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Langzeitarbeitslosen eine Chance geben

„Langzeitarbeitlosen eine Chance geben, denn sie sind oftmals besser als ihr Ruf.” Worten Taten folgen lassen, haben 14 der einst 25 Langzeitarbeitlosen, die vor gut einem Jahr als Hilfskräfte im SRH-Wald-Klinikum begonnen haben.

Es ist ein gemeinsames Projekt mit dem Jobcenter und der Beschäftigungsgesellschaft Otegau. „Wir haben dieses Abenteuer begonnen und haben den Menschen eine Chance geben wollen, die es nicht so einfach haben, weil wir auch eine gemeinnützige Stiftung sind”, betont SRH-Geschäftsführer Uwe Leder. „Die Krankenpflege ist die wichtigste Berufsgruppe in einem Klinikum, die Ärzte machen einen wichtigen, lebensnotwendigen Schnitt, doch es ist schlussendlich der Krankenpfleger, der zur vollen Genesung des Patienten beiträgt. Es sind eben gerade auch jene, die von vielen Nebentätigkeiten belastet werden und hier setzen die Hilfskräfte an”, so Leder und weiter: „Weil wir es uns leisten können, haben wir im vergangenen Jahr unsere Personalpolitik geändert und konnten vor allem im Pflegebereich wieder neue Stellen ausschreiben.”

Im September vergangenen Jahres begannen 25 Langzeitarbeitslose, nach einem Vorstellungsgespräch und zwölfwöchigem Praktikum, auf den Stationen den Krankenpflegern unterstützend zur Seite zu stehen. „Wir bereiten das Essen vor und nach, tragen für den Wäschewagen und die Desinfektion auf der Station Sorge und räumen sowohl die Apotheken- als auch die Materialbestellung an seinen Platz. Zudem sind wir für die Patienten da. Ob eine Zeitung am Kiosk, ein netter Plausch auf dem Balkon oder das Kissen aufschütteln, all das machen wir und zwar gerne”, freut sich die 48jährige Dagmar Lippold, die vor einem Jahr diese Chance erhielt und nun zu jenen gehört, die um ein Jahr verlängert wurden. Auch Marcus Schmiedel gehört zu den Arbeitskräften, die sich mit Herzblut täglich ihrer neuen Aufgabe stellen. Soweit, dass der 32jährige nun ab September eine Ausbildung zum Krankenhilfspfleger beginnt und damit dem Klinikum ebenfalls vorerst für ein weiteres Jahr erhalten bleibt.

„Die beste Hilfe die ein Langzeitarbeitsloser bekommen kann, ist Arbeit”, weiß Enrico Vogel, Geschäftsführer vom Jobcenter und hofft, dass sich nun noch mehr Geraer Unternehmen finden, die dem Beispiel des SRH folgen und Geraern eine Perspektive aufzeigen. Er kann diese Maßnahme als Erfolg verbuchen. So haben von den 25 begonnenen Teilnehmern, 14 eine Verlängerung erhalten, vier haben eigengekündigt, darunter auch Marcus Schmiedel, der aber nun eine Ausbildung beginnt, von sieben Arbeitnehmern habe man sich im Laufe der Zeit trennen müssen, „weil die Leistung einfach nicht gestimmt hat”, reflektiert Sigrid Pommer, Zentrumsleiterin Pflege am SRH. Sie kennt die Belastung für die Pfleger. „Die Hilfskräfte sind ein wichtiger Faktor. Während die Schwestern nur eine überschaubare Zeit am Bett verbringen können, sind die Hilfskräfte ein konstanter Ansprechpartner für die Patienten”, schätzt sie diese zusätzliche Unterstützung. Viele der Hilfskräfte haben durch diese Arbeit neuen Mut geschöpft, haben Wertschätzung erfahren und gehen heute selbstbewusst zur Tür heraus.

Dass ein solches Projekt weitergeführt werden muss, darüber sind sich alle einig. „Wir stocken wieder auf. Aktuell werden elf neue Teilnehmer für dieses Projekt ausgebildet”, fügt Marion Nestler, Otegau-Beauftragte für Dienstleistungs- und Qualitätsmanagement abschließend hinzu

( Fanny Zölsmann, 18.07.2015 )

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