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Was man schon immer einmal wissen wollte

Gera, 31.07.2015. Morgen erlebt die Stadt Gera ein Radsport-Event der ganz besonderen Art. Vor fast einer Woche triumphierte André Greipel bei der 102. Tour de France auf dem Champs-Élysées von Paris. Für ihn war es der vierte Etappensieg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt, bei der er einmal mehr zeigte, dass er der schnellste Sprinter der Tour ist.

Heute Abend zählte er zu den Ehrengästen beim „Pre Opening“ im Novotel Gera. Er war aber nicht der einzige, den Moderator Sebastian Paddags zum Gespräch bat. Es war eine Mischung aus ehemaligen Fahrern und heute noch aktiven Rennern, die sich bei der Apres Tour Gera beim Rennen der Profis oder beim Prominentenrennen selbst noch einmal in den Sattel schwingen. Unter den zahleichen Gästen, auch junge Nachwuchssportler vom SSV Gera 1990. Sie wirkten eher etwas schüchtern und trauten sich wohl nicht so recht Fragen zu stellen. Dafür plauderten die Gesprächspartner eher offen, sorgten so für Heiterkeit und bekamen dafür auch ausreichend Beifall.

Drei Wochen auf dem Rad mit nur zwei Ruhetagen und selbst dann wird in die Pedale getreten, da bleibt nicht Zeit über viele Dinge nachzudenken. „Da denkt man eher an Zähne putzen, ans Essen und vielleicht noch an das Waschen“, erzählt André Greipel. Etwas, was Enrico Poitschke gut nachvollziehen kann. Allerdings sieht er es inzwischen von einer anderen Seite aus. 2007 ist er die Tour der Leiden selbst gefahren. Heute ist er Sportlicher Leiter beim einzigen deutschen Profiteam Bora-Argon 18. „Radfahren darf nicht mehr weh tun“, meint er auf sich gemünzt und muss dabei ein wenig lächeln. Selbst Olaf Ludwig, Olympiasieger von 1988, 2-facher Gewinner der Friedensfahrt, Tourstarter 1990 mit einem Etappensieg und dem Grünen Sprinttrikot und Gewinner der Tour-Abschlussetappe in Paris 1992, lässt es inzwischen langsamer angehen. „Am liebsten habe ich es bei 2-stelligen Temperaturen und Sonnenschein.“  Ob als Amateur, Profi oder jetzt als Rad-Tourenführer, für den heute 55-jährigen ist der „Radsport eine der schönsten Wohlfühlformen, die es gibt“.

Auch wenn zwischen dem alten Hasen Olaf Ludwig und dem jüngeren André Greipel, 32 Lebensjahre liegen, verbindet sie doch mehr als nur der Radsport. „Dreimal muss ich heute Olaf danke sagen. Erst war es Olaf bei der Friedensfahrt, als ich auf der Mülltonne saß, dann, als er in Paris die Schlussetappe bei der Tour de France gewann und danach, als ich 2006 einen Vertrag beim Team Telekom unterschrieb“, erzählt André Greipel und meint, „sein Buch ´Höllenritt auf der Himmelsleiter` habe ich gelesen. Schöne Bilder“. Aufzuhören, daran denkt André Greipel nicht und meint: „Ich lebe meinen  Traum vom Fahrrad fahren weiter.“ Während André Greipel im Geraer Team Köstritzer gefahren ist, blieb dennoch Rostock seine Heimat. „Im Team Köstritzer und beim SSV Gera bekam ich das, was für meine sportliche Entwicklung wichtig war. Mein Vater wollte, dass ich meine Lehre abschließe. Da blieb mir nichts anderes übrig als zwischen Rostock und Gera hin und her zu pendeln“, erzählt der gelernte Bürokaufmann. Sich aber vorzustellen, einmal in diesem Beruf zu arbeiten, das kann er nicht so recht. „Ich bin mehr ein Mensch der draußen ist. Für mich gibt es nichts schlimmeres, als in einem Büro eingesperrt zu sein.“ Den Kontakt zu seiner Ausbildungsstätte hält er noch. „Alles andere habe ich aber schnell vergessen“, sagt er mit einem kleinen Lächeln.

Das man sich auch über Erfolge des sportlichen Konkurrenten freuen kann, daran ließ an diesem Abend Enrico Poitschke keine  Zweifel. „Die vier Etappensiege von André waren auch schöne Tage für mich“, meint der 33-Jährige.

Von der Größe her nicht zu übersehen in der Talkrunde, der 1,98 m große Marcel Sieberg. Seit 20 Jahren eng befreundet mit André Greipel, teilen sich beide bei Radrennen das Zimmer. „Wenn die Betten unterschiedlich lang sind, dann überlasse ich André nach einem Sieg auch mal das längere Bett. Komme ich dann aus der Dusche liegt er in dem kürzeren Bett“, verrät Marcel Sieberg, der sich als Zugmaschine für den besten Sprinter sieht. Auf eigene Rechnung zu fahren, das kommt ihm nicht in den Sinn, er stellt seine Ambitionen komplett hintan. Gewinnt Greipel, ist Marcel Sieberg happy. Und das konnte er bei der diesjährigen Tour gleich vier Mal sein.

Über ihre Erlebnisse mit der Sportart Radsport und so manche Vision darüber kam Sebastian Paddags auch mit Hanke Kupfernagel, Marcel Sieberg, Robert Förstemann, Emanuel Raasch, Wolfgang Lötzsch sowie Hans Thiers ins Gespräch.

Es war ein gelungener Abend und eine wirkliche Einstimmung auf folgende Radsportevent: Apres Tour Gera 2015.

( Reinhard Schulze, 08.08.2015 )

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