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Flugplatz für zehn Jahre gemietet

Bereits seit 2007 ist Unternehmer Peter Künast aus Pößneck Besitzer des Gebäudekomplexes am Flugplatz Gera-Leumnitz. Als die Stadtwerke Gera in Insolvenz anmeldeten, musste kurze Zeit später auch die Flugplatz Betreibergesellschaft, welche unmittelbar zum damaligen Konstrukt gehörte, in Insolvenz gehen, so dass der Landeplatz auf der Kippe stand. Die Stadt Gera konnte den weiteren Betrieb nicht übernehmen. Bereits hier sprang Künast in die Presche und hielt den Flugbetrieb im letzten Jahr aufrecht. „Nach reichlicher Überlegung und Gesprächen mit der Stadt einigten wir uns auf das einjährige Engagement. Die Stadt konnte somit auf einen Weiterbetrieb setzen und natürlich habe ich als Besitzer des Gebäudes großes Interesse daran, dass es weitergeht, denn ein Tower ohne Flugbetrieb ist ziemlich überflüssig und somit wäre das ganze Objekt unwirtschaftlich. Zudem habe ich hier 2006 selbst den Flugschein gemacht und durch mein Unternehmen und die dadurch anfallenden Flugreisen selbst einen Grund, dass der Flugbetrieb weiter lief“, erklärt Künast zu seinen Beweggründen.

Bewusst und auch von der Stadt so gewollt ging man die Kooperation für ein Jahr ein. Zum einen wollte Künast selbst sehen, ob alles so umsetzbar ist wie gewollt und zum anderen wollte die Stadt sehen, ob das Projekt mit dem Unternehmer funktioniert. Hinzu kam, dass man sich in der Verwaltung erst einmal einen Überblick zu den Eigentumsverhältnissen der Flächen verschaffen musste, denn dies war durch die Insolvenz der Stadtwerke nicht ganz klar. So musste festgestellt werden, um welche Flächen es genau geht, welche Größe diese haben, wozu sie benötigt werden, welchen Wert diese haben und wie es andere lokale Flugplätze machen. In dieser Zeit stand man ständig in Kontakt und wurde sich schließlich darüber einig, dass Peter Künast auch weiterhin Betreiber des Flugverkehrsplatzes, wie es im Fachjargon richtig heißt, bleibt. Dafür kaufte die Stadt die Grundstücke aus der Insolvenzmasse vom Insolvenzverwalter und kaufte zudem noch weitere Grundstücke auf dem Gelände, um diese nun in einem Stück an den Betreiber zu vermieten. „In der Vergangenheit wurde das immer etwas falsch kommuniziert. Die Gebäude habe ich ja bereits gekauft. Ich miete nur die Flugbetriebsflächen. Also das worauf die Flugzeuge stehen und sich bewegen“, stellt der Unternehmer richtig. Wie hoch die Mietkosten sind, ist nicht bekannt, aber Peter Künast ist der Meinung, dass beide Seiten zufrieden sein können. Für die kommenden Jahre hat sich sein Betätigungsfeld nun um die Betreibung des Flugplatzes erweitert, was er sich wohl selbst vor ein paar Jahren so nicht vorgestellt hat. „Wir sind im Bereich Leergut- und Logistikanlagen europaweit tätig. Daher ist es für mich auch wichtig, das es diesen Flugplatz gibt. Wir nutzen diesen ja selbst um schnell vor Ort sein zu können wenn es nötig ist, um unsere Mitarbeiter zu wichtigen Termin zu befördern und auch um zu Geschäftsterminen zu reisen“, so Künast. Der zehnjährige Mietvertrag gibt aber nicht nur Peter Künast und den sieben im Gebäudekomplex ansässigen Firmen Sicherheit für die weitere Entwicklung, sondern ist auch ein wichtiger Punkt für die Region, wenn es um weitere Unternehmensansiedlungen geht, da diese heute auf eine gute bestehende Infrastruktur, zu der auch ein Flugplatz zählt, achten. Zudem sind hier Sportvereine ansässig, die jetzt wieder langfristig planen können. „Wir sind kein Drehkreuz und auch kein Platz auf welchem Frachten an- und abgeliefert werden oder Passagiere im großen Stil in den Urlaub fliegen können. Zwar werden auch kleinere Sachen bis zu einer Tonne transportiert, aber unser Fokus sind eben Vereine, Flugschulen, Privatpersonen und der Reiseverkehr im Managementbereich“, erklärt Künast. Zudem hat man eine öffentliche Daseinsfürsorge, was heißt das man Sorge dafür trägt das bsw. Polizei und Noteinsatzkräfte hier landen und starten können.

Im letzten Jahr sind die Flugbewegungen gestiegen, was Peter Künast freut, der natürlich auch Ideen für die Zukunft in Leumnitz hat und diese mit steigenden Zahlen besser umsetzen kann. Zum einen will er die ca. 20 Arbeitsplätze, die hier bestehen halten und das Angebot weiter ausbauen. So öffnet ab 1. März die Gaststätte im Gebäude von Freitag bis Sonntag wieder und auch der Imbiss vor dem Haus wird ab diesem Zeitpunkt von Montag bis Freitag wieder in Betrieb gehen. Zudem wird es ab spätestens Mitte des Jahres eine Pension mit elf Zimmern im Haus geben. Die Nachfrage von Piloten, Durchreisenden, Kunden und auch Monteuren ist da. Die derzeit verfügbaren drei Zimmer sind ständig belegt. Wenn sich alles stabilisiert hat soll auch einer Weiterentwicklung des Flugplatzes mit Hilfe von Stadt und Investoren ins Auge gefasst werden. Dazu gehört zum Beispiel die Landebahnerweiterung nach EU Norm auf 1.220 Meter. Bisher ist diese 740 Meter lang und eine Erweiterung eröffnet neue Möglichkeiten für den Platz. Bereits stark genutzt wird die Tankstelle am Flugplatz. Damit man noch weitere Kunden gewinnen kann, will Peter Künast Angebot und Service ausbauen und den Flugplatz Gera-Leumnitz wieder nach vorn bringen. Dazu gehören auch einige Events und so findet am 16. und 17. April erneut der LowDub Auto Tuning Event statt, zwischen 27. und 29. Mai heißt es erneut „Pink Boogi“ bei dem die Gäste den Fallschirmsprung einmal hautnah erleben können. Im Juli wird es zudem ein Treffen der „Bücker-Jungmanns Maschinen“ geben, an welchem erneut über 20 Maschinen teilnehmen werden. Im August startet dann das Antonov Meeting mit ca. 30 Maschinen und die Deutsche Meisterschaft im Segelkunstfliegen wird ebenfalls in Gera ausgetragen. Der September steht wie in jedem Jahr mit „Flammende Sterne“ ganz im Zeichen der Feuerwerker und auch der „Pink Boogi“ wird noch ein zweites Mal in diesem Jahr stattfinden. Geplant sind noch weitere Events.

( Lars Werner, 16.01.2016 )

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