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Auf Bier, Blendax, Zigaretten und Ba-du-san folgt – Jürgen Drews

Gera (NG). Viel hat der historische Braukeller von Karl Klotz, 1880 erbaut, schon erlebt. Fürsten gaben ihm einst seinen heutigen Platz im reußischen Hopfengarten, Nationalsozialisten und der sozialistische Arbeiter- und Bauernstaat kamen und gingen wieder, Bomben trafen ihn, konnten ihn aber nicht zerstören, es roch nach Großbrauerei, MAHALESI-Zigaretten und Zahncreme, der Geraer Brauverein wurde hier gegründet und die Blendax-Werke und es ist die Heimat der Ba-du-san-Ente.

135 Jahre Geschichte haben in meterdickem Bruchstein unter den fünf Meter hohen Tonnengewölben überlebt und konnten gerettet und saniert werden, weil Glück, Mut und Verstand im richtigen Moment zusammenkamen. „Nach langen Überlegungen, wie man mit dem 3.000 Quadratmeter großen Innenstadtareal umgehen könnte, entschieden sich der Eigentümer und die beratenden Architekten für das Wagnis einer vollumfänglichen Sanierung. Ohne Baupläne und ohne die sehr wechselhafte Geschichte mit all ihren Veränderungen damals schon zu kennen. Nach eingehender Untersuchung der vorhandenen Bausubstanz mussten viele Pläne und Ideen aber doch verworfen werden. Zwei der drei Vollgeschosse erwiesen sich als wirtschaftlich unsanierbar und mussten abgerissen werden. Um den außergewöhnlich aufwendig aus Bruchsteinen gemauerten Braukeller zu retten, musste der Abbruch vorsichtig und weitgehend von Hand erfolgen”, erklärt Klaus Winkler vom Verein „1880 Altes Brauhaus”.

14.500 Kubikmeter Raum wurden Stein für Stein abgetragen und der Braukeller überlebte auch diesen Eingriff fast unbeschadet. Im Winter 2013 begann die eigentliche Sanierung der verbliebenen 1.600 Quadratmeter Brau- und Eiskeller. Für die extrem seltene Chance, ein so großes und fast unangetastetes historisches Gebäude von der Gründerzeit in die Neuzeit zu entwickeln, fand sich ein Team aus erfahrenen Architekten, Ingenieuren, regionalen Handwerksbetrieben und die Stadt Gera zusammen. Zwei Jahre Zeit und eine Investition von rund zwei Millionen Euro wurden eingeplant. Die Arbeiten an dem Gebäude brachten noch sehr viele Überraschungen. Im Mai 2014 wurde zufällig hinter einer Wand ein Keller mit dem original erhaltenen Braubrunnen entdeckt, freigelegt und nach Untersuchung durch die Höhenretter der Geraer Feuerwehr für solide und in bestem Zustand befunden. Mit einem Durchmesser von über zwei Metern und einer Tiefe von über 20 Metern ist es sicher einer der größten erhaltenen Tiefbrunnen der Stadt. Alte Treppenhäuser, Granatensplitter, ein Tiefkeller, ein Schindler-Aufzug aus dem Jahr 1911; es gab sehr viel zu entdecken. Die ständig neuen Anforderungen brachten viele Änderungen an den Plänen und verlangten viel von den Planern und Fachbetrieben. Trotz all der Schwierigkeiten blieb die Baustelle im Zeit- und Kostenrahmen und so können die Geraer am heutigen Sonnabend bereits einen ersten Blick in das „1880“ werfen.

Auf der Grand-Opening-Party, ab 22 Uhr, legen namhafte DJ‘s auf und die Partygänger bekommen ausgiebig Zeit den Club zu testen. Tickets unter http://1880.one/tickets.html

Am Freitag, 20. November, eröffnet das „1880 Alte Brauerei“ mit einem Festakt. Das „1880” ist dann täglich ab 11 Uhr geöffnet.

„Ab November können die Gäste im Ristorante Il Barile leichte mediterrane Küche genießen. Zudem wird die Lounge-Bar täglich geöffnet sein. Ziel der Verantwortlichen ist es, diese als Treffpunkt von früh bis spät zu etablieren. Ob Frühstück, Lunch oder After Work, Cocktails oder Whiskey und Wein, hier soll ab November alles möglich sein. Unser 1880 Club fasst 999 Gäste und kann auf bis zu drei Floors bespielt werden. Modernste Laser-, LED-Light- und Video-systeme und ein extra für das 1880 mit BOSCH entwickeltes System sorgen für den richtigen Sound. Die Studiobühne mit fest verbauter Bühnen-, Licht- und Tontechnik und eigener Event-Bar bietet Platz für bis zu 450 Konzertbesucher”, zeigt Winkler die Vorzüge der neuen Veranstaltungshalle auf. Als erster Showact sind am 12. Dezember Jürgen Drews und Bernie Paul live zu Gast und treten bei der „Mallorca meets Ibiza Nacht“ zusammen mit namhaften DJ‘s auf.

Auf den Punkt gebracht: „Für Konferenzen und Tagungen, für Weihnachtsfeiern, Hochzeiten oder Partys können Räume und Teile der historischen Bierkeller angemietet werden. Summer-Square - der 2.000 Quadratmeter große Außen-Eventbereich öffnet im Sommer 2016. Das Sonnendeck erweitert ab Frühjahr 2016 die Lounge-Bar”, freut er sich auf das Kommende und erklärt: „Als Betreibermodell wurde von Anfang an ein Betriebsverein mit Spezialisten favorisiert. Geführt wird der Verein daher konsequenterweise von einem Wirtschaftsprüfer aus Gera. Restaurant, Bar, Event und Technik werden heute von erfahrenen Vereinsmitgliedern geführt. Ein Förderverein, an dem sich bereits viele Geraer Unternehmer und Unternehmen beteiligt haben, unterstützt das Eventprogramm finanziell und bei der künstlerischen Auswahl”, erklärt Winkler. 

( Gera (NG), 17.10.2015 )

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