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Hofgut – Objekt der Begierde

Wer hätte das vor acht Jahren auch nur geahnt? Das Hofgut wird einmal ein Objekt der Begierde.

Mit Buga-Fördermittel zum Jahr 2007 gebäudemäßig saniert, das heißt wetterfest mit neuem Dach und Fußboden, aber ohne Strom und Wasser gemacht, wurde nach der Buga von der Stadt händeringend nach einen Mieter gesucht, denn Fördermittel sind auch stets mit einer öffentlichen nicht kommerziellen Nachnutzung verbunden. Da kam Eva-Maria Fastenau als Chefin des Kabaretts Fettnäppchen gerade recht, die hier einen Sommerbetrieb mit gastronomischer Versorgung und gleichzeitig eine Heimstatt für verschiedene Vereine aufbauen wollte.

Ein gewaltiges Vorhaben mit hohen Investitionskosten für ein so kleines Unternehmen, denn Strom- und Wasserleitung mussten gelegt, neues Mobiliar, ein Küchentrakt, eine kleine Bühne und vieles Andere angeschafft werden. Aber auch die Außenanlage, sprich das verwilderte Umland, sollte genutzt werden. Dabei griffen die gesamte Fettnappcrew und viele Helfer selbst zu Hacke und Spaten und gestalteten eine richtige Gartenanlage, die heute mit wunderschönen Pflanzen, Bäumen und Büschen eine Idylle geworden ist, die ihresgleichen sucht. Vergessene Skulpturen und verstaubte Plastiken aus dem Bauhof gesellten sich hinzu, und in diesem Jahr ziert auch ein kleiner japanischer Garten das Gelände.

Das Hofgut hat seine Fangemeinde gefunden, und das nicht nur unter den Gerschen. Von überall her kommen die Gäste. Hochzeiten, Schuleinführungen und andere Familienfeiern oder Firmenfestivitäten werden mit Bravour ausgerichtet. Neben den kulinarischen gibt es dazu auch stets einen kabarettistischen Leckerbissen. „Im Moment beschert uns zwar die Riesenmauer und der gesperrte Faulenzerweg wegen des Hochwasserschutzbaus ein Gästeminus, weil viele denken, wir haben nicht geöffnet. Doch wir sind da“, bestätigt Eva-Maria Fastenau. „Viel größere Sorgen bereitet uns jedoch der gekündigte Mietvertrag seitens der Gera Kultur GmbH“, sagt sie. „Wir waren schockiert, denn niemand hat zuvor mit uns gesprochen“.

Ein neues Interessenbekundungsverfahren soll über die Bühne gehen, erfuhr sie. Es ginge um höhere Mieteinnahmen. „Auch darüber hätte man mit uns sprechen können“, meint sie und verweist auf die Betreibergesellschaft Hofgut Fastenau/Schlebe GbR. Eva-Maria Fastenau vermutet jedoch etwas ganz Anderes hinter diesem Interessenbekundungsverfahren. „Die Begehrlichkeiten sind groß, und ich weiß, dass eine hier neu angesiedelte Eventagentur nach einer Veranstaltungsstätte sucht. Warum hat man ihr nicht das Comma oder die Tonhalle angeboten?“, fragt sie.

In einem Schreiben an die Oberbürgermeisterin, den Stadtrat und den Aufsichtsrat listet die Kabarett-Chefin einmal ganz genau auf, welche Leistungen und Investitionen bisher getätigt worden sind. Auch fragt sie, was aus den Mitarbeitern bei Aufrechterhaltung der Kündigung werden soll oder den Vereinen, wie dem Buga-Förderverein, dem Förderverein Goethe-Gymnasium Rutheneum, Culturgut e.V., dem Studentenförderverein, bildenden Künstlern, Chören und Laienkünstlern, denen das Hofgut kostenlos zur Verfügung stand. „Ungeachtet aller Unklarheiten bekunden wir mit diesem Schreiben schon jetzt ausdrücklich unser Interesse am Hofgut als kulturellen Anziehungspunkt in unserer Stadt“, heißt es abschließend.

( Helga Schubert, 04.07.2015 )

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