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Kostensteigerung auf 1.000 Prozent

Es muss ja irgendwie, irgendwann und durch irgendwen mal voran gehen mit der Stadt. Denn trotz beschlossenen Haushaltes samt Haushaltssicherungskonzeptes (HSK) ist die Stadt ja noch lange nicht saniert. Nachdem sich die großen Rüben, wie KuK, Comma und Bergarbeiterkrankenhaus nicht einfach abernten lassen, muss eben das Kleinvieh den Mist machen. Jüngst der Gera Tourismus und das Hofgut und nun soll es dem Geraer Schwimmsport als ersten der Geraer Sportvereine an den Kragen gehen. „Die Auslastung des Hofwiesenbades ist durch Anpassung der Öffnungszeiten zu erhöhen. Ab dem neuen Sport- und Schuljahr kann im Sportbad dem Geraer Schwimmsport nur noch 80 Prozent der bisherigen Nutzungskapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Es wird mit jährlichen Mehreinnahmen durch zahlende Besucher in Höhe von 20.000 Euro gerechnet”, heißt es in der zweiten Fortschreibung des HSK.
Zum Vergleich: Das leere Bergarbeiterkrankenhaus wird mit einer Spanne von 100.000 bis 500.000 Euro jährlich verursachenden Kosten gehandelt. Die Betreibung des KuK schlägt, nach Einschätzung der Kultur GmbH, mit rund 600.000 Euro zu Buche. 
Jürgen Kepke, Vorsitzender des Schwimmvereins Gera e. V. sieht den Nachwuchsleistungssport in Gefahr. „Grundsätzlich stehen der Öffentlichkeit mindestens drei Bahnen zur Verfügung. Eine Herabsetzung der Trainingszeiten um 20 Prozent wäre für uns tödlich. Gerade in der Nachmittagszeit, wenn die Kinder aus der Schule kommen, können wir keine Bahnen abgeben, wenn wir weiterhin Leistungssportler ausbilden wollen”, weiß Kepke. Ab 15 Uhr wird in der Schwimmhalle trainiert. Zu dieser Zeit kann der Verein vier Bahnen nutzen, ab 16 Uhr sind es fünf, ab 17 Uhr noch drei Bahnen. „Durchschnittlich trainieren 15 Schwimmer auf einer Bahn, deutlich weniger Bürger müssen sich eine Bahn zur selben Zeit teilen”, berichtet der Vereinsvorsitzende. Und dennoch, das HSK sieht vor, mehr Bahnen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. 
Vor gut zwei Wochen habe Bürgermeister Kurt Dannenberg, bis zum 1. Juli, verantwortlich für das HSK, in einer ersten Arbeitskreissitzung in den Raum gestellt, die Trainingskarte von 1,50 auf 15 Euro pro Jahr zu erhöhen. Er selbst ist ebenfalls Mitglied im Schwimmverein. „Es mangelt an einem transparenten, gemeinsamen Miteinander. Während die Stadtverwaltung Monate am HSK feilt, bekommen wir nicht mal zwei Wochen Zeit, um über die Forderungen zu diskutieren. Zwei Tage vor der letzten Stadtratssitzung haben wir die Zahlen auf den Tisch gelegt bekommen. Selbstverständlich wollen und werden wir unseren Beitrag für unsere klamme Stadt leisten, aber bitte doch fair und angemessen”, betont Kepke, denn „mit dieser Art wird zudem ganz bewusst die Solidargemeinschaft Sport umgangen. Denn wir sind nur der Anfang.”  
900 Mitglieder zählt der Verein, von denen 600 im Kinder- und Jugendbereich aktiv sind. Der Rest sind zahlende Mitglieder. So werden jährlich 600 Trainingskarten ausgestellt, die auch den Eltern die Möglichkeit geben würde, die Bahnen auf denen trainiert wird, mit zu nutzen.  
Aufgrund der dringlichen Forderung von Seiten der Stadt fand am Mittwoch eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. „Wir haben einen Kompromiss gefunden. Wir wären bereit die 15 Euro pro Jahr zu zahlen, wenn uns dafür keine Trainingszeiten gestrichen werden”, bringt es Kepke auf den Punkt. 
Aktuell bewegen sich die Mitgliederbeiträge zwischen 6 und 17 Euro pro Monat plus 1,50 Euro im Jahr für die Trainingskarte.

( Fanny Zölsmann, 11.07.2015 )

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