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Von vier Treffern auf sechs Millionen

Wie öde und einfach gestrickt war doch die Medienlandschaft vor 20 Jahren, viel auch dem Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt, Jochen Fasco auf, als er am vergangenen Freitag seine Rede zum 20jährigen Jubiläum des Offenen Kanals in Gera hielt. Kein Smartphone, Tablet, YouTube, Facebook und Co. regierten zur damaligen Zeit unseren Alltag. „Das Internet stand zwar in den Startlöchern, aber Seiten wie Google gab es noch nicht. Und so war es für mich auch schwierig unserem damaligen Thüringer Ministerpräsidenten, Bernhard Vogel, das Netz schmackhaft zu machen. Eine Suchanfrage zu seiner Person ergab damals vier Treffer (Heute über sechs Millionen)“, weiß Fasco schmunzelnd zu berichten. Heute sieht das anders aus. Die Medienlandschaft hat sich stark verändert, ist schnelllebig geworden und beinahe täglich gibt es Neues zu entdecken. Zudem wird der Umgang mit den digitalen Medien für Jung und Alt im Privat- und Berufsleben immer wichtiger.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass der damalige Offene Fernsehkanal Gera, welcher das Ziel hatte, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu gewährleisten, sich in den letzten zwanzig Jahren ständig weiterentwickelte und zur festen Anlaufstelle für Bürgerfernsehen in Ostthüringen wurde. Seither engagierten sich nicht nur weit über 3.000 Bürger in ihrem Bürgerfernsehen und trugen so zur medialen Vielfalt bei, sondern der Sender ist seither feste Adresse des bürgerschaftlichen Engagements und Ort der Medienbildung. „Angefangen hat alles in einem provisorischen Studio im KuK. Nach der ersten Woche gab es 179 Nutzer des Programms und im Sommer 1998 zog man in das auch heute noch aktuelle Domizil in der Webergasse. Seither ist viel passiert, das Angebot wird ständig erweitert und die Mitwirkenden sind mit Herz und Seele dabei“, erklärt Dr. Viola Hahn. „Ich war damals noch in anderer Funktion tätig, aber habe die Entwicklung aktiv mitverfolgt. Das Thüringer Medienbildungszentrum (TMBZ) ist ein fester Bestandteil der Stadt und die Zusammenarbeit mit den Medienmachern verläuft immer sehr gut. Als Stadt sind wir stolz darauf, dass die zahlreichen Bürger und die Verantwortlichen im TMBZ zu einem wichtigen Medienstandort entwickelt haben und hoffen, dass dies auch in den kommenden 20 Jahren weiter umgesetzt wird“, so die OB. Auch Gabi Ohler, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport kommt bei der Veranstaltung zu Wort und erklärt, das geplante Vorgehen der Landesregierung. Sie schließt sich ihren Vorrednern an und erklärt: „Medienkompetenz ist heute eine Schlüsselqualifikation für jeden. Daher ist die Medienbildung in Schule, Beruf und Leben sehr wichtig. Dabei setzen wir natürlich auf das TLM mit seiner vorhandene Kompetenz hier in Gera.“

Seit Mitte des Jahres 2015 ist der Sender nun thüringenweit empfangbar und so hat sich die Reichweite der Nutzer auf über 160.000 verdreifacht. Zwar liegt der Fokus auch weiterhin beim Fernsehen, aber das neue Landesmediengesetz hat weitere Veränderungen mit sich gebracht, so dass der Schwerpunkt Medienbildung mehr Aufmerksamkeit bekommt. Was zur Folge hat, dass die Bürger noch mehr in die Produktion der Beiträge eingebunden werden und es rund um die Medien zahlreiche Workshops, Kurse und Vorträge gibt.

Zum 20jährigen Jubiläum gibt es mit „Labor 14“ – Thüringer Lernsender einen neuen Sendernamen. „Wir haben bei der Namensgebung lange zusammengesessen und Ideen ausgetauscht. Zu Labor 14 sind wir gekommen, weil das neue Landesmediengesetz 2014 beschlossen wurde. Daher also die 14. Labor verbindet man ja mit experimentieren und entwickeln. Das tun wir auch und so entstand der neue Name für den Sender“, erklärt Ute Reinhöfer, die Leiterin des Senders. Reinhöfer ist stolz auf das, was sie und ihr Team bisher erreicht haben, doch darauf ausruhen möchte man sich nicht. Im Gegenteil, man hat sich neue Ziele gesteckt und hier lautet das Motto nicht kleckern, sondern klotzen. Mit viel Selbstbewusstsein erklärt sie zur Jubiläumsfeier: „Wir wollen die Medienexperten in Ostthüringen für Thüringen werden. Das klingt beängstigend, ist aber unser Ziel“. Die Aufgaben sind dabei ganz klar. So will man etwas Ordnung in die mediale Welt eines jeden Interessenten bringen, denn jeder soll digitale Medien verstehen und mit ihnen umgehen können. Hierbei richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Umgang mit Text, Bild und Video und auch das Lesen und Schreiben von eigenen Berichten und Geschichten.

Diese Dinge sieht man im TMBZ als Grundlage um in Zukunft in der digitalen Welt zu bestehen.

( Lars Werner, 19.11.2016 )

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