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Er hat die Nutzernummer 3113

Ein dunkles Capi, eine blaue Sweatjacke, eine Kamera, ein Mikro, Kopfhörer – das ist Heinz. Er flitzt, filmt, fragt. 
Eigentlich ist Heinz, mit Nachnamen Roeske, von Beruf Marketingverantwortlicher für die Bad Lobenstein Therme. Doch viele, wenn nicht sogar die meisten, kennen ihn als Heinz, der vor Ort ist, der nah am Geschehen ist, der über Ereignisse berichtet. Heinz, der Bürgerreporter.
Alles begann vor fünf Jahren. „Jährlich organisieren wir in Bad Lobenstein einen Walking Tag. Mit dabei war Vera Hohlfeld. Nachdem ich einen damals befreundeten Journalisten fragte, ob er darüber einen Bericht machen wöllte und er dafür Geld verlangte, dachte ich mir, dann mach ich es selbst. So ging ich zum Bürgerfernsehen, damals noch Offener Kanal Gera (OK), heute Thüringer Medienbildungszentrum, und wurde Nutzer mit der Nummer 3113. Gemeinsam mit Thomas Elzner, er hat mir in den Jahren viel gezeigt und beigebracht, habe ich meinen ersten Film gedreht”, erinnert sich Heinz zurück. 
So begann seine Geschichte als rasender Reporter mit der Idee, über all das zu berichten, wo der MDR nicht hinkommt. „Ich besuchte viele Lehrgänge im OK und habe mich intensiv mit der Technik auseinandergesetzt.” Heute hat er ein eigenes Schnittprogramm zu Hause. Bis dato sind von ihm 149 Filme produziert und über die Röhre geflimmert. Zudem unterstützt er die Nachrichtenredaktion mit Beiträgen. Die Kamera ist sein Hobby. Seine Frau, die treuste Verbündete. Seine Töchter, die besten Kritiker. „Von Anfang an hat mich meine Frau unterstützt, ist oftmals meine Kamerafrau und an fast allen Orten mit dabei”, weiß er ihre Leidenschaft, sich für das gleiche Hobby zu interessieren, zu schätzen. 90 Prozent seiner Freizeit investiert er in die Filmerei. „Filmen ist für mich Entspannung und eine Sucht.” Dass er seinem Hobby in diesem Umfang frönen kann, auch zu Zeiten vor Ort sein kann, wenn er normalerweise am Schreibtisch sitzen müsste, ist auch seiner Chefin, Regina Nordhaus, zu verdanken. „Wir sind beides Gersche Fettguschen und brennen nicht nur für Bad Losbenstein, sondern auch für unsere Heimatstadt und Ostthüringen.” 
Mit seinen Beiträgen will Heinz den Menschen, den Zuschauern, den Spiegel vors Gesicht halten. „Viel mehr Bürger sollten eine Kamera in die Hand nehmen und dokumentieren, was in ihrer Nachbarschaft passiert.” Ungekürzt und unszensiert, unverblümt und unkommentiert und dabei ungefragt zeigt Heinz den Bürger und das, was ihn bewegt. Dafür sind seine Beiträge bekannt. Dafür bekam er zum zweiten Mal eine Auszeichnung im Rahmen des „Rundfunkpreises Mitteldeutschland - Bürgermedien“. Seine Reportage ‚Heinz unterwegs... - in Gera-Liebschwitz zur Informationsveranstaltung zum geplanten Erstaufnahmeobjekt für Flüchtlinge‘ hat den mit 500 Euro dotierten „Länderpreis Thüringen“ gewonnen. „Mit seinem Beitrag beweist Heinz Roeske, dass Bürgermedien gerade in diesen Tagen hochgradig relevant sind. Er kommentiert nicht, sondern beobachtet mit der Kamera das Geschehen in einem Geraer Ortsteil. Dabei scheut er sich als ehrenamtlicher Bürgerreporter nicht, inmitten erhitzter Gemüter unbequeme Fragen zu stellen”, heißt es in der Laudatio. Der von den drei mitteildeutschen Medienanstalten verliehene „Rundfunkpreis Mitteldeutschland - Bürgermedien“ wird jährlich für herausragende Produktionen in Offenen Kanälen und nichtkommerziellen Radios in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vergeben.
„Heinz Roeske gehört derzeit zu den engagiertesten Nutzern im Thüringer Medienbildungszentrum der TLM. Ohne sein ehrenamtliches Engagement, das heißt ohne sein unentgeltliches Wirken als Bürgerredakteur in seiner Freizeit, fehlten Bausteine für ein attraktives Programm. Insofern freuen wir uns sehr, dass er für seinen Beitrag zur aktuellen Flüchtlingspolitik mit dem Länderpreis Thüringen ausgezeichnet wurde“, sagt Ute Reinhöfer, Leiterin des Thüringer Medienbildungszentrums.


( Fanny Zölsmann, 10.10.2015 )

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