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Der „Chancengeber“ hatte Geburtstag

Auf einer Fläche von 18 Hektar, bestückt mit mehreren modernen Gebäuden, befindet sich im östlichen Stadtteil Leumnitz, fast unbemerkt und versteckt eine Institution, auf die die Otto-Dix-Stadt Gera stolz sein kann: das Christliche Jugenddorf (CJD) Berufsbildungswerk. Die gemeinnützige GmbH ist unter den bundesweit 150 Standorten eine der schönsten und erfolgreichsten Bildungseinrichtungen, die benachteiligten und behinderten jungen Menschen eine berufliche Perspektive bietet. Nun ist der „Chancengeber“ 25 geworden.

Auf einer unberechtigt bescheidenen Feierstunde in der schmucken Aula  wurde das Jubiläum für Rückschau und Vorschau genutzt. Eigentlich hätte der Geburtstag größere Öffentlichkeit und mehr Prominenz verdient. Es hat den Anschein, dass Gera nicht so recht zu würdigen weiß, welch eine Perle es mit dem CJD besitzt. Zur festlichen Stunde ließ sich die Oberbürgermeisterin wegen anderer Verpflichtungen entschuldigen. Jemand anderes von den Stadtoberen wurde nicht gesichtet. Nur die Greizer Landrätin ließ es sich nicht nehmen, den Jubilar zu würdigen.

Geschäftsführer Axel Stellmacher rief in Erinnerung, dass mit der Gründung der Bildungseinrichtung im Dezember 1990 der erste Förderlehrgang mit 36 Jugendlichen in der Lusaner Lobensteiner Straße startete. Ab 1992 wurde mit dem Bau des heutigen Standortes auf dem maroden ehemaligen GST-Gelände die größte Investition des CJD-Verbunds in den neuen Bundesländern in Angriff genommen.

Getreu dem Gebot „Keiner darf verlorengehen“, welches der christlichen Ethik entlehnt ist, wurden in den seither vergangenen 9125 Tagen 4800 Jugendlichen, also im Durchschnitt 190 Absolventen im Jahr, auf der Suche nach ihrem Platz in Beruf und Gesellschaft berufsorientierende und berufsvorbereitende Maßnahmen sowie Unterstützung und Begleitung bei der Ausbildung angeboten. Das umfängliche Leistungsspektrum umfasst 27 Berufe in sieben Berufsfeldern. 170 Mitarbeiter, durchweg ausgesprochene Spezialisten, betreuen derzeit 300 Lernwillige, wovon etwa 220 im Internat auf dem Gelände wohnen.

CJD Gera – das steht für Qualität der Ausbildung und Betreuung. Als anerkannter Partner kooperierender Arbeitsagenturen (besonders Gera und Altenburg) konnte 2005 das Berufsbildungswerk Gera erstmals zertifiziert werden. Es unterliegt seither der jährlichen Begutachtung, die man stets mit Bravour bestand. Was dazu beitrug: Im bundesweiten Berufswettbewerb erzielte die Geraer Einrichtung stets die besten Ergebnisse.

Die Agenturen messen die Qualität insbesondere auch an der Integrationsquote nach der Ausbildung, von der Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung bis zur positiven Entwicklung der Rehabilitanden. Das CJD Gera erreicht eine Vermittlungsquote von über 60 Prozent. Im September 2014 führte man einen Rehapädagogischen Fachdienst ein und erarbeitete eine Anleitung, wie sich der Abbruch von Ausbildungsverhältnissen vermeiden lässt.

Lutz Mania, Geschäftsführer der Regionaldirektion bei der Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt/Thüringen, würdigte die Leistungen der Geraer Einrichtung und den 2014 gestarteten „Strategieprozess“, der auf Straffung der Organisation und langfristige Profilierung zielt. Dem diene auch ein neuer Rahmenvertrag zwischen Arbeitsagentur und Berufsbildungswerk. Darin gehe es u.a. um ein qualitativ besseres Angebot der Rehabilitation, wozu auch die verzahnte Ausbildung mit Wirtschaftsunternehmen (z.B. in Gera und im Landkreis Greiz) gehört.

Das CJD als Erfolgsmodell hat viel erreicht. Nun erwarten es höhere Herausforderungen. Kein Zweifel: die hochmotivierten Mitarbeiter werden diese auch in den nächsten 25 Jahren meistern.

( Harald Baumann, 09.01.2016 )

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