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Weihnachtsmann steht in Startlöchern

Seit dem 1. September stehen sie schon wieder in den Regalen und wollen uns ködern. Lebkuchen reihen sich an Spekulatius und Dominosteinen, Schokoweihnachtsmännern und Zimtsternen. Auch wenn ich allein dem Anblick der Printen, ob mit Schokoladenüberzug oder Zugerguss kaum standhalten kann, schlage ich mich bisher wacker.

Meine Mutter hat es mir so beigebracht: Weihnachtsgebäck kommt erst zum 1. Advent auf den Tisch. Sie hat ja auch irgendwo Recht. Ich hoffe nur, dass ich dem verführerischen Anblick noch ein paar Tage, um genau zu sein noch 35, widerstehen kann. Na vielleicht breche ich mein Fasten bereits am 33. Tag, denn dann eröffnet der diesjährige Weihnachtsmarkt seine Pforten und lädt zu allerlei wohlschmeckenden und wohlduftenden Leckereien ein. Aber nicht nur das!

Ab dem 24. November wird der Geraer Weihnachtsmann wieder täglich durch unsere Innenstadt wandeln, mit im Gepäck Schokolade für die Kleinen, Obst und Tee für die Großen.

Doch wer steckt hinter dem Bart, unter der Mütze und in dem Anzug? Heiko Reichelt ist sein Name, Hotelfachmann seine Profession, Geras Weihnachtsmann seine Passion. „Schon als Kind habe ich mir gesagt, dass werde ich mal sein”, erinnert er sich zurück, an die Zeit vor der Wende, als die Betriebe für ihre Mitarbeiter Kinderweihnachtsfeiern organisierten und sich dort der Weißbart regelmäßig blicken ließ. „Schon damals gab es ja einen Geraer Märchenmarkt-Weihnachtsmann, lange Zeit war es jemand aus dem Theater”, weiß Heiko Reichelt zu berichten. Nach der Wende und mit den Jahren wurde sein Wunsch immer ernster und er ließ sich in hiesigen Eventagenturen registrieren. Seinen ersten Auftritt hatte er 2001/2002. „Damals wurde ich privat das erste Mal gefragt und dann auch gleich erstmals über eine Agentur gebucht. Mein erster offizieller Auftrag war in Bad Klosterlausnitz”, erzählt er. Selbst für seinen ersten Auftritt, niemand wusste, ob weitere folgen werden, sollte es nichts von der Stange sein. „Ich ließ mir meinen Anzug samt Mantel maßschneidern. Es ist ein Unikat”, ist er stolz auf sein Gewand. Bis heute trägt, pflegt und hegt er es.

2003 folgte sein erstes Engagement für die Stadt Gera. Aufgrund seiner beruflichen Veränderung, er wechselte ins Fränkische, konnte er für die Stadt nicht weitermachen. Erst 2007 kam er zurück in seine Heimat und musste drei Jahre warten, bevor er erneut über seine Agentur von der Stadt engagiert wurde. Seit 2010 ist Heiko Reichelt Geras Rotmantel, dem täglich in der Weihnachtszeit die Kinder ihre Wünsche vortragen. Heiko Reichelt ist nicht nur in der Innenstadt als Weißbart unterwegs, vor und nach den Sprechstunden (16 bis 17 Uhr) besucht er private und öffentliche Einrichtungen und klingelt auch bei so mancher Familienfeier.

Der 24. November wird nicht sein erster Auftritt in diesem Jahr sein. Die einen mögen ihn bereits bei seinem ersten Termin in diesem Jahr – zum Verkaufsstart der Märchenmarkt-Adventskalender – entdeckt haben, die anderen, wenn sie möchten, an seinem zweiten Vorab-Termin. Denn am 14. November, wenn der Weihnachtsbaum gestellt wird, fordert er erneut, und zwar zum dritten Mal in Folge, Geras Stadträte heraus ihn in Schokolade aufzuwiegen. So lustig wie es auch klingt, so ernst ist die Sache an sich. „Mir geht seit mehreren Jahren die Schokolade aus. Das schlimmste Jahr war, als ich nur Gummibärchen verteilen konnte. Wie kann es sein, dass ein Weißbart nicht sich selbst in Schokolade an die Kinder verteilen kann, um damit die Vorfreude auf den Heiligabend zu entfachen?”, so der Weihnachtsmann höchst persönlich, als er just in dieser Woche einen Besuch in unserer Redaktion abhielt. 

Die immer mehr zur Neige gehende Schokolade war Anlass der Stadtwette. Rund 100 Kilogramm wiegt der Rotmantelträger in voller Montur. Für jeden der 42 Stadtratsmitglieder heißt das exakt 2,38 Kilogramm Schokolade kaufen. Auch wenn es der Weißbart nicht verrät, ich tue es, denn ich war die letzten zwei Jahre dabei. Nicht alle Stadträte waren gekommen, nicht einmal alle Fraktionen hatten sich beteiligt. Können wir nur darauf hoffen, dass in der Tat alle guten Dinge drei sind. Wer sich aber auf unsere Politik nicht verlassen möchte, der kann, wenn er möchte, selbst ein paar Schokoladentäfelchen oder Schokoladenfigürchen kaufen und diese hier in der Redaktion abgeben oder am Tag der Wette, am Montag, 14. November, auf den Marktplatz mitbringen.

Kontakt zur Redaktion:

Neues Gera, Ludwig-Jahn-Straße/Ecke Schillerstraße, von 8 bis 13 Uhr ist das Foyer besetzt. Und weil ich weiß, dass mindestens ein Stadtrat nicht kommen wird, übernehme ich die Patenschaft von einmal 2,38 Kilogramm. 

( Fanny Zölsmann, 22.10.2016 )

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