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Sichtweisen: „Wie wir die Welt sehen”

Viereinhalb Wochen hatten Fotografen aus ganz Deutschland Zeit, sich für den 11. Aenne-Biermann-Preis für Gegenwartsfotografie beim Museum für Angewandte Kunst zu bewerben. Die Zeit war deswegen so knapp bemessen, da bis zum April wegen des nicht genehmigten Haushaltes der Stadt Gera überhaupt nicht klar war, ob der Preis vergeben werden kann. Nicht nur das Preisgeld war zu sichern, sondern auch die Kosten, die eine solche Ausschreibung und die anschließende Ausstellung mit all ihrer Logistik fordert. Der Sparkassen-Versicherung, die seit 2003 Mitveranstalter ist, dem Land Thüringen und weiteren Sponsoren ist es zu danken, dass der seit 1992 biennal durchgeführte Aenne-Biermann-Preis nicht der Vergangenheit angehört. 
95 Einsender, die sich mit 172 Arbeiten bewarben, folgten dem Ruf aus Gera. Mit Serien und originalfotografischen Büchern wollten sie ihre Können beweisen. Eine fünfköpfige Jury hatte nun die Aufgabe, die Preisträger- und Anerkennungsfotografien auszuwählen. Daraus entstand eine Schau mit rund 200 Arbeiten, kuratiert vom erfahrenen Geraer Fotografen und Buchgestalter Frank Rüdiger. Die Ausstellung ist derzeit bis zum 15. November im Museum zu sehen. Allen Arbeiten gemein sei die Abkehr bloßer fotografischer Abbilder der Welt durch intensive Reflexion künstlerischer Konzeptionen, stellte der Kurator fest. 
Den ersten Preis erhielt der Leipziger Fotograf Daniel Poller, der mit zwei Serien in der Schau vertreten ist. In der Schwarz-Weiß-Serie „durch einfache Krafteinwirkung” zerschneidet er Bauwerke, Szenen aus dem Alltag oder Plastiken und setzt sie fotografisch zu einem neuen Bild zusammen. „Ich löse Zeitlichkeit auf und ermögliche so neue Sichtweisen auf die Welt”, sagt er. Der zweite Teil seiner Arbeiten zeigt wechselnde Fotos vom ungarischen Parlamentsvorplatz, den er mit drei Projektoren aufgenommen hat.
Der zweite Preis geht an Charlotte Sattler aus Leipzig und Maria Irl aus Gießen. Sie gestalteten die Serie „anders normal – Leben mit Down-Syndrom”. „Wir wollten nicht die Behinderung und das Mitleid in den Vordergrund stellen, sondern die normale Welt der behinderten Menschen, wie sie leben und wie sie ihren Alltag meistern, wie sie Glück und Lebensfreude ausstrahlen zeigen”, bekannte Charlotte Sattler. Der Kontakt sei über Vereine zustande gekommen. 
Mit dem dritten Preis bedachte die Jury Alxander Krack aus Berlin. Er erhielt die Auszeichnung für das Buchprojekt „morgens nüchtern, am Brunnen, zu Bett”, wobei er mit Augenzwinkern und leisem Humor den Mikrokosmos moderner Kurorte im Bild festhält. Je eine Anerkennung ging an Paul Altmann aus Leipzig, Jürgen Bergbauer aus Straubing, Aras Gökten aus Berlin und Melanie Hübner aus Berlin. „Da dem MAK sieben Räume für die Ausstellung zur Verfügung stehen und wir sieben Ausgezeichnete haben, ist jeder Raum einem Künstler gewidmet”, freut sich Frank Rüdiger.
Zu einer öffentlichen Führung mit dem Kurator Frank Rüdiger durch die Sonderausstellung lädt das Museum für Angewandte Kunst am Sonnabend, 3. Oktober, 15 Uhr, ein. 

( Helga Schubert, 26.09.2015 )

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