Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Bedarfsgerechte und sichere Spielplätze sind das Ziel

Der Stadtrat hat den Beschluss zum Spielplatzentwicklungskonzept vertagt. Das „geraer wochenmagazin“ befragte die OB und die Fraktionen des Stadtrates, welche inhaltlichen Aspekte ihnen für das Spielplatzentwicklungskonzept wichtig sind.
Die Stadt Gera verfügt über 91 kommunale Spielplätze – das sind fünfzig Prozent mehr als  Jena hat. Hinzu kommen in unserer Stadt rund 100 private Spielplätze, die zumeist von Wohnungsgesellschaften betreut werden. „Ziel  der neuen Spielplatzentwicklungskonzeption muss es sein, bedarfsgerecht und unter Einhaltung der Sicherheitsstandards Spielplätze anzubieten“, betont Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn. Dazu wird in diesem Sommer eine Spielplatzkommission ins Leben gerufen. Der Stadtrat hat  mit der 2. Fortschreibung des Haushaltssicherungskonzeptes beschlossen, dass in diesem Jahr zehn kommunale Spielplätze rückgebaut werden sollen.  Obwohl die vorberatenden Fachausschüsse des Stadtrates die Spielplatzkonzeption mehrheitlich befürwortet hatten und es ein positives Gespräch der OB mit dem Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses, Herrn Reinhardt, und dem Sachbereich Freianlagen gab, wurde sie vom Stadtrat wieder in die Verwaltung zurückverwiesen. „Wir sollten die Zeit bis zur nächsten Stadtratssitzung nutzen, um miteinander und nicht übereinander zu sprechen – und sich dann auch an die vereinbarten Kompromisse halten“, appelliert OB Dr. Hahn.
 Für DIE LINKE sind attraktive Spielplätze Bestandteil einer kinder- und familienfreundlichen Stadt. Diese müssten wohnortnah und in einem technisch einwandfreien Zustand sein. Für funktionierende Sozialräume sollten altersgemäße Spielgeräte vorgehalten werden. Deshalb seien Veränderungen der Bevölkerungsstruktur in Stadtteilen auch im neuen Konzept zu berücksichtigen. Dazu sei jedoch eine transparente Diskussion in einer neuen Spielplatzkommission notwendig. „Ein bloßer Rückbau von Spielplätzen ist keine erbauliche Entwicklung“,  so Daniel Reinhardt stellv. Fraktionsvorsitzender. Kriterien, deren Bewertung sich willkürlich von einem zum nächsten Spielplatz ändern und der geplante Einsatz von Investitionsmitteln zum Spielplatzabbau seien Gründe gewesen, den Vorschlag der Verwaltung wiederholt zurückzuweisen. Im Interesse von Geras Kindern werde DIE LINKE einen Kahlschlag bei den Spielplätzen ablehnen.
Für die CDU-Fraktion steht im Vordergrund, gute Spielbedingungen für alle Kinder zu schaffen. Dazu gehören der Erhalt der Spielplätze in den ländlichen Regionen Geras sowie die Verbesserung der Spielplätze im Stadtgebiet. Durch die finanzielle Lage der Stadt Gera müsse auch eine finanzielle Unterstützung des Landes eingefordert werden. Die vom Land gewährten Mittel zum etwaigen Ausbau von Spielplätzen reichten nicht aus, um den Investitionsstau an den Spielplätzen zu beheben. Nachzudenken sei über eine Reduzierung der Spielplätze an den Standorten, die von Kindern und Jugendlichen nicht genutzt werden. Die dort eingesparten Kosten und noch brauchbaren Spielgeräte müssten den verbleibenden (prioritären) Spielplätzen zu Gute kommen. Um die Bewertung hinsichtlich eines zu erhaltenden oder abzubauenden Spielplatzes treffen zu können, sollte die verwaltungsinterne Bewertung der einzelnen Spielplätze nachvollziehbar sein. „Die CDU-Fraktion fordert eine einheitliche Bewertungsmatrix für alle Spielplätze“, so der stellv. Fraktionsvorsitzende Andreas Kinder. 
 
„Spielplätze müssen da sein, wo die Kinder sind. Spielplätze sollten auch da sein, wo Eltern mit den Kindern hingehen sollen oder wollen. Spielplätze müssen sauber und gefahrlos zu nutzen sein. Spielplätze brauchen einen sportlichen und pädagogischen Wert. Die Kinder müssen Spaß haben“, erklärt Dr. Harald Frank, Fraktionsvorsitzender der Bürgerschaft. Spielplätze für Kinder seien kein Abhängeplatz für Jugendliche, keine Bolzplätze und keine Flächen für Tiere. Spielplätze seien auch Kommunikationsplätze über die Generationen hinweg und müssten Sitzplätze enthalten. Die Spielplätze müssten den Eltern bekannt sein. Eine bequeme Erreichbarkeit müssten gegeben sein. Das Vorhandensein von Parkplätzen sei kein entscheidendes Kriterium – „auch Eltern brauchen Bewegung“, so Dr. Frank. Die vor Jahresfrist und jetzt wieder vorgelegte Bewertung der Spielplätze durch die Stadtverwaltung sei lieblos, oberflächlich und intransparent. Man erkenne, dass das Wohl der Kinder nicht im Mittelpunkt der Arbeit gestanden habe. Dabei seien Kinderspielplätze ein zentraler Punkt in einer familienfreundlichen Kommune. 
Die SPD-Fraktion fordert, endlich eine Spielplatzkommission einzurichten. „Wenn Gera eine ‘familiengerechte Kommune‘ bleiben soll, dann brauchen wir im ganzen Stadtgebiet gut ausgebaute Spielplätze. Doch das Spielplatzkonzept, das uns vorgelegt wurde, ist unzureichend. Umso ärgerlicher, dass jetzt schon Spielplätze zurückgebaut werden“, beklagt Fraktionsvorsitzende Monika Hofmann. Ursprünglich sollten Vertreter von Verwaltung, Elternbeiräten und Bürgern dieses Konzept in einer Kommission gemeinsam erarbeiten. Doch dieses Versprechen sei nicht gehalten worden. Eine echte Diskussion mit allen Betroffenen habe so gar nicht stattfinden können. „Wir sehen Konzept und Vorgehen kritisch. Wir fordern Aufklärung über die realen Kosten, Rückbau so wenig wie möglich, und den gezielten Ausbau von Spielplätzen. Da sind wir mit dem Stadtelternbeirat einer Meinung“, betont der Pirat in der SPD-Fraktion, Uwe Rüdiger.
Für die Fraktion AfG ist das Spielplatzentwicklungskonzept nicht nur aus bildungspolitischer oder soziokultureller, sondern auch aus städtebaulicher Sicht zu betrachten, so Kerstin Pudig. Die wichtigsten inhaltlichen Aspekte seien im Entwicklungskonzept dargestellt. Es sollen untergenutzte Spielplätze im Irgendwo nicht erhalten, sondern altersbezogene, generationsübergreifende Kommunikationsräume dort entwickelt werden, wo sie ihre Funktion erfüllen. „So präsentiert sich Gera als familienfreundliche Stadt, bereinigt Fehlplanungen, verbessert das Stadtbild und schafft Mehrwert. Dieser ist neben höherer  Spiel- und Bildungsqualität für Kinder und Erwachsene zugleich ein Angebot für Kaufinteressenten von Grün- oder Bauflächen, aber auch für Flächenarrondierungen“, betont Frau Pudig. „Grüne“ Privatinitiativen könnten  ebenso mobilisiert werden. Um den Anspruch an öffentliche Spiel-/Treffpunkte und finanzielle Konsolidierung zu erfüllen, sollte ein Gremium über Auswahlkriterien und Planungshorizont 2030 entscheiden.
Die Fraktion der Bündnisgrünen nutzte die Möglichkeit nicht, sich zu dem Thema zu äußern.

( gW, 11.07.2015 )

zurück