebot einflossen. „Das sind unhaltbare Zustände, wir haben das Kapitel abgeschlossen. Zwar wollten wir nochmal Gespräche mit Frau Dr. Hahn, aber sie hat an Herrn Dannenberg verwiesen, dass dieser damit vertraut sei und daher auch Ansprechpartner ist. Der wusste jedoch nichts und konnte nicht weiterhelfen“, so Fastenau zu den Versuchen, das Engagement im Hofgut fortzusetzen.

Eine neue Saison wird es für das Kabarett Fettnäpfchen im Hofgut somit nicht geben. Die Verträge sind gekündigt und nach Einhaltung der Fristen ist hier Ende April Schluss. Eine neue zweite Spielstätte in Gera will man nicht mehr suchen. Zu groß ist die Enttäuschung, auch wenn man wie bereits 2015 Rückendeckung von Gästen, Freunden und Einwohnern bekommt. So sucht men jetzt neue Spielstätten für die Sommersaison im Umland. „Wir bleiben im Rathauskeller, aber dies allein ist nicht wirtschaftlich genug. Daher gab es die zweite Spielstätte und unsere in Kapellendorf. Jetzt konzentrieren wir uns darauf, im Sommer immer auf Tournee zugehen“, erklärt Fastenau zu Zukunftsplänen. Hier scheint es gut auszusehen, es gibt schon zahlreiche Anfragen und Engagements in Eisenberg, Sangerhausen und Ilmenau sind bestätigt. So sieht man das Ganze jetzt als neue Chance.

( Lars Werner, 18.02.2017 )

zurück