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„Die Kunst des Möglichen”

„Politik ist die Kunst des Möglichen, sagte einst Bismarck. Ich sage, Baudezernent ist es erst recht.” Mit diesen Worten verabschiedet sich Ramon Miller aus dem aktiven Dienst als Baudezernent der Stadt Gera. Nicht ganz freiwillig aber schlussendlich doch bereitwillig verließ er den Stuhl und macht nun der neuen Kollegin Platz für Künftiges.

Doch wer ist der Mann, der in den letzten Jahren so einige Fassaden aufgebaut hat?

Im Sternzeichen Waage wird er am 17. Oktober 1964 in Hannover geboren. Nach dem Abitur begann er zu studieren. Einen Traumberuf zu Kinderzeit hatte er nicht. „Ich wollte nach dem Abi studieren, das wusste ich. Ich wusste auch, was ich nicht wollte: Ein Unterrichtsfach weiter studieren. Es sollte etwas kreatives sein und mit dem echten Leben zu tun haben”, erinnert er sich an seinen beruflichen Einstieg zurück. Er begann Landschaftsarchitektur und Umweltentwicklung in Hannover zu studieren. Bis er 1996 nach Gera kam und zuerst Leiter der Stabsstelle Unternehmensplanung bei den Geraer Verkehrsbetrieben wurde, vergingen fünf Jahre, in denen er als angestellter Ingenieur in Magdeburg und Stuttgart arbeitete. 2003 suchte die Stadt einen neuen Baudezernenten. Mit ihm standen vier Kandidaten zur Wahl.

Nach dem zweiten Durchgang stand fest, Ramon Miller wird neuer dritter Beigeordneter der Stadt Gera. In eine zweite Amtszeit entsandten ihn 2009 75 Prozent der Stadtratsmitglieder. „Wenn die Mehrheit mir auch heute das Vertrauen geschenkt hätte, dann hätte ich weitergemacht”, ist er sich sicher. Doch 2015 ist für ihn Schluss. Hinter ihm liegen spannende Zeiten. „Ich habe die Jahre Revue passieren lassen und stellte fest, dass ich nur 2011 als ruhiges Jahr verzeichen kann”, so Miller, der als Baudezernent die Großprojekte Buga, Urban II, Stadtbahnprogramm, Wiederaufbau nach dem Hochwasser, ISEK 2030 begleitete und damit maßgeblich an der Stadtentwicklung Geras beigetragen hat. Auch wenn er sich stolz auf sein Erreichtes und auf den Weg Gebrachtes zeigt, kullert eine Träne: „Ich hätte noch gerne den Spatenstich für den Campus, die Sanierung Ostschule, Rathaus, Schloss Osterstein, Stadion am Steg, Reitstadion Milbitz und Karl-Harnisch-Stadion erlebt”, zählt er auf. Auch die Vereinigung des Baudezernats in der Amthorstraße 11 in einem modernen Verwaltungsgebäude ist ihm verwehrt geblieben.

Seit dem 1. Juli ist er nun „out of order” und will sich eine längere Auszeit nehmen. „Es wird nun noch ein paar Monate dauern, bis ich alles erledigt und von meiner Liste abgearbeitet habe. Dann werde ich mich nach einer neuen Aufgabe umsehen”, sagt er mit Blick in die Zukunft, wohlweislich und vielleicht auch schon mit Blick um die Ecke, dass sich etwas ergeben wird.

Ob er in Gera treu bleiben wird, will er nicht ausschließen, aber mit 50 stehen ihm auch noch alle Stadtmauern offen.

Jüngst blickte er hinter jene, der Stadt Tokio. Eingeladen zu einer Tagung, um vor Ort über Geras Stadtentwicklung und Umgang mit dem demografischen Wandel zu berichten, verbrachte er elf Tage in Japan. Wer diese Welt einmal durch die Augen Millers erleben möchte, der kann sich die aktuelle Fotoschau in der Schassengalerie bin den Räumlichkeiten des Bürgerfernsehens Gera anschauen. 

( Fanny Zölsmann, 04.07.2015 )

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