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Engagement für den Berufsstand

Es ist geschafft. 158 Absolventen in elf Gewerken erhielten anlässlich der Meisterfeier 2015 der Handwerkskammer für Ostthüringen im KuK ihren Meisterbrief sowie 15 Betriebswirte ihre Urkunden. Zum siebten Mal wurden auch insgesamt 44 Altmeister des Handwerks geehrt. Ihnen überreicht wurde der Goldene Meisterbrief beziehungsweise die Jubiläumsurkunde zum 60. Meisterjubiläum.
Die Goldene Ehrennadel, die höchste Auszeichnung, der Handwerkskammer ging an Günter Muckisch aus Gera, der 29 Jahre den Chor des Handwerks leitete.
Kammerpräsident Klaus Nützel zeigte sich hoch erfreut, über die zahlreichen Gäste, darunter auch zahlreiche Politiker, wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sowie die stellvertretende Ministerpräsidentin und Finanzministerin Heike Taubert.
Wie eh und je gilt auch heute noch, „Handwerk hat goldenen Boden“ und wie die Meisterehrung zeigte, bietet das Handwerk beste Karrierechancen. Dennoch gibt es keinen Grund sich auf dem Erreichten auszuruhen. So seien derzeit über 5.000 Ausbildungsplätze unbesetzt, so Bodo Ramelow. Und Klaus Nützel verwies darauf, dass  sich in gut zehn Jahren in 1.900 Handwerksbetrieben in Ostthüringen, das ist jeder vierte, die Frage nach einem Nachfolger stellt.
Einigkeit demonstrierten Kammerpräsident und Ministerpräsident hinsichtlich der großen Bedeutung des Handwerks. Ohne Handwerk, die Wirtschaftsmacht von Nebenan, geht nichts. So war es gerade das Handwerk, was in Krisenzeiten Stabilität in Umsatz und Beschäftigung bewies. Für den Fortbestand des Handwerks sei es von existenzieller Bedeutung, so der Kammerpräsident, den entsprechenden Fachkräftenachwuchs auszubilden. Nicht zur Disposition darf das System der dualen Ausbildung  stehen, für das Deutschland weltweit hohe Anerkennung genießt, ja sogar beneidet wird. „Gerade für diese duale Ausbildung brauchen wir Meister ihres Faches. Der Handwerksmeister ist nach wie vor die Voraussetzung und der Garant für das Funktionieren des weltweit anerkannten Systems der beruflichen Bildung im Handwerk. Für uns ist der Meisterbrief ein Qualitätssiegel, das nicht durch europäische Regelungen aufgeweicht werden darf“, bezieht Klaus Nützel klare Position. 
Aufgefordert sei aber auch die Politik, sich den immer stärker werdenden Akademisierungswahn entgegen zu stellen, so der Kammerpräsident. Nicht anders sieht es Bode Ramelow, der mehr Meister als Master forderte. 
65 Prozent der Schüler streben einen Hochschulabschluss an. Dagegen stehe eine nicht zu akzeptierende Abbrecherquote von einem Drittel. Dass ein Studienabschluss einen guten Arbeitsplatz garantiert, lasse sich durch die Praxis nicht belegen, so der Ministerpräsident.
Positiv bewertet Klaus Nützel die vor fünf Jahren initiierte Imagekampagne des  Handwerks, die dazu geführt hat, dass das Handwerk heute mehr Selbstbewusstsein zeigt. 
Bodo Ramelow verwies in seiner Festrede auf einen Slogan aus der Imagekampagne: „Uns interessiert nicht, woher du kommst. Uns interessiert, wohin du willst.“ Die Botschaft dieser Worte habe ihn „fast umgehauen“, sagt er. Daran anknüpfend schlug er den Bogen zur aktuellen gesellschaftlichen Situation und sieht unter den Migranten eine Möglichkeit, die offenen Ausbildungsplätze im Handwerk zu besetzen. Voraussetzung sei aber, so der Ministerpräsident, deutsche Sprachkenntnisse wie auch der feste Wille, es auch wirklich zu wollen.

( Reinhard Schulze, 05.09.2015 )

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