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Gegenwind in Aga

Die Bürger von Kleinaga, Großaga, Lonzig, Schellbach, Giebelroth, Gera-Hermsdorf und Heukewalde machen mobil. Es sind Pläne bekannt geworden, dass auf dem Gelände zwischen diesen Orten sechs Windkraftanlagen erbaut werden sollen. Einige Bürger, versuchen dieses Thema zu hinterfragen, haben sich über die Pläne ausführlich informiert und zu einer Informationsveranstaltung nach Aga eingeladen. Tobias Friedrich von dieser Initiative ist überwältigt von dem Interesse, denn ca. 250 Bürger aus den betroffenen Orten sind gekommen, um Genaueres zu erfahren. „Es gibt zu wenige Informationen, so dass Vielen gar nicht bewusst ist, welche Folgen Windkraftanlagen für Mensch und Tier in unmittelbarer Nähe haben können. Wir informieren über eine Internetseite, Veranstaltungen und Flyer und wollen damit auf die Gefahren hinweisen, die aus unserer Sicht auch belegbar sind, wenn bestimmte Grenzwerte unterschritten werden“, sagt Friedrich. Pläne zu den Windenergieanlagen Gera-Großaga und die dazugehörigen Planunterlagen des Betreibers TEVARO GmbH liegen bereits vor.

Das Elternhaus von Cornelia Gräßer, die alte Mühle, liegt nur 692 Meter von den 150 Meter hohen Riesen entfernt. Laut freiwilliger Richtlinie sollten die nächstgelegenen bewohnten Grundstücke mindestens 750 Meter Abstand zur Windkraftanlage haben. Sie hat sich informiert und erfahren, dass vielerorts zu nah an Wohnanlagen gebaut wurde und die Menschen krank wurden. Besonders betroffen seien Kinder, Schwangere, chronisch Kranke, Menschen mit Bluthochdruck und Herzkranke. „Es darf nicht der Profit im Vordergrund stehen, sondern das Wohl der Menschen und die Windkraftanlagen sollten dort errichtet werden, wo die Abstände auch eingehalten werden können“, betont sie.

Doch was macht diese umweltfreundliche Energiegewinnung so gefährlich? Tobias Friedrich nennt drei Gründe: Lärm, Schattenwurf und Infraschall. Die Lautstärke läge in der nur reichlich 400 Meter entfernten Ausbildungsstätte der Handwerkkammer und in der Arbeitsstätte von geistig und körperlich Behinderten der Lebenshilfe auf den Biohof Aga bei ca. 65 Dezibel (dB). Dieser Wert entspricht einer normalen Gesprächslautstärke, jedoch monoton und anhaltend. Bei ca. 45 dB wurden bereits Konzentrations- und Schlafstörungen nachgewiesen. „Das permanente Hell und Dunkel erlebe ich in meinem Büro in Korbußen und das ist sehr belastend“, beschreibt Friedrich den Schattenwurf aus eigener Erfahrung.

Niederfrequenter Infraschall liegt unterhalb der Hörschwelle des menschlichen Ohres und wirkt unbewusst auf den Körper. Schlafstörungen und Migräne sind die Folge und wurden in unmittelbarer Nähe von Windrädern des Öfteren diagnostiziert. Friedrich nennt noch weitere Gefahren: „Vögel fliegen in die Windkraftanlagen hinein und werden getötet. Betroffen wäre auch der seltene Greifvogel Rotmilan, der im Agaer Revier noch anzutreffen ist. Fledermäuse können mit den Schalldruckunterschieden nicht umgehen. Man geht von 200.000 bis 400.000 Tieren aus, die durch Infraschall jährlich verenden“, erklärt Friedrich. Panisches und völlig verstörtes Verhalten seien bei Nutztieren, wie etwa Hühnern nachgewiesen.

Noch ist nicht über den endgültigen Standort der Windräder entschieden. In der Vorlage des regionalen Entwicklungsplanes des Landesverwaltungsamtes gibt es 39 Vorranggebiete für Windkraftanlagen, wobei Aga nicht explizit genannt wird. Jedoch liegen bis heute über 7.000 Einwände gegen diesen Entwurf vor, war von Tobias Friedrich zu erfahren. Das kann die Entscheidung über die Vorranggebiete noch einmal kippen.

Es ist jetzt an der Zeit, Bedenken zu äußern. Jeder betroffene Bürger hat bis zum 26. Januar noch die Möglichkeit, seinen Einwand geltend zu machen. Entsprechende Informationen und Formulare können auf der Internetseite der Initiative eingesehen werden. Daraus erhoffen sich die engagierten Bürger vor Ort, die Pläne für den Windpark in Aga noch stoppen zu können.

https://gegenwind-aga.de/

( Wolfgang Hesse, 14.01.2017 )

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