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Offene Herzen

„Als Künstler ist es meine Aufgabe, in die Öffentlichkeit zu gehen. Ich sitze nicht in meinem Elfenbeinturm und sage, dass mich das alles nichts angehe”, so die Worte des Geraer Künstlers Sven Schmidt zu seiner in dieser Woche präsentierten privaten Kunstaktion. „Anfangs gab es die Euphorie, Begrüßungstransparente und Geschenke für die Ankommenden. Bilder, die um die Welt gingen. Eine überwältigende Empfangskultur. Die, die helfen, sind auf den Beinen. Die, die später dagegen wettern, sitzen zu dieser Zeit noch zu Hause. Der Verlauf ist bekannt, die Stimmung schwenkt um und es kommt zu einer fast hässlich zu bezeichnenden Diskussion zum Thema Flüchtlinge. Man spricht von Obergrenzen, Kontingenten und sicheren Ländern. Der Hilfesuchende wird zu einer Nummer degradiert. Grenzzäune werden wieder hochgezogen. Zudem noch die unsäglichen Diskussionen in den zahlreichen Talkshows, das alles hat mich genervt. Da wusste ich, dass ich etwas machen muss”, erklärt der Künstler den Ursprung seiner aus privater Tasche finanzierten Plakataktion.

Es ist eine Symbiose aus gelber Sonne und rotem Herzen und den drei mit roter Farbe durchgestrichenen in schwarz geschriebenen Worten „Ausländerfeindlichkeit”, Fremdenhass” und Rassismus” auf weißem Untergrund, mit denen Sven Schmidt den Geraer anstupsen, ansprechen und anregen möchte, über sich, die anderen und sogar über alle zusammen nachzudenken. 22 Mal ist dieses Motiv nun für 14 Tage in Gera zu sehen. „Dieses Thema brennt natürlich nicht erst seit den Flüchtlingen. Wir hatten und werden noch lange mit diesen Problemen zutun haben”, so Schmidt und bringt es mit den Worten von Konstantin Wecker auf den Punkt: „Die Angst ist die Flamme unserer heutigen Zeit. Und sie wird eifrig geschürt.“ 

( Fanny Zölsmann, 18.06.2016 )

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