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„Man muss es einfach nur wollen“

Vielleicht nicht alles, aber doch vieles kann man schaffen, wenn man nur will, die Ausdauer dazu hat, auch manchmal eher etwas unkonventionelle Wege beschreitet, sich aber immer bei den eigenen Entscheidungen von seinen Visionen leiten lässt. Wenn einer das weiß, dann ist es Ronny Fröhlich. Der heute 34-Jährige hat es geschafft. Er hat viel von der Welt gesehen und mit einem Studienfreund 2014 eine eigene Firma, eine Onlineparfümerie für den Mittleren Osten, aufgebaut. Der Sitz des Unternehmens „Golden Scent“ ist im saudiarabischen Dubai.  Im ersten Geschäftsjahr lag der Umsatz bei einer Million Dollar. Im Visier für die kommenden Jahre hat er die Ausdehnung des Geschäftsbereiches auf die anderen Golf-Staaten und schon jetzt träumt er davon, vielleicht in zehn Jahren, im US-amerikanischen Kalifornien Fuß zu fassen.
Was eher wie eine Bilderbuchkarriere erscheint, erweist sich dann aber doch eher als ein harter und zielgerichteter Weg. „Ich wollte von Anfang an immer Chef eines eigenen Unternehmens sein“, sagt er, was für ihn auch einschloss, auf dem Weg dahin, attraktive Angebote abzulehnen, wenn sie nicht in die persönliche  Lebensplanung passten. 
Vielleicht war es auch der nicht immer so geradlinige Weg, der seine Lebensgeschichte für die Fachoberschüler der Staatlichen Berufsbildenden Schule Technik so spannend werden ließ. Schulleiter Rainer Hädrich hatte den Fachoberschulabsolventen der SBBS Technik aus dem Jahrgang 2003 eingeladen. „Die Idee war, eine Veranstaltungsreihe über erfolgreiche ehemalige SBBS-Absolventen zu initiieren, in der sie über ihre erfolgreiche berufliche Laufbahn berichten, um so unseren jungen Fachoberschülern Mut zu machen, ihren eigenen Weg zu gehen“, so der Schulleiter. 
Dass aus einem Kracher, wie Rainer Hädrich Ronny Fröhlich ankündigte, ein leuchtender Komet wurde, hatte ihn selbst überrascht. „Im kommenden Jahr feiere ich mein 25-jähriges Jubiläum als Schulleiter dieser Berufsschule. Ich habe in dieser Zeit noch nie erlebt, dass so viele Schüler gut eineinhalb Stunden so ruhig und gespannt einem Vortrag folgten.“
Ein Wunderkind war  und ist Ronny Fröhlich mit Sicherheit nicht und auch seine Eltern hätten sich nie vorstellen können, dass ausgerechnet ihr Sohn einmal in weiter Ferne Chef seines eigenen Unternehmens sein wird.
Von der Grundschule in Töppeln über die Realschule in Kraftsdorf, erlernte er den Beruf eines Kfz-Elektrikers. Mit Blick zurück, schätzt er sich eher als ein mittelmäßiger Schüler ein. Als er 2003 die Berufsschule hoch motiviert für das Erreichen seiner persönlichen Ziele verließ, wies sein Zeugnis einen Notendurchschnitt von 1,3 als Klassenbester auf. Das frühere Mittelmaß schob er eher auf den mangelnden eigenen Fleiß. Der Berufsschule hingegen bescheinigte er eine sehr gute Arbeit und erinnert sich noch daran, dass er bereits nach einem Jahr Informatik seine erste Webseite programmierte.
Nun hieß es für ihn, weiter lernen und nichts als lernen. Am Anfang waren es mehr die Ferienjobs und das Hören von Probevorlesungen  an den Fachhochschulen in Jena und Zwickau. Als richtig sollte sich die Entscheidung für ein Studium der internationalen Unternehmensführung, mit Schwerpunkt arabische Länder, an der Universität in Bremen erweisen, welches ihm dann später so manche Tür öffnete. 
Seinen Zuhörern gab er mit auf den Weg, gerade die ersten Jahre im Beruf dazu zu benutzen, um für sich herauszufinden, was man wirklich will. Doch dann müsse man dran bleiben und Ausdauer haben. 
So hob er sich auch von seinen Kommilitonen ab, ließ sich nicht von dem Flair des Studentenalltages leiten, sondern nutzte seine Chancen bei Auslandspraktika wie in Goa, Kairo oder Dubai und arbeitete sich mehr und mehr in die Unternehmensleitung ein. Zuvor jobbte er bei Audi am Band, verdiente so sein Geld fürs Studium und nicht selten in Nachtschichten. Die Chancen für ein berufliches Weiterkommen nach dem Studium fielen da eher bescheiden aus. Die Finanzwelt steckte 2008 in einer Krise, Bewerbungen wurden abgelehnt und Vorstellungsgespräche brachten nicht das erwünschte Ergebnis. So nahm er das Angebot der global agierenden Dywidag-International GmbH als Baukaufmann an, was ihn für drei Jahre nach Äquatorialguinea führte. Weitere Stationen auf dem Vorankommen zur Verwirklichung seines Ziels, eigener Unternehmenschef zu sein, waren Tansania und Mosambik. Doch auch auf deutschem Boden sammelte er wichtige berufliche Erfahrungen wie bei der Bremer Logistic Group, ehemals Bremer Lagerbaugesellschaft. Voraussetzung waren vor allem auch sprachliche Kenntnisse. „Englisch habe ich in der Schule gelernt, worauf ich aufbauen konnte. Heute spreche ich fließend Portugiesisch, Spanisch und gut Arabisch“, sagt er. Seinen Zuhörern gab er abschließend mit auf den Weg: „Wichtig ist, dass man motiviert ist für das, wofür man sich interessiert, was man wirklich will und woran man Spaß hat. Haben Sie den Mut. Machen Sie es. Sie packen es!“
 

( Reinhard Schuze, 10.10.2015 )

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