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Wenn mit Ängsten gespielt wird

Die fremdenfeindliche Thügida Bewegung und ihre zahlreichen Ableger, wie zum Beispiel die Initiativen „Wir lieben Ostthüringen“ und „Wir lieben Gera“, organisierten am vergangenen Sonnabend eine erneute Demonstration mit Kundgebung in Gera. Erschreckend war dabei zu sehen, dass die Bewegung, welche gegen die Flüchtlinge hetzt und aufwiegelt, einen großen Zulauf verzeichnen konnte und die Gegner dieser Bewegung weniger waren als beim ersten Aufmarsch im Juni diesen Jahres. Zwar sprach die Stadt am Montag von jeweils ca. 600 Personen auf beiden Seiten, jedoch konnte man vor Ort den Eindruck gewinnen, dass die Thügida Anhänger vor allem am Abend einen größeren Zulauf hatten. „Die fremdenfeindliche Entwicklung kann man nicht einfach hinnehmen, denn diese Hetze und die wieder salonfähig gewordenen Meinungen haben schon einmal funktioniert. Deshalb ist es wichtig Menschlichkeit und Mitgefühl zu zeigen“, war dabei immer wieder von den beteiligten Demonstranten zu hören. Auch die Stadt- und Landespolitik war mit Stadtrat, Bürgermeister Kurt Dannenberg und Ministerpräsident Ramelow vor Ort, die in ihren Reden klar machten, dass kein Platz für hohle Phrasen und rechte Parolen ist und dass man sich gern mit allen an einen Tisch setzt, um gemeinsam Lösungen zu finden. Nicht zu sehen war hingegen OB Dr. Viola Hahn und es wunderte so manchen Anwesenden, dass sie gerade in solch einer Situation nicht an der Seite ihrer Bürger steht. Unterstützt wurde das Ganze auch von vielen Angestellten der Stadt, welche an diesem Tag zudem Spenden für Flüchtlinge entgegennahmen und sortierten.
Erstaunlicherweise fand man jedoch auch Mitarbeiter der Stadt bei der Thügida Kundgebung. Zwar wurden wieder zahlreiche Personen nach Gera gelockt, aber eben auch zahlreiche und heute sogenannte „besorgte Bürger“ hörten sich die Reden des Greizer NPD-Mannes David Köckert an. Während ihrer Demonstration entlang der Reichsstraße wurde immer wieder angeprangert, dass die Flüchtlinge Asylschmarotzer seien, die Regierung weg müsse und die ewig Gestrigen und die sogenannten Gutmenschen falsch lägen. Zudem wird immer wieder mit der Angst der Menschen gespielt. Beispiele kursieren dazu genügend im Internet. Jedoch prüft diese niemand mehr nach, sondern man glaubt diese ohne selbst darüber nachzudenken, ob die Behauptungen tatsächlich mit Fakten untermauert werden können. Auf Nachfrage konnten die Anhänger der Kundgebung nicht genau sagen, warum sie sich der Thügida angeschlossen haben. Auf unsere Nachfrage bei einzelnen Personen kam nur „Wir denken deutsch“, „Ich sage nichts dazu, denn es wird eh anders wiedergegeben“ und natürlich, dass die Presse gesteuert sei. Die Politik in Europa und auch in Deutschland ist sich uneinig über das weitere Vorgehen beim Thema Flüchtlinge. Schön ist zu sehen, dass Deutschland ein Vorreiter ist, denn ohne Frage muss den Menschen geholfen werden. Doch dabei wird mit den Ängsten der Menschen gespielt, was ziemlich einfach ist, wenn sich nicht einmal Landes- und Bundespolitiker einig sind. Jedoch sollte man sich zusammen an einen Tisch setzen und Lösungen finden und nicht Menschen folgen, die mit Fremdenfeindlichkeit und Hetze arbeiten.


( Lars Werner, 26.09.2015 )

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