Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Was bleibt ist nur noch Danke zu sagen

Auf einmal ist alles vorbei. War damit auch alles für umsonst? Helma Stumm wirkt niedergeschlagen, will es nicht recht fassen, dass, es das, was sie gemeinsam mit ihrem Team mit viel Engagement und Enthusiasmus aufgebaut hat, künftig nicht mehr geben wird.

Das im September 2007 gegründete Geraer seniorTRAINERinnen-Kompetenzteam wird zum 31. August 2016 seine Tätigkeit einstellen. Es wird seine Arbeit einstellen müssen, weil ihm die finanzielle Basis für Miete und Betriebskosten fehlt.

Dabei begann alles verheißungsvoll. Angetreten war man mit der Vision eines Zusammenschlusses von engagierten Menschen unterschiedlichster Altersgruppen, um deren Wissen und Lebenserfahrung ehrenamtlich weiterzugeben. Intensiv hatte man sich darauf vorbereitet. So absolvierte unter anderem die Vereinsvorsitzende, Helma Stumm, 2005 in Weimar die Ausbildung zum Seniorkompetenztrainer. „Als Einzelkämpfer kann man nur wenig erreichen, aber mit der Kraft eines Vereines wird es möglich, gemeinsame Projekte zu entwickeln und durchzuführen“, erklärt die Vereinsvorsitzende Helma Stumm die Idee der Vereinsgründung. Dabei baute sie auf ihr Organisationstalent. Erinnert sei hier in diesem Zusammenhang nur an das traditionelle Sülzenfest, welches in diesem Jahr bereits in die 15. Auflage geht. In Karin Puffe fand sie eine begeisterte Mitstreiterin. „Wir waren ein tolles Team, Karin die große Denkerin und ich die große Organisatorin“, bringt Helma Stumm das Zusammenspiel auf den Punkt.

Über fast zehn Jahre Vereinsarbeit hat man sich stets als Impulsgeber und Multiplikator für das bürgerschaftliche Engagement in Gera gesehen und leistete einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität in der Stadt.

Schon frühzeitig erkannte die damalige Geraer Sozialdezernentin Christiane Neudert, dass im Senior-Kompetenzteam befindliche Potenzial. Sie hat während ihrer Amtszeit, das Team bei seiner Arbeit hilfreich unterstützt und gefördert. So wurde der Verein auch mit seinem Büro vorerst in der Gagarinstraße 101 heimisch, bis zum Umzug 2009 in die Ernst-Toller-Straße 8.

Mit dem neuen Vermieter, der GWB „Elstertal“, wurde man rasch einig. Mit dem Rückzug der Stadt hinsichtlich der finanziellen Förderung gelang es 2014 eine Kooperationsvereinbarung mit dem Volkssolidarität Kreisverband Gera e.V. einzugehen, wodurch die weitere Arbeit des Vereins erst einmal gesichert war. Trotz ernsthafter Bemühungen seitens des Vereins konnte nach Ablauf der Vereinbarung selbige nicht verlängert werden. Die Auflösung des Vereins ist inzwischen beschlossen, womit das Ende eines der führenden Kompetenzteams der Bundesrepublik endgültig besiegelt ist.

Auch wenn der Verein im Vereinsregister gestrichen wird, die Mitglieder haben Bleibendes geschaffen und Projekte initiiert, die auf das Engste mit der Stadt Gera verbunden sind und verbunden bleiben, auch wenn einige nur in den Erinnerungen weiter bestehen werden.

Eines der letzten Projekte war die Begleitung des Baus der Boule-Anlage im Langenberger Wohnareal „Zu den Wiesen“. Ähnlich wie die vom Verein gemeinsam mit dem Fachdienst Stadtgrün geschaffenen Boule-Anlage im Hofwiesenpark 2009. Damit wurde damals das Boule-Spiel nach Gera geholt. Die Langenberger haben diese neue Offerte von Beginn an in ihr Herz geschlossen und Ortsteilbürgermeister Matthias Kirsch lud während der Eröffnung alle zum Turnier um den „Pokal des Ortsteilbürgermeisters“ ein. Im Vorjahr wurde der Pokal erstmals vergeben. Das soll zur Tradition werden. Möglich wurde die Realisierung durch die Unterstützung der Wohngenossenschaft „Neuer Weg“, wobei sich Rita Schmidt vom Vorstand und Detlef Wittig besonders verdient gemacht haben, stellt Helma Stumm heraus.

Sehr gut erinnert sich die noch Vereinsvorsitzende an das Projekt „Höhlerphantasien“, bei dem es in enger Zusammenarbeit mit dem Verein zur Erhaltung der Geraer Höhler e.V. und dem Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium den Seniorentrainern gelungen war Schüler für die Höhlerwelt zu begeistern. „Es war einfach phantastisch, was mit diesem generationsübergreifenden Projekt geschaffen wurde und mit welcher Begeisterung und Kreativität die Schüler unter Leitung von Birgit Kupfer bei der Sache waren“, erzählt Helma Stumm.

Unvergesslich bleibt das Projekt „Radelnde Buga-Botschafter“. „Christiane Neudert hatte die Idee, ausgehend von der Buga Gera-Ronneburg 2007, den Staffelstab zur Buga nach Schwerin zu bringen.

Was Helma Stumm letztlich nun bleibt, ist allen, die als Mitglieder oder Förderer das große Engagement des seniorTRAINERinnen-Kompetenzteams über fast ein Jahrzehnt unterstützt haben, danke zu sagen.

Einen kleinen Trost hat Helma Stumm, dass dem Verein gehörende Eigentum fällt an das SOS Kinderdorf. So erfüllt der Verein noch bis zuletzt und mit dem Letzten noch einen guten Zweck. 

( Reinhard Schulze, 28.05.2016 )

zurück