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Hurra, das Baby ist da

Das Baby ist da. Die Freude ist riesig. Schon nach wenigen Tagen, werden Mütter aus der Klinik entlassen. Zu Hause beginnt, trotz aller Freuden, der ganz normale Wahnsinn: das Baby schreit, niemand kauft ein, das Geschwisterkind ist eifersüchtig und der besorgte Vater hat keinen Urlaub mehr, die Großeltern wohnen weit weg. Zu schnell merken die frischgebackenen Eltern, dass die Babyzeit zum Stress wird.

Dabei hat man sich eigentlich gut vorbereitet. So manche junge Mutter hat Kurse besucht, in Büchern gelesen und dann ist doch alles ganz anders, man fühlt sich überfordert, Stress pur statt Idylle. Hier setzt die Hilfe von „wellcome“ ein. Wie ein Engel schweben die ehrenamtlichen Helfer der „wellcome“ gGmbH über dem jungen Glück und bieten Hilfe an: sie wachen über den Schlaf des Babys, während die junge Mutti sich duscht, isst oder einfach nur mal kurz abschalten will. Bei Bedarf kaufen sie auch ein, kümmern sich um die Geschwisterkinder, gehen mit ihnen zum Spielplatz oder begleiten die junge Mutti zum Kinderarzt, stehen mit Rat und Tat zur Seite oder hören einfach nur zu. „Allein kann man es nicht schaffen“, eine Erfahrung die auch Rose Volz-Schmidt, Gründerin und Geschäftsführerin der „wellcome“ gGmbH, machen musste. Dabei glaubte sie, obwohl gut situiert und vorbereitet, alles im Griff zu haben. Die Sozialpädagogin und ihr Mann erlebten, dass die erste Zeit mit ihrem Kind „gar nicht so idyllisch ist, wie es erzählt wird“. Sie hatte kein nachbarschaftliches Netzwerk und keine Verwandten in der Nähe. Als sie nach einem halben Jahr wieder in ihren Beruf einstieg, erzählte sie, wie es wirklich war. „Ich hörte im Gegenzug dann immer mehr ähnliche Geschichten“, sagte sie, anlässlich der Eröffnung des „wellcome“ Standortes Gera. „Geschichten von Verzweiflung und Überforderung waren das“. So war die Idee geboren, gestressten Eltern Hilfe anzubieten. 2002 gründete sie in Hamburg die „wellcome“ gGmbH.

Seit kurzem erhalten nun auch in Gera die frischgebackenen Eltern nach der Geburt im Familienzentrum im Mehrgenerationenhaus in Bieblach-Ost von den „Engeln“ Hilfe und Unterstützung. Genaugenommen gibt es das Projekt bereits seit April. „Es bedurfte einer gewissen Vorbereitungsphase, wozu auch die Suche nach den Engeln zählte“, so Katharina Philipp, die Koordinatorin des wellcome-Teams in Gera. Mit Katrin Müller, Roswitha Eichhorn und Eveline Graumnitz, waren bei der Eröffnung drei der derzeit neun Ehrenamtlichen vor Ort.

Die Hilfsbereitschaft sei groß, doch ist es nicht immer möglich, bedingt durch die persönliche Situation, auf alle Ehrenamtlichen zurückzugreifen, meint Katharina Philipp. Die Unterstützung durch „wellcome“ findet  ein- bis zweimal pro Woche statt. Eltern, die diese Hilfe in Anspruch nehmen, zahlen einen kleinen Beitrag. Die ehrenamtlichen „Engel“ sind über das Projekt versichert und bekommen ihre Fahrtkosten ersetzt.

„In einer Gesellschaft, die sich verändert, in der die Familien kleiner und auf sich gestellt sind, muss eine neue Art von Solidarität entstehen“, sagte Heike Werner, Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, bei der Eröffnung des „wellcome“ Standortes in Gera. “Der Bitte, für dieses Projekt die Schirmherrschaft zu übernehmen, habe ich gern entsprochen“, so die Ministerin.

„Wellcome“ will nach Worten seiner Gründerin Rose Volz-Schmidt einen Beitrag zu einer Gesellschaft leisten, in der Kinder willkommen sind. Dazu gehöre auch, Verantwortung zu übernehmen und dort zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Ziel sei es, ein Netz zwischen Sozialpolitik, Entbindungsstationen, Hebammen und Ehrenamtlichen zu knüpfen. Derzeit engagieren sich nach Angaben von „wellcome“ bundesweit über 3.000 Ehrenamtliche in mehr als 220 Teams in 15 Bundesländern, darunter in Thüringenneben Gera auch in Erfurt und Jena. „Eine tolle Sache“, findet auch Birgit Klemm, Fachdienstleiterin Kinder- und Jugendhilfe, die die Grüße der Oberbürgermeisterin zum Gelingen des Projektes überbrachte und darauf hofft, dass auch aus ihrem Fachdienst Mitarbeiter sich bereit erklären, als Engel mitzuwirken, um mitzuhelfen das aus dem Familienglück pure Idylle wird.

( Reinhard Schulze, 17.10.2015 )

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